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Landsberg

11.10.2017

Damit die Stadt schön bleibt

Des neuen Franz Xaver Dengler Preises würdig: das Haus am Georg-Hellmair-Platz 382.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Verschönerungsverein lobt den Franz Xaver Dengler Preis für vorbildliche Sanierungen in der Altstadt aus. Warum außerdem nach den Ursulinen gesucht wird.

Der Verschönerungsverein Landsberg wird in diesem Jahr zum ersten Mal den Franz Xaver Dengler Preis verleihen. Namensgeber für diese Auszeichnung, die vorbildlich Sanierungen von Altstadthäusern würdigt, ist der frühere Stadtbaumeister Franz Xaver Dengler, der in der Zeit seines Wirkens unter anderem die nach dem Krieg abgebrannte Lechturnhalle zwischen 1947 und 1950 wieder aufbaute. Erste Preisträger sind die Bauherren Martin Schleske und Paul Stikkelorum. Sie überzeugten die Prämierungsgruppe mit ihrer Interpretation der baulichen Sanierung am Georg-Hellmair-Platz 382 (Schleske) und Hinterer Anger 326.

Axel Flörke, der Vorsitzende des Verschönerungsvereins, zu den Beweggründen, den Preis ins Leben zu rufen: „Wir erleben oft, dass Bauprojekte von perfekt gelungen bis hin zu dilettantisch durchgeführt werden.“ Die beiden Preisträger seien Vertreter erster Kategorie und werden ihre Projekte auch bei der feierlichen Preisverleihung am Sonntag, 22. Oktober, im Festsaal des Historischen Rathauses präsentieren und auch erklären. „Wir wollen damit würdigen, dass verschiedenste Bauaufgaben im Kontext historischer Umgebung individuell betrachtet und einer maßgeschneiderten Lösung zugeführt werden.“

Tuffstein im Englischen Garten

Ein weiteres Zukunftsprojekt kündigte er zum Jubiläumsjahr der Bayerischen Verfassung an, das im nächsten Jahr begangen wird: die Pflege und das Sichtbarmachen des Verfassungssteins im Englischen Garten. Der Tuffstein, dieses „erstaunlichste Verfassungsdenkmal in Bayern“ (Stadtheimatpfleger Dr. Werner Fees-Buchecker), fristet bislang doch eher ein Schattendasein in den Anlagen am Englischen Garten. Der Tuffstein soll nun gesäubert und der abgesunkene Sockel aus dem Erdreich gehoben werden. Fees-Buchecker hofft, auch auf eine Gravur mit Jahreszahl zu stoßen. Offenbar gibt es in Bayern nur wenige Städte, die über einen solchen Erinnerungsstein verfügen.

Eine schnelle Angelegenheit waren die Neuwahlen beim Verschönerungsverein. Dabei war Axel Flörke als Vorsitzender eigentlich mit dem Ziel angetreten, einen Nachfolger zu präsentieren. Nach der „überraschend gut besuchten“ Jahreshauptversammlung ging er, im Amt bestätigt und mit neuer Motivation ausgestattet in seine nächste Amtszeit. Seine neue Stellvertreterin Ursula Schaller wurde vor der Wahl noch schnell mündlich in den nun 104 Mitglieder zählenden Verein aufgenommen. Kassenwart ist Dieter Waschow, der die Aufgabe von der nach neun Jahren ausscheidenden Barbara Wolf-Riederich übernahm. Schriftführerin ist die Restauratorin Beate Brettschneider.

Eine Gruft als Herzensangelegenheit

Eine Herzensangelegenheit nahm Axel Flörke von der alten in die neue Amtsperiode: die Sanierung der Ursulinengruft in der Herkomerstraße. Die hohe Luftfeuchtigkeit sei unter anderem dafür verantwortlich, dass sich der Zustand der Grabsteine der dort beigesetzten Ordensfrauen von Jahr zu Jahr erheblich verschlechtere. Warum er sich speziell für dieses Thema so einsetze? Axel Flörke: „Es war zu Zeiten der Ursulinen ganz ungewöhnlich und selten, dass mitten in der Stadt Beisetzungen stattfanden.“ Dieser außergewöhnliche Ort sei es unbedingt wert, erhalten zu werden. Derzeit laufen klimatische Untersuchungen, ein Gutachten werde erstellt und dann könnte eigentlich, sofern die Haushaltsmittel dafür bereitgestellt werden, mit der Sanierung der Grabplatten begonnen werden.

Auch an den Ursulinenorden in Landshut, von dem die Landsberger Ordensfrauen einst abstammten, seien Flörke und seine Mitstreiter wegen einer Beteiligung herangetreten. Bei einem Besuch in Niederbayern seien sie aber zu spät gekommen: die Ursulinen hätten das dortige Kloster kurz zuvor aufgelöst und für immer verlassen. „Wir werden aber nicht aufgeben und weiter Kontakt zu den Ursulinen suchen“, versprach Flörke den Mitgliedern.

Nur von mäßigem Erfolg gekrönt sei bisher ein kostenloses Angebot des Vereins an Eigentümer von Altstadthäusern, Hausschilder zu erneuern. „Die Bereitschaft, Schilder kostenfrei wiederherstellen zu lassen, geht gegen Null.“ Dennoch wolle man auch da nicht aufgeben und am Ball bleiben.

Franz Xaver Dengler Preis Die Verleihung an Martin Schleske und Paul Stikkelorum findet am Sonntag, 22. Oktober, im Festsaal des Historischen Rathauses statt. Beginn ist um 17 Uhr.

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