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Dießen

30.05.2019

Der Dießener Töpfermarkt mit lustigen Figuren und kunstvollen Gefäßen

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An Christi Himmelfahrt herrscht immer der größte Andrang beim Dießener Töpfermarkt. Traditionell werden die Ehrengäste – Bürgermeister und andere Politiker – mit dem Schiff in Herrsching abgeholt und mit einer Vorführung der Dießener Trachtenjugend begrüßt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Regen hat fast aufgehört, deshalb macht ein Rundgang über den Töpfermarkt mit Marktleiter Wolfgang Lösche Spaß. Was es Neues zu sehen gibt.

„Das Töpferhandwerk Europas versammelt sich hier am Ammersee“, sagt Marktleiter Wolfgang Lösche zur Eröffnung: 180 Aussteller aus 15 Ländern bieten von Christi Himmelfahrt bis Sonntag ihre Waren in den Dießener Seeanlagen an. Und traditionell führt Lösche die Ehrengäste zu ausgewählten Ständen, um verschiedene Bereiche der Keramikkunst zu erklären.

Mehr zum Thema Hochwasser lesen Sie hier. Die Schiffe müssen sanft an den Steg fahren

Die Technik liegt allem zu Grunde

Die Basis, dass Gestaltungsvorstellungen umgesetzt werden können, ist die Technik. Darum ein Stopp bei Ofenbauer Benjamin Rohde, dessen Unternehmen auch den mit 4000 Euro dotierten Keramikpreis stiftet. Bis auf 1320 Grad könnten die Öfen aufgeheizt werden, normale Brenntemperaturen lägen bei 1050 bis 1100 Grad, sagt Rohde, bei Keramik und Steinzeug gehe es bis auf 1280 Grad. „Hochgebrannte Ware ist dichter und frostsicherer“, erläutert Rohde. So war Steinzeug ab dem Mittelalter auch ein wichtiges Verpackungsmaterial, um Flüssigkeiten zu transportieren und zu lagern. Und Steinzeug aus dem Westerwald mit seinen großen Tonlagerstätten wurden weit gehandelt. Sogar Behälter für Züge seien geschaffen worden, erzählt Lösche

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Die Stände der Gegenwart

Nach dem Exkurs in die Vergangenheit geht es zu Ständen der Gegenwart – mit vereinzelt völlig entgegengesetzter Brenntechnik, dem Rakubrand. Wird beim klassischen Brand, wie Lösche erläutert, abgewartet bis der Scherben abgekühlt ist, werden bei der Rakutechnik die Gefäße mit Zangen glühend aus dem Ofen geholt und dann in Sägespäne gegeben: Die Glasur springt und es entsteht das typische Krakelee-Muster. Martin Mindermann, an dessen Stand Lösche führt, verwendet am liebsten Kiefernspäne, da durch das Harz eine besondere Färbung entsteht. Hier wird laut Lösches Ausführungen deutlich, wie stark der Gestaltungswille mit dem Wissen um technologische Prozesse verbunden ist. Filigrane Schwarzkeramik zeigt André von Marten, sehr individuelle Teekannen sind bei Pit Arens zu sehen und elegante Vasen, die nicht an der Töpferscheibe, sondern in der Fläche gearbeitet sind, bei Juliane Herden, um nur einige der Künstler die beim Rundgang besucht werden, zu nennen. Auch an den Stand der Koreanern Minsoo Lee und Bokyung Kim, die sich mit ihrer Werkstatt in Dießen

niedergelassen haben, führt Lösche.

Heuer gibt es elf neue Aussteller

Elf neue Aussteller sind heuer auf dem Markt zu finden. Insgesamt hatten sich 360 Aussteller beworben, wie Lösche erzählt. Der Töpfermarkt steht unter dem Stichwort „Kochen-Essen-Trinken“. Handwerkliche Keramik am heimischen Esstisch liegt laut Lösche wieder stark im Trend - weil es Mode ist, den Tisch mit ganz unterschiedlichen Tellern zu decken. Dafür bietet sich das Handwerk an, das individuelles und doch vom Typus gleiches Geschirr anfertigen kann.

Diese Mischung aus künstlerischen Einzelstücken und hochwertiger Gebrauchskeramik macht laut Lösche den besonderen Reiz des Dießener Töpfermarktes aus. Er ist ein Besuchermagnet weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, wie der Marktleiter ausführt. Vorführungen von beispielsweise Rakutechnik ergänzen das Angebot der Aussteller.

Öffnungszeiten 10 bis 18 Uhr.

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