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Prozess

23.10.2014

Betrügerpärchen vor Gericht: Sieben Kinder und zwei Millionen Schulden

Ein Betrügerpärchen muss sich vor dem Landsberger Amtsgericht rechtfertigen. Sie waren in sechs Fällen des Betrugs angeklagt.
Bild: Arne Dedert (dpa)

In Landsberg stand ein Betrügerpärchen vor Gericht: Der 46-jährige Angeklagte und seine 39-jährige Frau waren in sechs Fällen des Betrugs angeklagt.

Es kommt nicht so oft vor, dass Angeklagte in Handschellen ins Landsberger Amtsgericht gebracht worden. Bei einem 46-jährigen Angeklagten war dies jüngst aber der Fall, da seine derzeitige Meldeadresse die JVA Detmold ist. Mit ihm auf der Anklagebank saß seine 39-jährige Ehefrau. Das Pärchen war in sechs Fällen des Betrugs angeklagt.

Betrügerpärchen zeigt sich geständig vor Gericht

Zunächst ging es um die Vorliebe des Paars für schöne und teure Autos, der sie durch die Bestellung eines Mercedes und eines Porsche im Wert von insgesamt 221.000 Euro nachkommen wollten. Allein die Autohändler – einer in Landsberg, einer in Augsburg – lieferten nicht aus, sodass der Schaden nach Ansicht von Staatsanwalt Dr. Dominik Mayer lediglich im entgangenen Gewinn von etwa 30.000 Euro anzusetzen wäre. In zwei weiteren Betrugsfällen ging es um hochwertige Smartphones, die sie über Ebay gegen Vorauskasse angeboten, aber nicht ausgeliefert hatten.

Ein anderes Mal wurde eine Spedition beauftragt, „ganz schnell“ einen Umzug von Landsberg nach Kufstein vorzunehmen. Dabei habe sich der Angeklagte zu Unrecht einen Titel zugelegt und als Dr. Michael Kuller vorgestellt, was ihm jetzt auch noch eine Anklage wegen des missbräuchlichen Führens von Titeln einbrachte. Auf den Leim gegangen ist dem Betrügerpaar – die treibende Kraft soll der 46-Jährige gewesen sein – auch ein 41-jähriger Angestellter. Der habe eine Internetseite sowie Flyer und Visitenkarten erstellt: Der Angeklagte wollte offenbar ein Tattoo-Studio eröffnen.

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Betrüger hat über zwei Millionen Euro Schulden und sieben Kinder

Das Fallenlassen von mehreren Anklagepunkten – wurde bei einem Rechtsgespräch hinter verschlossener Tür vereinbart. Beteiligt waren Richterin Sabine Grub, Staatsanwalt Dr. Dominik Mayer und die Rechtsanwälte Torsten Giesecke – er verteidigte den Angeklagten - sowie Jerrit Schöll. Er nahm die Interessen der Angeklagten wahr. Bei dem Rechtsgespräch wurde den Angeklagten bei einem Geständnis folgender Strafrahmen in Aussicht gestellt: für den Ehemann eine Haftstrafe von einem Jahr bis zu einem Jahr und vier Monaten, letztlich werden nun ein Jahr und zwei Monate zu seiner derzeitigen Haftstrafe hinzuaddiert. Für seine Frau blieb eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 15 Euro. Da beide Angeklagte die Vorwürfe einräumten, wurde in Sachen der Autokäufe von einer Verfolgung abgesehen.

Zu Fragen nach seinen persönlichen Verhältnissen gab der 46-Jährige an, dass er sieben Kinder habe und mit zwei Millionen Euro verschuldet sei. Unterhalt könne er derzeit nicht zahlen, da er nichts besitze. LT

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