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Pürgen

21.11.2019

Bürgermeisterwahl: Überraschung bei der Nominierung in Pürgen

Das Rathaus in Pürgen von Süden aus fotografiert. Eigentlich wollten sich vier Kandidaten um das Amt des Bürgermeisters bei den Wählern bewerben. Doch mittlerweile sind nur noch zwei im Rennen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Stefan Folk ist in der Aufstellungsversammlung in Pürgen der einzige Bürgermeisterkandidat. Dennoch wird er nicht gewählt. Warum nur noch zwei von vier Kandidaten im Rennen sind.

Stefan Folk hatte ein klares Ziel: Er wollte Klaus Flüß als Bürgermeister in Pürgen beerben. Die Chance, dass er von der Dorfgemeinschaft Pürgen nominiert wird, galt als sehr hoch. Denn er war der einzige Kandidat, der im Hauptort der Gemeinde bei der Aufstellungsversammlung angetreten war. Doch dann erlebte der Maler- und Lackierermeister in seiner Heimatgemeinde eine unangenehme Überraschung.

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Zwar kam in der Versammlung von einem Teilnehmer der kurzfristige Vorschlag, Hans-Peter-Rehm solle ebenfalls antreten, der blieb jedoch dabei, dass er nur in Lengenfeld kandidieren wolle. Obwohl Folk der einzige Bewerber war, scheiterte er mit seinem Anliegen, sich nominieren zu lassen. Hintergrund ist, dass der Kandidat mindestens 50 Prozent der abgegebenen, gültigen Wahlstimmen erhalten muss. Auf ihn entfielen aber nur 55 der 129 gültigen Stimmen.

War es eine gezielte Aktion?

Auf Nachfrage des LT sagt Folk, dass er die Dynamik des Themas wohl unterschätzt habe. „Das war ganz klar eine organisierte Aktion. Ich habe mich im Vorfeld vielleicht zu sehr darauf verlassen, dass es klappt und selber zu wenig Unterstützer mobilisiert.“ Wer genau seine Nominierung verhindern wollte, dazu will sich Folk nicht äußern. „Ich möchte nicht nachtreten. Aber ich finde es sehr ärgerlich, dass sie keinen Gegenkandidaten ins Rennen geschickt haben. Jetzt steht der größte Ortsteil ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten da.“

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Stefan Folk
Bild: Thorsten Jordan

Folk hat sich nach den Ereignissen von seinem Ambitionen, Bürgermeister zu werden, verabschiedet. Ausgestiegen aus dem Kampf um den Rathaussessel ist auch Tosso Geisenberger. Der Agraringenieur aus Lengenfeld hatte es zwei Mal versucht, von einer Dorfgemeinschaft nominiert zu werden. In Lengenfeld hatte er das Nachsehen gegen Hans-Peter Rehm. Geisenberger vereinte 32 Stimmen auf sich, sein Kontrahent 70. „Es ist eine demokratische Wahl und Hans-Peter Rehm konnte eben mehr Anhänger dazu bewegen, ihn zu wählen.“

Tosso Geisenberger
Bild: Julian Leitenstorfer

Zuvor war er bereits bei der ersten der vier Aufstellungsversammlungen in Ummendorf angetreten. „Weil es dort keinen eigenen Kandidaten gab, habe ich mir schon Chancen ausgerechnet.“ Doch es kam anders: Auch Stefan Folk und Wilfried Lechler aus Stoffen wollten die Chance nutzen. Zudem wurden bei der Versammlung noch zwei Ummendorfer vorgeschlagen, die aber beide nicht bereit waren, zu kandidieren. Am Ende setzte sich Lechler mit 20 Stimmen klar durch. Die beiden anderen Mitbewerber erhielten jeweils fünf Stimmen. Dass er in Ummendorf angetreten ist, begründete Lechler mit der Geschichte. „Stoffen und Ummendorf sind etwas enger miteinander verbunden und hatten bis 1990 eine gemeinsame Liste.“ Auch in seinem Wohnort Stoffen bewarb sich der Agrarbetriebswirt. Einen Gegenkandidaten gab es in dem Ortsteil nicht und auch keine Überraschung. 79 Wähler stimmten für ihn, drei enthielten sich und sieben votierten gegen ihn.

Wilfried Lechler
Bild: Thorsten Jordan

Auch wenn er sich in Ummendorf und Stoffen die Unterstützung der Dorfgemeinschaften sichern konnte, sieht sich Wilfried Lechler nicht als Favorit. „Der Ausgang ist völlig offen. Natürlich gibt es zwischen den beiden verbliebenen Kandidaten viele inhaltliche Gemeinsamkeiten bei den Großprojekten, die anstehen. Aber ich denke, dass es jenseits dessen noch ausreichend Themen gibt, bei denen ich punkten kann.“ An Umweltthemen denke er da beispielsweise. Konkreter werden wolle er dazu aber erst im Januar oder Februar. Sein Gegenkandidat Hans-Peter Rehm geht ebenfalls davon aus, dass die Entscheidung offen ist. „Nach den überraschenden Ereignissen in Pürgen wird der Ortsteil wohl den Ausschlag geben, wer ab 2020 im Rathaus sitzt.“

Hans-Peter Rehm
Bild: Thorsten Jordan


Wer auch immer Bürgermeister wird, wird nach der Wahl auch einen stark veränderten Gemeinderat vorfinden. Die Hälfte der 16 Räte in Pürgen hört auf. In Stoffen, Ummendorf und Pürgen wurden jeweils 16 Bewerber nominiert. In Lengenfeld waren es 14. Um die Maximalzahl an Plätzen aufzufüllen, wurden die beiden Spitzenkandidaten in Lengenfeld doppelt aufgelistet. Das kann von Vorteil sein, erklärt Gerhard Strauß, Wahlleiter in Lengenfeld und Zweiter Bürgermeister von Pürgen. „Wenn jemand sein Kreuz bei der Liste der Dorfgemeinschaft macht und nicht bei den einzelnen Kandidaten, dann erhalten sie die doppelte Stimmzahl, was ihre Chancen erhöht, in den Gemeinderat zu kommen“, so Strauß.

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