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Ausbildung

30.07.2020

Betriebe suchen Azubis

Bei der Ausbildungsmesse in Kaufering werben Unternehmen um Nachwuchskräfte. Doch auch diese Veranstaltung fällt heuer aus.

Etliche Lehrstellen im Landkreis Landsberg sind noch nicht besetzt. Dabei gibt es weniger als 2019

Für die vielen ausbildungswilligen Betriebe im Landkreis Landsberg bleibt es auch heuer eine große Herausforderung, alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Wenige Wochen vor Start des neuen Ausbildungsjahres sind laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit noch 307 Lehrstellen offen. Ihnen stehen 275 Schulabgänger gegenüber, die noch keine Lehrstelle haben. Rein rechnerisch steht damit jedem Bewerber eine Stelle zur Verfügung.

Zwar ist die Anzahl der Berufsausbildungsstellen – teils auch coronabedingt – um über zwölf Prozent auf 687 gesunken, gleichzeitig nahm jedoch auch die Anzahl an gemeldeten Bewerbern um über 14 Prozent auf 701 ab. „Für ausbildungswillige Betriebe bleibt die Situation daher – zumal der Corona-Stillstand die Suche nach geeignetem Fachkräfte-nachwuchs massiv erschwert hat – sehr schwierig“, sagt Reinhard Häckl, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Landsberg.

Nachdem die Mehrzahl der Betriebe schrittweise wieder zur Normalität zurückkehre, lohne es sich umso mehr für alle, die an einer Berufsausbildung interessiert sind, mit dem Bewerben nicht nachzulassen. „Die Chancen sind optimal, dass jeder, der einen Ausbildungsplatz will, auch einen findet“, so Häckl. Er ermutigt die jungen Erwachsenen: „Lassen Sie sich bei Ihrer Suche von der Corona-Krise und ihren Auswirkungen nicht verunsichern. Unsere Betriebe schauen nach vorn. Für sie sind Azubis die beste Zukunftsinvestition.“

Reinhard Häckl geht außerdem davon aus, dass es über den Sommer bei den Vertragsabschlüssen auch zu einem Aufholeffekt kommen wird. Es bestätige sich zwar auch im Landkreis Landsberg der oberbayernweite Trend, dass bei Betrieben in Industrie, Handel und Dienstleistungen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 fast zehn Prozent weniger Verträge abgeschlossen wurden, doch durch Corona hätten sich alle Abläufe verzögert. Schnupperpraktika, Ausbildungsmessen und Bewerbungsgespräche konnten nicht stattfinden. „Deshalb dürften so manche Ausbildungsverträge mit zwei oder drei Monaten Verspätung abgeschlossen werden.“

Die Ende Juni veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Bereiche der beruflichen Bildung, heißt es in der Pressemeldung der IHK. Davon sei der IHK-Bereich im Landkreis mit über 1000 Azubis in rund 250 Ausbildungsbetrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der größte. Er stehe für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.

Vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten vor gravierenden Folgen der Pandemie für Berufsanfänger im Landkreis Landsberg gewarnt. Bereits im ablaufenden Ausbildungsjahr hätten viele Firmen die betriebliche Ausbildung deutlich zurückgefahren oder ganz eingestellt. Nach Angaben der Arbeitsagentur sank die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze im Landkreis zwischen Oktober und Juni um 12,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

„Trotz Krise sollten die Unternehmen alles daransetzen, die Ausbildung aufrechtzuerhalten und dafür die neuen staatlichen Fördermittel nutzen. Wer heute auf Azubis verzichtet, dem fehlen morgen die Fachkräfte“, sagt der Geschäftsführer der Gewerkschaft in Schwaben, Tim Lubecki. Besonders dramatisch sei die Lage in Hotels und Gaststätten, aber auch im Lebensmittelhandwerk. (lt)

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