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Ausstellung

14.07.2020

Bilder vom verlorenen Planet

Daniel Hofer vor zwei seiner Werke, die bis Mitte September im Kunsthaus im Vorderanger in Landsberg zu sehen sind.
Bild: Thorsten Jordan

Der Ostallgäuer Künstler Daniel Hofer stellt seine Werke derzeit im Kunsthaus in Landsberg aus. Ein Bild sticht heraus

Ist menschlicher Besitz real? Gibt es ein Territorialrecht? Können Ressourcen kultiviert werden? Der Ostallgäuer Künstler Daniel Hofer hat die Zeit der Corona-Einschränkungen genutzt und sich sehr viele Gedanken über eine Welt der Zukunft gemacht. Dabei sind Bilder entstanden, die er unter dem Titel „Lost Planet“ derzeit im Kunsthaus im Vorderen Anger in Landsberg ausstellt.

Ist unser Planet, ist unsere Erde wirklich verloren? Hofer, ein vielseitiger Künstler mit abgeschlossener Ausbildung zum Silberschmied sowie anschließendem Studium in Halle und Diplom im Bereich Bild-Raum-Objekt-Glas, macht sich, bevor er an ein Thema geht, zunächst Notizen. Diese Notizen präsentiert er auch in seinen Ausstellungen. Besucher dürfen sie lesen, teilhaben an Hofers philosophischen Gedankengängen. Für die aktuelle Schau hat der 33-Jährige einen persönlichen Blick in eine Welt der Zukunft gewagt. Dabei entstand ein eher düsteres Bild vor allem für die Spezies Mensch. „Säugetiere sterben allmählich ganz aus.“ Die Artenvielfalt bei Flora und Fauna gehe massiv zurück. „Die Atmosphäre dünnt aus, die habitable Zone sinkt auf unter 1000 Meter.“ Doch es gibt Hoffnung – allerdings nicht für alles Leben, wie der Künstler befindet. Weil sich Sauerstoff und Wasser nach dem Verschwinden der Säugetiere langsam erholen, finden Kleinlebewesen neuen Lebensraum.

All diese Gedanken hat Daniel Hofer zeichnerisch und malerisch dokumentiert. Mittelpunkt der Schau ist ein großformatiges Werk. „Verkauft“ schreit es dem Betrachter rot und in großen Lettern entgegen. Darunter leidet eine „Zukunft“, in der nicht mehr viel für menschliches Leben vorhanden ist. Daneben leuchtet, ebenfalls großformatig, die derzeitige, noch nicht gänzlich ausgebeutete Natur in leuchtendem Grün. Rote Blumen, soweit das Auge reicht. Mit einem weiteren Werk prangt der Künstler die Eintönigkeit riesiger Felder von landwirtschaftlichen Großbetrieben an. Bei diesen Illustrationen fällt die Vorliebe des Künstlers für den Strich auf. Mit dem Strich schafft er Motive, mit dem Strich schafft er Tiefe. Mit schmalen, schwarzen Strichen entstehen auch kleine, in eine Art Sprechblasen gepackte Motive. Hier lädt Hofer die Besucher ein, sich ihre eigenen Geschichten dazu auszudenken. (löbh)

„Lost Planet“ mit Arbeiten von Daniel Hofer im Kunsthaus Landsberg, Vorderer Anger 214; Öffnungszeiten bis 19. September donnerstags und freitags von 10 bis 12.30 und von 14 bis 18 Uhr, an den Samstagen von 10 bis 14 Uhr. Der Künstler ist donnerstags anwesend.

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