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Landsberg

03.01.2019

Brudergasse: Wie geht es weiter?

Winterpause im Baugebiet Brudergasse. Wie es weitergeht, ist ungewiss. Die Bank und die Käufer müssen sich im Insolvenzverfahren nun wohl auf eine Lösung einigen. Das Insolvenzverfahren wurde eröffnet.
Bild: Thorsten Jordan

Das kleine Baugebiet im Herzen der Landsberger Altstadt kommt nicht zur Ruhe. Jetzt sammelt der Insolvenzverwalter die Forderungen der Gläubiger.

Nach fünf Monaten voller Ungewissheit wurde in Sachen Bebauung Brudergasse nun am 20. Dezember das Insolvenzverfahren eröffnet. Insolvenzverwalter ist ein Anwalt aus München, Hubert Ampferl. Bereits im August wurde von dem Bauherren, also der Projektgesellschaft Vorderer Anger/Brudergasse mbH, der Insolvenzantrag gestellt.

Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Archivartikel: Bauen in der Brudergasse: Insolvenzantrag wird gestellt

Der Geschäftsführer des Unternehmens wohnt im niederbayerischen Rattenberg, deshalb ist das Amtsgericht Straubing zuständig. Der Bruder des Geschäftsführers, er war in Landsberg Generalbevollmächtigter beim Bau und lebt auch dort, ist ebenfalls mit seiner eigenen Firma in einem Insolvenzverfahren. Laut Amtsgericht Augsburg wurde hier am 30. November die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Die Gläubiger in Sachen Brudergasse wurden bereits oder werden noch angeschrieben und gebeten, ihre Forderungen bis Ende Januar beim Insolvenzverwalter schriftlich anzumelden.

Wie ein alter Friedhof das ganze Projekt auf den Kopf stellte

Am 13. März sollen dann bei einem Termin weitere Entscheidungen getroffen werden. Das kleine Baugebiet neben der Johanniskirche beschäftigt die Landsberger seit Langem.

Der Anwalt der Projektgesellschaft, Joachim Feller, hatte betont, dass das Bauvorhaben vor allem wegen der Ausgrabungskosten für einen alten Friedhof aus dem 17. Jahrhundert in die „finanzielle Schieflage“ geraten sei. „Die Kosten und die damit verbundene Verzögerung auf der Baustelle haben wesentlich zur heutigen Situation beigetragen“, so Feller bei der Antragstellung. Die Ausgrabungen hatten zu einem langen Baustopp geführt.

Das Insolvenzverfahren bezeichnet Anwalt Hubert Ampferl als „im höchsten Maße kompliziert“. Ein Grund dafür sei, dass die Käufer sehr unterschiedliche Interessen haben. Denn: Die Gebäude im Baugebiet sind im unterschiedlichen Bauzustand. Deshalb sei es schwierig, diese unterschiedlichen Interessenslagen zusammenzubringen. Am-pferl weiter: „Die beteiligte Bank und die Käufer müssen sich einigen, wie es nun weitergehen soll. Es braucht einen Konsens.“ Im Moment bestehe für ihn keine Möglichkeit, das Projekt so zu Ende zu bauen. „Alle Beteiligten müssen sich zuerst abstimmen.“

Diese Häuser stehen in dem Areal

Das Baugebiet besteht aus einem Haus am Mühlbach mit großen Wohnungen zwischen 110 und 150 Quadratmetern und einer kleineren Wohnung. Niedriger ist das Haus zwei entlang der Brudergasse mit einem geplanten Gasthaus im unteren Bereich. Oben sind zwei Wohnungen eingeplant. Das Haus drei ist das ehemalige Atelier- und Ausstellungsgebäude. Es ist zum Teil erhalten und in der Fassade sind Grabsteine eingefügt.

Das Haus vier (das ehemalige Bestandshaus) am Vorderanger 213 sollte künftig einen Laden und elf barrierefreie Wohnungen beherbergen. Momentan ist das Gebäude am Vorderanger nicht bewohnbar. Es müsste saniert werden.

Die Häuser im hinteren Teil sind bis auf zwei Wohnungen ebenfalls unbewohnt. Keines der Häuser ist fertig, allerdings sind zwei Familien bereits eingezogen. Sie leben auf einer Baustelle (LT berichtete). Der ursprüngliche Einzugstermin war für Dezember 2016 geplant. Einige der Käufer hoffen auf eine Rückabwicklung, einige wollen ihre Häuser behalten.

Lesen Sie dazu auch: Wie es sich auf einer Baustelle in der Altstadt lebt

Der Kommentar zum Thema: Brudergasse: Es ist kompliziert

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