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Denklingen

12.09.2019

Denklingen plant einen Kindergarten mit Bobbycar-Parcours

Der geplante Kindergarten in Denklingen soll einen Bobbycar-Parcours erhalten.
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbolfoto)

In Denklingen wird eine neue Kindertagesstätte gebaut. Sie soll rund 6,2 Millionen Euro kosten. Worauf sich der Nachwuchs freuen darf.

Die Kinder in Denklingen können sich auf ein wohl einzigartiges Angebot im Landkreis freuen: Im Garten der Kindertagesstätte, die im September 2021 in Betrieb gehen soll, wird es dann eine Strecke für Bobbycars geben, auf der sie Runde um Runde drehen können. Die Pläne für die Fläche zwischen der Birken- und der Hauptstraße wurden der Öffentlichkeit erstmals im Gemeinderat vorgestellt. Vorgesehen sind auch eine Tankstelle und ein Carport für die kleinen roten Flitzer. Zudem sind ein Sand- und Matschspielplatz, ein Barfußpfad mit verschiedenen Materialien als Untergrund und mehrere Spielgeräte in den Planungen des Landschaftsarchitekten vorgesehen.

Bis zu 160 Kinder sollen untergebracht werden

Insgesamt rund 3500 Quadratmeter ist die Fläche nördlich der Dorfstraße groß, auf der die neue Kindertagesstätte entsteht. In den drei Krippen- und fünf Kindergartengruppen sollen bis zu 160 Kinder betreut werden. Bislang stand im Raum, dass das Projekt wohl 5,2 Millionen Euro kosten werde. In der Sitzung des Gemeinderats wurde nun die Summe von 6,2 Millionen Euro genannt. Die Gemeinderäte segneten die Summe ab. Die Differenz begründet Geschäftsstellenleiter Johann Hartmann so: „Die 5,2 Millionen Euro sind eine Zahl, die nur auf Erfahrungen beim Bau von Kindertagesstätten mit vergleichbarer Größe anfielen. Jetzt liegt erstmals eine Berechnung für unsere Einrichtung vor.“

Das Gebäude wird teilweise unterkellert

Teurer als geplant macht das Projekt unter anderem, dass das künftige Gebäude nun doch teilweise unterkellert wird, wie Anne-Kathrin Eder vom beauftragten Architekturbüro informierte. Ursprünglich sollte ebenerdig gebaut werden „Wir haben in den Gesprächen mit dem Träger gemerkt, dass der Raumbedarf größer als angenommen ist. Der vorgesehene Platz reichte nicht, um die gewünschten Lagerräume und die Haustechnik unterzubringen.“ Träger ist das Bayerische Rote Kreuz.

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Noch handelt es sich bei den 6,2 Millionen Euro um eine Kostenschätzung, auch wenn Architekt Alexander Müller in der Sitzung sagte, dass die Berechnungen bereits vergleichsweise detailliert vorgenommen worden seien. Zudem wolle er die Gewerke so schnell wie möglich ausschreiben, um endgültige Zahlen zu bekommen.

Vergleich mit einem Gefängnis

Gemeinderätin Regina Wölfl kritisierte die Gestaltung der Fassade mit Holzlamellen. „Ich bin erschrocken, das sieht aus wie Gitterstäbe. Wir bauen eine Kindertagesstätte und kein Gefängnis.“ Ratskollegin Anita Gropp erwiderte, dass es sich dabei um die Rückseite handle, die Vorderseite des Hauses sei offen und ansprechend gestaltet. Bürgermeister Andreas Braunegger sagte, dass es zum Thema Fassadengestaltung „noch einmal Gespräche“ geben werde und der vorgestellte Entwurf „nicht final“ sei.

Im Erdgeschoss der neuen Einrichtung sind die Krippenkinder, der Mehrzweckraum sowie die Küche untergebracht. Das Obergeschoss beziehen die Kindergartenkinder. Zudem wird es dort einen Ruheraum geben, in den sich Kinder zurückziehen können, die eine Auszeit brauchen. Dass das Gebäude zwei Etagen hat, ist der Tatsache geschuldet, dass die Gemeinde so ausreichend Freiflächen zum Spielen im Freien nachweisen kann. An beiden Enden des Gebäudes werden Treppen angebracht, die zwei Funktionen erfüllen. Zum einen dienen sie als Fluchtweg und zum anderen ermöglichen sie den direkten Zugang zum Garten für die Kindergartenkinder. Zudem soll ein Aufzug eingebaut werden.

Zur Not werden Elektroöfen eingesetzt

Die Energieversorgung der geplanten Kindertagesstätte soll über eine Hackschnitzelanlage erfolgen. Diese entsteht im Zuge des Neubaus des geplanten Bürger- und Vereinszentrums. „Je mehr Abnehmer es bei der Anlage gibt, desto besser“, sagte Architekt Müller. Im Gemeinderat kam die Frage auf, ob sich die beiden Bauvorhaben so ergänzen, dass die Hackschnitzelanlage rechtzeitig in Betrieb geht für die Betreuungseinrichtung. Müller verwies darauf, dass die Außenhülle des Gebäudes sehr hohe Energiestandards erfülle. „Zur Not stellen wir einen Winter Elektroöfen in die Räume. Das haben wir bei der Sanierung der Mittelschule in Buchloe schon mal gemacht und es hat sehr gut funktioniert“, sagte der Architekt in der Sitzung. Die Planer schlagen zudem eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach vor, die 68.000 Kilowattstunden im Jahr liefern soll.

Das Backhaus wird Ende September begutachtet

Noch unklar ist, was mit dem denkmalgeschützten Backhaus passiert, das noch auf dem Gelände steht. Die Gemeinde will es abreißen. 12.000 Euro muss Denklingen aber erst einmal ausgeben, damit das Backhaus so weit abgesichert und entrümpelt wird, dass ein Statiker das Gebäude gefahrlos begehen und begutachten kann. Die Begutachtung soll am 25. September erfolgen, wurde in der Gemeinderatssitzung bekannt.

Die bestehende Einrichtung wurde mehrfach erweitert, deswegen fiel vergangenes Jahr die Entscheidung für den Neubau. „Es war eine bewusste Entscheidung, etwas großzügiger zu planen, damit wir uns in ein paar Jahren nicht schon wieder mit der Frage einer möglichen Erweiterung beschäftigen müssen“, sagte Bürgermeister Andreas Braunegger kürzlich gegenüber unserer Zeitung.

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