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Ausstellung

07.05.2014

Bilder: Sie regen an, sie regen auf ...

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2 Bilder
„Der Tag ist hin; mein Geist!“, heißt dieses Gemälde.
Bild: Gisela Damek

„Traumbilder – Seelenlandschaften“ – Katharina Schellenberger im Malura Museum

Bei strahlendem Sonnenschein strömten die Kunstinteressierten nach Oberdießen ins Fuchstal. Wie jedes Jahr im Mai wurde auch heuer im Malura Museum mittlerweile die 53. Sonderausstellung eröffnet. Zur Vernissage von „Traumbilder – Seelenlandschaften“ von Katharina Schellenberger lud der „Freundeskreis Oswald Malura Museum“ seine Mitglieder und alle kunstinteressierten Freunde ein. Der Platz im Saal wurde schnell zu eng, und Andrew Malura freute sich, dass auch noch die vor der Tür Stehenden dem Programm über Lautsprecher folgen konnten.

Für musikalische Einlagen sorgte Michael Groll mit seinem Gitarren-ensemble der städtischen Sing- und Musikschule Landsberg am Lech. Er verzauberte das Publikum mit einem schwungvollen Gitarrenstück von Fernando Sor Opus 15 C-Dur als Klangbild, das der Akustik im Galeriesaal gerecht wurde. Die Laudatio für die Künstlerin Katharina Schellenberger hielt Catrin Morsche, selber Kunsthistorikerin. Sie betont die „Nicht-Einordenbarkeit“ von ihren Werken. Selbst das eigene, einst bei offenen Ateliertagen erworbene Werk findet bei ihr zu Hause immer neue Orte ohne festgelegte Bildaufhängung. Ihre Kunst ist nicht leicht konsumierbar, sondern erfordert Muße beim Betrachten. „Man sollte sich Zeit nehmen, um Dinge wahrzunehmen, die sich einem beim Vorübergehen nicht erschließen können.“

Kunstakademie Rom

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Schellenbergers Schaffenswerk führte sie zwei Jahre an die Kunstakademie nach Rom, danach studierte sie Zahnmedizin an der LMU in München. Sie beendete ihre akademische Ausbildung mit einer Promotion über Schizophrenie, um sich danach im eigenen Atelier ausschließlich ihrer Kunst zu widmen. Und der Erfolg gibt ihr recht. Schnell wurde sie Mitglied in zahlreichen Berufsverbänden bildender Künstler. 2009 erhielt sie den 1. Platz des „Valentine-Rothe- Preises“ in Bonn, öffentliche Ankäufe, zum Beispiel in die Bayerische Staatsgemäldesammlung, folgten, bei zahlreichen Nominierungen wurde sie ausgewählt und steht nun für den Heise-Kunstpreis in Dessau Ende Mai in der Endausscheidung.

„Der Schlaf ist ein Zustand in dem das Gedächtnis pausiert“(Nietzsche).

Aus dem Ursprung heraus zeigt Katharina Schellenberger alles, was sie in ihrem Gedankengut angesammelt hat, und was sich wie Reflexe im Atelier als abstrakte Formen und Fragmente auf der Leinwand wiederfindet. Sie nimmt sich große Freiheit bei der Wahl ihrer Malmittel: mal sind es Pastos als Ölfarben dickflüssig, aquarelliert oder transparent übermalt. Hier werden Farbströme eruptiv zu figürlichen Formen, die sich verdichten.

Meist sind ihre Bilder ohne Titel, nur die Zeichnungen im Nebenraum, auf alten kirchlichen Liedtexten übermalt, tragen eine Bezeichnung wie „Der Tag ist hin; mein Geist“.

Als einheitliche Arbeit stellt sie nebeneinander Köpfe als Figurationen des Seelenlebens aus. Köpfe in Öl auf Papier, durch Klebestreifen mit sogenannten „Verkopfungen“ verbunden: „Gedächtnis als Erfahrungsschatz, Neurosen werden als Auswüchse sichtbar“, versucht Katharina Morschek die Bildsprache zu erklären. Alles, was die Künstlerin umgibt, was sich in ihr angestaut hat, wird hier deutlich. „Nehmen Sie sich Zeit, der Schock lohnt sich und vermittelt auch Einsichten in die eigenen Unzulänglichkeiten. „Die Bilder, sie regen an, sie regen auf und lassen keinen kalt“.

Mit der gefühlvollen Serenade von Christoph Kirschbaum, vorgetragen von den Gitarrensolisten Felix Beuth und Alwin File, ließ Michael Groll dem Publikum Zeit, sich den Bildern von Katharina Schellenberger zu nähern.

Andrew Malura bedanke sich bei der Sing- und Musikschule Landsberg für ihre bereitwillige, musikalische Gestaltung und bat weiterhin um aktive Unterstützung des „Freundeskreises Oswald Malura Museum e. V.“.

Öffnungszeiten Samstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr mit Museumscafé, Ausstellungsdauer bis 22. Juni.

Im Internet

www.oswald-malura.de

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