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Landkreis Landsberg

18.12.2020

Corona-Impfungen: Im Landkreis Landsberg fehlt nur noch der Impfstoff

Noch in diesem Jahr sollen in Deutschland die ersten Impfdosen zur Verfügung stehen.
Bild: Greame Robertson/dpa

Plus Der Ministerpräsident hofft, dass noch in diesem Jahr mit den Corona-Impfungen in Bayern begonnen wird. Im Landkreis Landsberg ist man bereit. Doch wer wird zuerst geimpft?

Im exklusiven Gespräch mit Gregor Peter Schmitz, dem Chefredakteur unserer Zeitung, hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ( CSU) die Hoffnung geäußert, noch in diesem Jahr mit den Corona-Impfungen in Bayern beginnen zu können. Im Impfzentrum des Landkreises am ehemaligen Fliegerhorst in Penzing könnte man eigentlich starten, sagt Landrat Thomas Eichinger (CSU). Es gebe zwar noch Probleme mit der Software, aber nächste Woche soll ein Probelauf stattfinden. Danach könnte geimpft werden. Nun steht auch fest, wer als erstes im Landkreis geimpft werden soll.

In diesen Tagen werden alle Landkreisbürger, die über 80 Jahre alt sind, ein Schreiben ihrer Gemeinde erhalten und darüber informiert, dass sie die ersten sein werden, die sich im Landkreis impfen lassen können. „Wir hoffen natürlich auch auf eine ausreichende Resonanz, dass genügend Menschen da sind, die sich impfen lassen wollen“, sagt Landrat Thomas Eichinger. Allerdings würden wohl auch nicht ausreichend Impfdosen für alle Personen dieser Bevölkerungsgruppe vorhanden sein.

Deutschlandweit würden rund 600.000 Dosen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech ausgeliefert, davon kämen rund 100.000 wohl nach Bayern, sagt Eichinger. Was dann im Landkreis verfügbar sein wird, werde nicht für alle Menschen über 80 reichen. Und wann werden andere Personengruppen geimpft? Thomas Eichinger sagt, das wisse man noch nicht genau. Das hänge auch davon ab, wann weitere Impfdosen anderer Anbieter zur Verfügung stehen.

Im Impfzentrum in den Gebäuden des Towers auf dem ehemaligen Fliegerhorst laufen die Vorbereitungen für die Corona-Impfung auf Hochtouren.
Bild: Landratsamt Landsberg

Im Impfzentrum im früheren Tower des Fliegerhorsts in Penzing laufen derweil die Vorbereitungen für den Tag X. Mit dem Betrieb des Impfzentrums im Landkreis sind die Johanniter Oberbayern beauftragt worden. Deren Mitarbeiter waren in den vergangenen Tagen mit den Vorbereitungen beschäftigt. Beim Probebetrieb werde mit einigen Mitarbeitern des Landratsamts der Ablauf vom Parken, Anmelden bis zum Impfen durchgespielt. Zum Einsatz sollen zwei stationäre und zwei mobile Impf-Teams kommen.

Über ein Infektmobil im Landkreis Landsberg wird diskutiert

Mobil im Einsatz war im Landkreis während der ersten Corona-Welle ein Infektmobil, dessen Besatzung Covid-19-Patienten zu Hause versorgt hatte. Über die Wiederaufnahme von Infektambulanz und Infektmobil werde diskutiert, sagt Thomas Eichinger. Der frühere Versorgungsarzt des Landkreises, Dr. Markus Hüttl, der Infektambulanz und Infektmobil aufgebaut hat, ist mittlerweile wieder für das Landratsamt als sogenannter Pandemiearzt tätig. Er helfe dabei, Abläufe im Klinikum, in Seniorenheimen und anderen Einrichtungen an das aktuelle Geschehen anzupassen. Das sei nicht immer einfach: „Er fordert viele Veränderungen, die die Gewohnheiten aufbrechen.“ Allerdings wolle man den Landkreis, wie im Frühjahr, gut aufstellen und der Entwicklung nicht hinterherlaufen.

Aufgrund des Katastrophenfalls werde das Landratsamt in den Einrichtungen genauer hinschauen, sagt Landrat Thomas Eichinger – in den eigenen Häusern und in anderen. Dazu zählt er auch das Klinikum in Landsberg. Es sei mittlerweile gelungen, das Klinikum so umzustrukturieren, dass Betten für die Behandlung von Covid-19-Patienten freigehalten werden könnten. Der Schwerpunkt liege auf der Behandlung auf der Intensivstation.

Zwischen 100 und 150 Corona-Tests werden derzeit in einer Halle des ehemaligen Fliegerhorsts in Penzing durchgeführt.
Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Aktuell werde aber auch eine Möglichkeit gesucht, wie Patienten untergebracht werden, die keine akute klinische Behandlung mehr benötigten, aber noch infektiös seien. Zum Beispiel Covid-19-Patienten, die wegen ihrer Infektion nicht zurück ins Pflegeheim können. Derzeit laufen laut Eichinger Gespräche mit den oberbayerischen Nachbarlandkreisen, wo an die 40 solcher Patienten untergebracht werden können. Dafür geeignet wären psychosomatische Kliniken oder auch ein Hotel. „Das Problem ist aber auch hier das fehlende Personal.“

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