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Landsberg

15.10.2020

Das Klinikum Landsberg schickt einen Stammzellenspender heim

Die Typisierung eines Stammzellenspenders dauert nur ein paar Minuten. Es werden wenige Milliliter Blut abgenommen sowie die Adressdaten der Spender erfasst.
Bild: Oliver Killig/dpa (Symbolbild)

Plus Patrick Sedlmeier ist ein potenzieller Knochenmarkspender. Als er sich deswegen im Landsberger Klinikum Blut abnehmen lassen will, wird er abgewiesen.

Patrick Sedlmeier aus Dettenschwang ist potenzieller Knochenmarkspender. Vor Kurzem wollte er sich im Klinikum in Landsberg Blut abnehmen lassen, da weitere Tests notwendig sind. Doch in der Notaufnahme erlebte er eine Überraschung: Er wurde abgewiesen.

Patrick Sedlmeier hatte sich vor über zwei Jahren bei der DKMS gemeinnützige GmbH (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) typisieren lassen. Die Gesellschaft vermittelt Stammzellenspenden an Patienten, die an Blutkrebs erkrankt sind, wie die DKMS informiert. Bei der Typisierung geht es um sogenannte Gewebemerkmale: Sie müssen bei Spender und Empfänger möglichst gleich sein, um eine Abstoßung der gespendeten Stammzellen zu verhindern. Die Suche nach einem geeigneten Spender gleicht laut DKMS der Suche nach der „Nadel im Heuhaufen“. Denn die Kombinationsmöglichkeiten der Gewebemerkmale seien sehr groß.

Der 21-jährige Patrick Sedlmeier aus Dettenschwang ist ein potenzieller Knochenmarkspender. Als er sich deswegen im Klinikum in Landsberg Blut abnehmen lassen wollte, wurde er abgewiesen.
Bild: Stephanie Millonig

Patrick Sedlmeier erhielt vor etwa drei Wochen Bescheid, dass er möglicherweise als Spender geeignet ist. Und er bekam, wie er erzählt, bereits abgepacktes Material für eine Blutentnahme. Dann kam vor Kurzem an einem Spätnachmittag eine Mail, er müsse tags darauf eine Blutprobe zur Post bringen und an die DKMS schicken. Eine Blutabnahme sei beim Hausarzt, einer Klinik oder bei klinischem Personal möglich, so der Hinweis in der E-Mail. Am nächsten Tag nach der Arbeit gegen 14 Uhr fuhr der 21-jährige Dettenschwanger mit seiner Mutter Sandra zur Notaufnahme nach Landsberg. Doch dort wurde er abgewiesen und auf den eigenen Hausarzt beziehungsweise auf die Bereitschaftspraxis verwiesen. Die Notfallpraxis öffnete jedoch erst um 18 Uhr und der Hausarzt hatte am Freitagnachmittag keine Sprechstunde, wie Sandra Sedlmeier sagt. Die 46-Jährige, die selbst seit 28 Jahren bei der DKMS registriert ist, war irritiert von der Abweisung.

So reagiert das Klinikum Landsberg auf den Fall des jungen Mannes

Letztendlich fand sich ein Mediziner mit Sprechstunde in Utting, der Patrick Sedlmeier Blut entnahm und es kam auch rechtzeitig bei der DKMS an. Jetzt stehen weitere Tests aus, ob der junge Mann aus Dettenschwang wirklich der geeignete Spender sein kann.

Warum wurde Patrick Sedlmeier am Klinikum abgewiesen? Das Landsberger Tagblatt hat bei Pressesprecherin Regina Miller nachgefragt: „Es tut uns natürlich sehr leid, dass wir dem Herrn an diesem Tag nicht weiterhelfen konnten, da er mit seiner Knochenmarkspende für die DKMS ja einen sehr guten Zweck erfüllt“, sagt Miller. Sie verweist jedoch darauf, dass es sich um eine zentrale Notfallambulanz handelt. „Wir behandeln dort Notfälle, die dringend medizinisch versorgt werden müssen. Und unsere Notaufnahme ist oft sehr, sehr voll.“ Eine solche Blutentnahme sei rein rechtlich in der Notaufnahme nicht möglich, da diese Leistung den niedergelassenen Ärzten vorbehalten sei.

Es passiert öfter, dass potenzielle Spender weitergeschickt werden

Wenn bei der DKMS als potenzielle Stammzellspender registrierte Menschen aufgrund ihrer Gewebemerkmale als tatsächliche Stammzellenspender für einen konkreten Patienten in die engere Auswahl kämen, seien weitere Laboruntersuchungen notwendig, die im Rahmen einer sogenannten Bestätigungstypisierung (Confirmatory-Typing) durchgeführt würden, erläutert eine Sprecherin der DKMS.

Zu diesen Untersuchungen gehöre auch eine aktuelle Blutprobe des Spenders. „Um es dem Spender hierbei so einfach wie möglich zu machen, senden wir ihm das entsprechende Blutentnahme-Kit zu.“ Auf diese Weise seien die Spender flexibel und könnten sich zur Blutentnahme beispielsweise an ihren Hausarzt wenden, an Kliniken oder das Rote Kreuz. Grundsätzlich könne dem Spender auch an jeder dieser Stellen Blut abgenommen werden. „Unsere Spender haben damit auch weitestgehend positive Erfahrungen gemacht.“ Es könne aber vorkommen, dass eine Klinik oder Notfallambulanz diese Leistung nicht erbringen wolle oder aufgrund bestimmter Regularien nicht könne, zum Beispiel, weil es sich aus Sicht des Krankenhauses nicht um einen Notfall handle.

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15.10.2020

Die Überschrift ist wieder mal viel zu dramatisch geschrieben. Im Endeffekt hat sich jemand nicht damit abfinden können, das der von ihm gewünschte Weg nicht möglich ist. Es erscheint mir zumindest klar das ich zum Blutabnehmen nicht in die Notaufnahme gehe. Das macht immer der Hausarzt. Aus meiner Sicht kein Artikel wert, und schon gar nicht mit einer Überschrift der eine falsche Meinung beim Leser bildet.

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16.10.2020

Aber wenn man dort in der Nähe ist, sollte es doch für medizinisches Personal eine Aktion von 1 Minute sein.
Es finden sich sowieso viel zuwenig Spender, da sollte das Krankenhaus dann seinen Teil dazu beitragen, dass es die Blutabnahme kurzfristig durchführt.

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