1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Der Bischof und der neue Altar

Weil

22.05.2017

Der Bischof und der neue Altar

Bischof Konrad Zdarsa salbt den neuen Altar der Pfarrkirche St. Mauritius in Weil mit Chrisam. Um die liturgischen Gewänder zu schützen, trägt er eine Schürze. Dem festlichen Hochamt schloss sich ein feierlicher Empfang im Pfarrgarten an.
Bild: Romi Löbhard

Konrad Zdarsa kommt zur Weihe nach Weil. Die folgt einem speziellen Ablauf.

Leicht, fast schwebend, zum lichten Charakter der Kirche passend, durchlässig zum Hochaltar und nicht mehr wie bisher, schwer und blickdicht – das ist das neue Ensemble Altar/Ambo in der Weiler Pfarrkirche St. Mauritius. Der helle Juramarmor, aus dem beides geschaffen wurde, passt gut zum Bodenbelag aus Solnhofener Platten. Im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamts weihte der zur Visitation anwesende Augsburger Bischof Konrad Zdarsa die beiden neuen liturgischen Einrichtungen.

Auftakt zu dem Fest war ein Kirchenzug. Bei strahlendem Sonnenschein zog angeführt von den Musikfreunden Geretshausen (Leitung Andreas Lederer) eine große Festgemeinde zum Gotteshaus. Weil nicht alle Gläubigen dort Platz finden konnten, bot die Pfarrei sogar eine Übertragung ins Pfarrheim an. In der festlich geschmückten Kirche und feierlich musikalisch gestaltet vom Organisten, Vorsänger und Chor Vox Villae, begannen die einer strikten Linie folgenden Rituale mit der Segnung des Taufwassers und der anschließenden Besprengung der Anwesenden. Mit der folgenden Segnung des neuen Ambos, um von hier aus den Wortgottesdienst beginnen zu können, wurden auch all jene gesegnet, die von dort das Wort Gottes verkünden, sowie alle Zuhörenden. So beschreibt die Liturgie den Vorgang. „Warum feiern wir eine Altarweihe?“

Darauf ging Bischof Konrad Zdarsa in seiner Predigt ein. Es sei wichtig, sich in der Kirche zu versammeln, so Zdarsa. Nur so könne die Liebe zu Jesus unter Beweis gestellt werden, nur so könne Jesus besser kennengelernt werden. Wer nach dem Auftrag der Kirche frage, meine immer sich selbst. „Wir sind Kirche“, sagte der Bischof, „es ist unser Auftrag, nach dem wir fragen.“ Die eigentliche Altarweihe begann mit der Allerheiligenlitanei. In einer kleinen Öffnung am Boden, direkt am Fuß des Altars, setzte Bischof Konrad anschließend Reliquien ein. Es sind heilige Überreste von St. Mauritius, dem Patron der Pfarrkirche Weil, sowie von Wolfgang und Rupert für die beiden Kapellen auf Weiler Flur, die diesen Heiligen geweiht sind. Mauritius lebte im dritten, Rupert im siebten und Wolfgang im zehnten Jahrhundert. Die Reliquien hatten Pilgergruppen der Pfarrei an ihren Aufbewahrungsorten in Saint Maurice, Regensburg und Salzburg abgeholt.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Der Markt Rettenbacher Bildhauer Joachim Kraus, der Altar und Ambo geschaffen hatte, verschloss das kleine „Grab“ sorgfältig, dann besprengte der hohe geistliche Besuch den Altar mit Weihwasser. Für die Salbung mit Chrisam ließ sich Konrad Zdarsa eine Schürze umbinden, um die liturgischen Gewänder zu schützen. Die nächste symbolhafte Handlung ist die Entzündung von fünf Dochten, die auf dem Altartisch zu kleinen Fackeln werden und den darauf verteilten Weihrauch zum Glimmen bringen. Dies soll das erste symbolische Opfer darstellen.

Erst nachdem der Weihrauch abgebrannt ist, kann der Altartisch für die Eucharistie gedeckt werden. Diese feierten Bischof Konrad Zdarsa, Pfarrer Martin Rudolph, Pfarrer Martin Bucher, Kaplan Michael Kammerlander und Diakon Alexander Toussaint in Konzelebration. Dem Hochamt schloss sich ein nicht minder festlicher Empfang im Pfarrgarten an, bei dem das persönliche Gespräch im Mittelpunkt stand und auch gepflegt wurde.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren