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Landsberg

13.08.2019

Das schönste Amt im Landsberger Stadtrat

Stadtrat Harry Reitmeir (CSU) am Schild für die Partnerstädte der Stadt Landsberg.
Bild: Stephanie Millonig

Harry Reitmeir ist Referent für die Städtepartnerschaft. Besonders mit dem italienischen Rocca di Papa verbindet ihn einiges.

Wer als Kind jede Ferien mit Giuseppe und Giovanni Fußball spielt, tut sich leicht mit der italienischen Sprache. Als Referent für Städtepartnerschaft im Landsberger Stadtrat kommt Harry Reitmeir dies zugute. Mit einem Verein will er Aktivitäten in Sachen Städtepartnerschaft intensivieren. Der 52-jährige erzählt, dass ihn Sprachen immer schon fasziniert haben und er als junger Mann sogar überlegte, in diese Richtung zu studieren.

Schon als Kind oft in Italien

Der kleine Harry hatte den Vorteil, dass eine angeheiratete Tante aus Triest stammte und eine Ferienwohnung am Gardasee hatte, in der auch die Reitmeirs Ferien verbrachten. Auch seine Großmutter habe gut Italienisch gesprochen, erzählt Harry. Dem Buben und später Jugendlichen ging es aber nicht nur darum, ein paar Worte zu radebrechen, er lernte mit seiner Tante und nahm, als es am Gymnasium möglich war, Wahlunterricht in der romanischen Sprache. „Das war in der sogenannten nullten Stunde um 7.15 Uhr.“ Er habe auch viel gelesen.

Heuer gab es auch ein tragisches Ereignis in der italienischen Partnerschaft

So spricht er flüssig italienisch und kann beim Austausch mit italienischen Gästen oder beim Besuch in Rocca di Papa als Mittelsmann fungieren. Er müsse aber immer wieder in die Sprache reinkommen, erzählt Harry, „ich habe nicht die Praxis“. Und er sei auch kein Übersetzer und mache sicherlich auch Fehler, aber bei Gottesdienst für Emanuele Crestini habe er in der Kirche eine Ansprache auf Italienisch gehalten. Der Bürgermeister der italienischen Partnerstadt war am Pfingstmontag bei einer Gasexplosion im Rathaus schwerstverletzt worden und einige Tage später gestorben. Wegen des Unglücks entfiel heuer auch die Feier zum 30-jährigen Bestehens der Partnerschaft aus. Ein Gedenken mit Vertretern der Partnerstädte aus Saint Laurent du Var (Frankreich), Waldheim (Sachsen) und Siófok in Ungarn wurde im Juli begangen.

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Reitmeir ist sehr sprachbegabt

Mit Französisch als Abiturfach und Englisch als Berufssprache – Harry Reitmeir ist Manager bei McDonald’s – fällt ihm auch in Hudson, der Kulturpartnerstadt Bushey oder Saint Laurent du Var die Konversation nicht schwer. Nur im ungarischen Siófok muss Harry Reitmeir passen, aber viele Ungarn sprächen Deutsch.

Jetzt gibt es einen Förderverein für die Städtepartnerschaft

„Ich mag Menschen und wenn man die Sprache nicht kann, kommt man nicht in Kontakt.“ Bei einem Verwandschaftsbesuch im Polen sei ihm das so gegangen, dass ein gemeinsames Gespräch kaum möglich war. Für Reitmeir ist der Referent für die Städtepartnerschaft „das schönste Amt“ im Stadtrat. Er habe schon den Spitznamen „Außenminister“ wegen seines Engagements in dieser Hinsicht. Bei Besuchen der Gäste aus den anderen Städten Gastfamilien suchen zählt dazu und natürlich hier ein Programm zu organisieren. Möglich gemacht wurde auch ein Schüleraustausch mit Hudson. „Zwei Landsberger Schüler waren im Winter vier Monate in den USA und drei junge Amerikaner heuer vier Wochen in Landsberg in der Schule.“ Diese Austausche sollten weitergeführt werden, er habe schon 14 Bewerbungen von Landsberger Schülern.

Und welche Sprache ist ihm nur die liebste?

Harry Reitmeir will die Städtepartnerschaften auch weiterhin lebendig halten und hat dazu einen Förderverein gegründet. Weiter im Vorstand sind seine Stadtratskollegen Axel Flörke als Zweiter Vorsitzender und Hubert Schlee als Schriftführer. „Wir wollen auch junge Leute für die Städtepartnerschaft begeistern, sagt Reitmeir. 31 Schüler aus Siófok seien im März bei Gastfamilien untergebracht worden, erzählt er und man habe unter anderem gemeinsam die Landsberger Wiesn besucht. Vergangenen September seien 15 Landsberger Schüler in Saint Laurent du Var gewesen und hätten beim dortigen Stadtfest Musik gemacht. Der Verein versuche auch, Sponsoren zu finden, um beispielsweise Zuschüsse für einen Flug nach Hudson zum dortigen Weihnachtsmarkt geben zu können. Aus Hudson seien bereits 35 Leute im Juni in Landsberg gewesen. Über das persönliche Kennenlernen der Menschen will Harry Reitmeir Interesse an der Städtepartnerschaft wecken. Er setzt auch darauf, dass sich weitere Landsberger in dem Förderverein engagieren, der jetzt 20 Mitglieder hat. Städtepartnerschaft muss für ihn aber auch lebendig sein. Und mit Failsworth in England sei dies nicht der Fall. Zwei Mal habe er dort angefragt, aber der dortige Verein habe sich aufgelöst und Reitmeir fragt sich, ob nicht die Städtepartnerschaft mit dem englischen Ort aufgegeben werden sollte. Er weiß, dass es in den 1980er- und 90er-Jahren einen regen Austausch gegeben habe, „ aber jetzt reiten wir ein totes Pferd“.

Die letzte Frage zur für ihn schönsten Sprache lässt Harry Reitmeir offen: „Französisch ist elegant, Italienisch melodiös ...“

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