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Bauprojekt

28.08.2020

Brudergasse: Viele Arbeiten im Hintergrund

Auf der Baustelle neben der Landsberger Johanniskirche wird gearbeitet. Bis zur Fertigstellung des Gebäudes dauert es aber noch.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Bankvorstand Martin Egger und Bauunternehmer Maximilian Schröck berichten, wie es auf der Baustelle neben der Landsberger Johanniskirche weitergeht. Und warum es künftig keine Probleme mehr mit Grillfeuer geben soll.

Wie geht es rund um das ehemalige Sepp-Anwesen an der Johanniskirche in Landsberg weiter? Zuletzt stand die Baustelle am Sonntag im Fokus der Öffentlichkeit: Die Feuerwehr war wegen Rauchentwicklung angerückt, es stellte sich aber schnell als Grillfeuer polnischer Bauarbeiter heraus. Was die VR-Bank Landsberg-Ammersee und Bauunternehmer Maximilian Schröck zu dem Thema sagen.

„Wir beschäftigen einen polnischen Subunternehmer“, berichtet Maximilian Schröck. Es seien fünf von dessen Arbeitern in Landsberg, die am Sonntag gegrillt hätten. „Ich war selber nicht dabei, habe aber beim Vorarbeiter nachgefragt.“ Auslöser für die starke Rauchentwicklung sei wohl Fett gewesen, das auf die Kohlen tropfte. Ein Anwohner, der den Rauch, aber nicht den Grill gesehen habe, habe die Feuerwehr alarmiert. Auch die Polizei sei gekommen und habe die Dokumente der Arbeiter geprüft. „Es war alles in Ordnung.“ Schröck will jetzt aber einen Gasgrill besorgen, damit das Problem so nicht mehr auftaucht.

Die Bauarbeiter leben im Gebäude in der Brudergasse

Maximilian Schröck ist nicht nur der Generalunternehmer, der die komplexe Baustelle mit ihren fünf Bauten inklusive Altbausanierung im Frühjahr übernommen hat, er besitzt auch selbst eine Einheit im mittleren Gebäude. Dort sei das Büro untergebracht, im hinteren Bereich leben die polnischen Arbeiter. Es gebe Elektrik, Strom, Wasser und eine Dusche. Die Männer hätten selbst angefragt, ob sie dort wohnen könnten, um sich so die Miete für eine Pension zu sparen. Schröck schätzt polnische Mitarbeiter: „Sie sind unglaublich vertraut mit Altbauten, denn der Umbau im Bestand ist dort gang und gäbe. Und sie sind handwerklich sehr versiert.“ Außerdem verweist Maximilian Schröck auf den Fachkräftemangel in Deutschland: „Der Job ist hart, man muss viel schleppen und ist auch bei Wind und Wetter draußen.“ Ein Bauleiter ist ständig auf der Baustelle, wie Schröck sagt, und auch er selbst versuche, drei Tage die Woche vor Ort zu sein. Die VR-Bank hat ihm ein Appartement zur Verfügung gestellt.

Zum Baufortschritt berichten Schröck und VR-Vorstandsmitglied Martin Egger, dass viele Tätigkeiten im Hintergrund laufen würden. Denn es handelt sich, wie mehrfach berichtet, um ein komplexes Bauprojekt, das jahrelang für Schlagzeilen sorgte. Unter anderem wegen des historischen Friedhofs an der Brudergasse und der Umbettung der Gebeine kam es zu Bauverzögerung. 2018 meldete der damalige Bauträger Insolvenz an. Die rechtliche Problematik: Es gibt 18 Käufer, die bereits Kaufpreisraten gezahlt hatten – je nach Baufortschritt.

Nächstes Jahr soll alles fertig sein

Schröck übernahm eine angefangene Baustelle. „Es gibt immer wieder Überraschungen.“ Und der Generalunternehmer muss sich absichern, dass in Sachen Statik oder Brandschutz alles in Ordnung ist. „Es handelt sich um ein bestehendes Projekt“, betont auch Bankvorstand Martin Egger. Alles müsse noch einmal neu geprüft werden. Egger verweist auf das Fundament für einen Aufzug, das bereits vorhanden ist. Ob alles passt, müsse man sich erst ansehen, bevor es mit dem Aufzugbau weitergeht. „Es laufen viele Arbeiten im Hintergrund, die man nicht sieht“, sagt Egger und spricht von einer „vertrauensvollen Zusammenarbeit.“

Man sei bei dem Bauprojekt jetzt in einer Phase, in der die rechtlichen Fragen abgeschlossen seien und es nur noch um bautechnische Fragen gehe. Und auch die Bauexperten der Bank selbst sind laut Egger vor Ort, wenn es Fragen zu klären gibt. „Wir sind in laufendem Kontakt.“

Die Corona-Krise ist ein Thema in Sachen Materialbeschaffung: „Momentan können wir auf die Lagerbestände der Großhändler zurückgreifen“, berichtet Maximilian Schröck, dass man im Rohbau noch gut versorgt sei, nur beim Stahl habe es Probleme gegeben. Schröck rechnet aber damit, dass es beim Innenausbau Schwierigkeiten mit Lieferungen geben könnte, beispielsweise mit Fliesen, die oft aus Spanien kämen. Wann wird das Bauprojekt rund um die Johanniskirche nun abgeschlossen sein? Auf einen genauen Zeitraum will sich Martin Egger nicht festlegen lassen. Der Banker und der Bauunternehmer sind sich aber einig, dass es kommendes Jahr soweit sein wird.

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