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Prittriching

08.09.2019

Bürgermeister-Abschied: Wie Peter Ditsch seine freie Zeit nutzen will

Seine freie Zeit will Peter Ditsch unter anderem mit seinem Hobby Motorradfahren verbringen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Peter Ditsch ist seit 2002 Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde Prittriching. 2020 tritt er nicht mehr an. Mit dem LT hat er über seine Pläne gesprochen.

„Ich würde es jederzeit wieder machen“, sagt Peter Ditsch und blickt mit diesem Resümee auf seine 18-jährige Amtszeit als Bürgermeister in Prittriching zurück. Ditsch, der 2002 erstmals zum Bürgermeister Rathauschef seiner Heimatgemeinde gewählt wurde, wird sich bei den Kommunalwahlen im Frühjahr des kommenden Jahres nicht mehr zur Wahl stellen. „Selbstbestimmt“ wie er im Gespräch betont, das sei ihm immer wichtig gewesen.

„Mir ist nicht bange vor der Zukunft ohne politisches Amt“, blickt der 60-Jährige optimistisch in die Zukunft, sieht sich konkret aber noch in der „Findungsphase“. Den Zugewinn an Freizeit will er nutzen, um mit seiner Ehefrau Ingrid auf Reisen zu gehen. Dann werde auch genügend Zeit bleiben, sich um Haus und Hof zu kümmern und die persönlichen Hobbys wie Ski- und Motorradfahren zu intensivieren. „Ich kann mir auch gut vorstellen, mich ehrenamtlich im sozialen Bereich und in der Seniorenarbeit einzubringen“, sagt Peter Ditsch.

Er bezeichnet sich als Prittrichinger Urgestein

Peter Ditsch, der sich selbst als Prittrichinger Urgestein bezeichnet, hat die kommunalpolitische Arbeit als Geschäftsstellenleiter der Gemeindeverwaltung von 1982 bis 2002 kennengelernt. In dieser Zeit hat er als Schriftführer bei den Gemeinderatssitzungen Einblick in die politischen Abläufe erhalten. So war es fast eine logische Folge, dass der Kommunalpolitiker mit Leib und Seele in seiner Heimatgemeinde zum Bürgermeister und in der Folge zum Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft Prittriching-Scheuring gewählt wurde. Seit 2002 ist er auch Mitglied des Kreistags und fungiert seit über zehn Jahren als stellvertretender Landrat.

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„Es hat sich in dieser Zeit viel verändert“, sagt Ditsch und zielt dabei vor allem auf das zwischenmenschliche Miteinander der Bürgerschaft und den Amtsträgern sowie der Verwaltung ab. „Es hat früher noch mehr gemenschelt“, so der Bürgermeister rückblickend. Heute sei alles viel formeller und der Einzelne schaue doch spürbar mehr auf seine eigenen Interessen. Er will diese Feststellung aber nicht als Klage verstanden wissen. Vielmehr habe ihm die Arbeit für die Gemeinde und den Kreis doch viel Erfüllung und Zufriedenheit gebracht.

Er schätzt einen respektvollen Umgang

Projekte anzustoßen, bei der Entwicklung der Gemeinde aktiv an entscheidender Stelle mitgestalten zu können und dabei aber auch immer respektvoll mit seinem Gegenüber umzugehen, das sei in all den Jahren seine Antriebsfeder gewesen. „Das Wohl der Gemeinde steht ganz oben, alles andere muss sich unterordnen“, sagt Ditsch. So habe er während seiner Amtszeit keine Liegenschaft in der Gemeinde ausgelassen, wo nicht renoviert, instandgesetzt oder neu gebaut worden wäre. Darauf habe ihn, so sagt Peter Ditsch, ein langjähriger Weggefährte aufmerksam gemacht.

Vor sich hat der Bürgermeister eine seitenlange Aufstellung liegen, in der auf der Zeitschiene viele Projekte der vergangenen Jahre gelistet sind. Beispielhaft nennt er daraus die Schule, den Kindergarten, die Einrichtung der Wasserwacht im Freibad sowie die Friedhöfe und die Feuerwehren in Prittriching und Winkl. Für beide Ortsteile wurde Anfang der 2000er-Jahre die Wasserversorgung neu geregelt und mit dem Bau des Wasserwerkes 2013 wurde zusammen mit der Verbandsgemeinde Scheuring durch den Beitritt zum Zweckverband Lechfeld auch die Notversorgung sichergestellt.

Der Glasfaserausbau ist ihm wichtig

Mit der Ansiedlung eines Supermarktes konnte die Nahversorgung verbessert werden, Ortsverbindungsstraßen wurden gebaut und in jüngster Zeit wurde der Dorfplatz mit den angeschlossenen Ortsstraßen neugestaltet. Als sehr wichtig für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde bezeichnet Ditsch den Glasfaserausbau, der aktuell mit einer Leistung bis zu einem Gigabit vorangetrieben werde. Trotz anfänglicher Skepsis und Kritik an den Plänen wurde die Rathaussanierung mit dem Neubau der Apotheke umgesetzt, ein Großprojekt mit einem Kostenrahmen von rund fünf Millionen Euro. „Die Finanzierung des Rathauskomplexes trägt sich durch die Vermietungen selbst“, sagt der langjährige Bürgermeister. Nun suche er aber noch einen adäquaten Mieter für die Räume der im Rathausanbau II, dort wo früher die Physiotherapie untergebracht war. Damit soll, so hofft Ditsch, die medizinische Versorgung abgerundet werden.

Auch wenn das Ende seiner Amtszeit absehbar ist, so will der 60-Jährige doch noch einige Dinge auf den Weg bringen. So soll beispielsweise das Warmfreibad technisch zukunftsfähig ausgestaltet werden und für den Lückenschluss der Wasserversorgung zwischen Prittriching, Winkl und der Nachbargemeinde Scheuring sollen die vertraglichen Voraussetzungen geschaffen werden.

Und wer wird sein Nachfolger?

Noch völlig offen sei seine Nachfolge auf dem Bürgermeistersessel. Es würden zwar in der Öffentlichkeit Namen genannt, sagt Ditsch, aber keiner der Personen habe sich bisher offiziell dazu bekannt. „Deshalb werde ich mich dazu nicht äußern“, so der Bürgermeister.

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