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Dießen

27.06.2020

Das ist derzeit die prominenteste Baustelle in Dießen

Besonders eng geht es derzeit an dieser Stelle der Dießener Hofmark her: Jens Lengewitz und Julia Flach bauen dort ein altes Haus um.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Jens Lengewitz und Julia Flach haben eine besondere Immobilie gekauft. Jetzt haben sie an der verkehrsreichsten Straße Dießens eine große Baustelle. Vom Leben in der Hofmark, die ein ganz spezielles Flair hat.

Noch etwas enger als sonst geht es seit einiger Zeit in der Herrenstraße und Hofmark in Dießen zu: Genau im Bereich der Kurve in der Hofmark ragen ein Kran und die Fahrzeuge der Handwerker in die viel befahrene Straße: Dort befindet sich momentan die wohl am besten sichtbare Baustelle in der Marktgemeinde. Jens Lengewitz baut dort ein altes Haus um, in dem er seit sechs Jahren mit seiner Lebensgefährtin Julia Flach lebt.

Vorab gleich die Information für alle Autofahrer, die die Baustelle regelmäßig passieren: Die Engstelle mit derzeit nur einer Fahrspur wird voraussichtlich noch bis Freitag, 10. Juli, bestehen, bis dahin wird noch der Kran gebraucht, erklärt der Bauherr. Das Gerüst am Haus werde freilich noch länger stehen bleiben, bis neben den Dach- auch die Putz- und Malerarbeiten an der Fassade abgeschlossen sind.

Auf den ersten Blick keine ganze einfache Immobilie

Das Haus in der Hofmark-Kurve stand lange zum Verkauf. Auf den ersten Blick ist es keine so ganz einfache Immobilie: Ganz nah an einer der verkehrsreichsten Straßen der Marktgemeinde erstreckt sich das gerade mal 300 Quadratmeter große Grundstück über das steile Gelände unterhalb der Klostermauer. Aufgefallen sei es ihm und seiner Freundin erstmals 2010: „Wir hatten uns schon eine Menge angeschaut, aber das war alles nichts“, erinnert sich Lengewitz, „dann waren wir auf dem Dießener Weihnachtsmarkt und als wir runtergegangen sind, haben wir das Schild ,zu verkaufen’ gesehen.“

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Zunächst war das Haus Lengewitz noch zu teuer, doch dann wurde der Kaufpreis reduziert und schließlich stand 2013 fest: Statt eines Einheimischen-Bauplatzes in seinem Heimatort Issing entschied sich Lengewitz für den sanierungsbedürftigen Altbau in der Hofmark. „Wie kann man dieses Haus renovieren?“, diese Frage habe er öfter gehört, erzählt Lengewitz, aber damit könne er leben, denn das Haus in der Kurve konnte bei ihm und seiner Lebensgefährtin insbesondere mit zwei Eigenschaften punkten: dem Seeblick vom obersten Stockwerk und mit der Atmosphäre eines historischen Stadthauses mit beeindruckenden Raumhöhen von 3,20 und 2,90 Metern, wie Lengewitz erzählt. Nach einer ersten Teilsanierung zogen Lengewitz und seine Lebensgefährtin 2014 ins Erdgeschoss ein. Dann blieb erst einmal alles so, wie es war. Nur die Tanne, die ganz dicht an der Ostseite des Hauses stand und den Seeblick schmälerte, wurde irgendwann gefällt.

Der First wurde gedreht

Doch so sollte es nicht bleiben: Jetzt folgen Umbau und Erweiterung. Der südliche, bislang eingeschossige Anbau – ursprünglich ein Holzschuppen, heute das Wohnzimmer – ist aufgestockt worden. Da sich damit das Haus nicht mehr über die längere Seite von Osten nach Westen, sondern von Süden nach Norden erstreckt, wurde die Firstrichtung entsprechend geändert. Als eine Art Wiederkehr bestehen bleibt jedoch der Giebel zur Hofseite, erklärt Lengewitz. Nach dem Umbau werde das Haus 190 Quadratmeter Wohnfläche aufweisen.

Bild: Thorsten Jordan

Die Hofmark ist eines der am ältesten bebauten Viertel in der Marktgemeinde. Die Straßenbezeichnung weist darauf hin, dass dieser Bereich nicht mehr zum eigentlichen Markt Dießen, sondern zu St. Georgen gehört. Das Dorf oberhalb war von Dießen getrennt bis 1803 als Klosterhofmark ein eigener Rechtsbezirk. Die Hofmark als Teil von St. Georgen reicht vom Baab-Haus neben dem Taubenturm bis zur heutigen Polizeiinspektion. Die Hofmark war früher ein Viertel, in dem zahlreiche Geschäfte und Handwerker ansässig waren. Lengewitz’ Haus mit der ursprünglichen Hausnummer 8 1/2 gehört zu den jüngeren Anwesen in der Hofmark: Laut Dießener Häuserbuch wurde das Haus offenbar 1878 zusammen mit einer Drechslerwerkstatt errichtet.

Die Straße hat "etwas Mediterranes"

Seit sechs Jahren wohnen Lengewitz und Flach in der Hofmark. Wie lebt es sich dort? „Es hat etwas Mediterranes“, sagt der 36-Jährige Elektroniker und Software-Entwickler, und meint damit augenzwinkernd auch den regen Straßenverkehr, der, etwa wenn sich zwei Lastwagen begegnen, manchmal auch den Gehweg beansprucht. Allerdings: Im Haus schützen Schallschutzfenster die Bewohner vor den Verkehrsgeräuschen und hinterm Haus, an der Südostseite und Richtung Klostermauer, gibt es auch auf dem Grundstück relativ lärmgeschützte Bereiche, ein Vorteil, der sich aus der städtisch engen Bebauung der Hofmark ergibt.

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