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Landsberg

21.05.2015

Der Standort gilt als Perle

Hilti plant in nächster Zeit den Bau eines Parkdecks (rechts) mit vorgelagertem Empfangsbereich und ein neues Trainingscenter (links). Um für das Unternehmen Planungssicherheit hinsichtlich weiterer Bebauung zu schaffen, wird ein neuer Bebauungsplan aufgestellt.
Bild: Thorsten Jordan

Kaufering will Planungssicherheit für Hilti schaffen. Dazu wird jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt

 Aus zwei mach einen: Mit großer Mehrheit hat der Kauferinger Marktgemeinderat dem Entwurf des Bebauungsplans „Hilti“ zugestimmt und den nächsten Verfahrensschritt eingeläutet. Nach den Debatten in der vorausgegangenen Sitzung um mögliche Bauhöhen (LT berichtete), gab es diesmal versöhnlichere Töne aus dem Gremium.

Der Hilti-Konzern will seinen Standort in Kaufering in nächster Zeit kräftig aufmöbeln. Nicht nur ein neues Parkhaus und eine neue Pforte, sondern auch ein neues Trainingscenter im Westen des Firmen-areals soll entstehen. Allein in diese Bereiche investiert Hilti in seine Deutschland-Zentrale in absehbarer Zeit mehrere Millionen Euro. Um nicht nur im Hinblick auf das „Standortentwicklungskonzept 2020“ Planungssicherheit für die räumliche Entwicklung des Standorts zu haben, sollen eventuell vorgesehene bauliche Erweiterungen durch den neuen Bebauungsplan „Hilti“ planungsrechtlich abgesichert werden. Er besteht aus der ersten Änderung des Bebauungsplans „Hilti-Ost“ (erlassen im Jahr 2008) und der 18. Änderung des Bebauungsplans „Lechfeldwiesen I“, der aus den 60er-Jahren stammt.

Detaillierte Infos zum Entwurf des neuen Bebauungsplans gab es von Planer Till Fischer. Er informierte über die aktuell gültigen Festsetzungen auf dem insgesamt 16 Hektar großen Gelände und welche baulichen Entwicklungen in Zukunft dort möglich sind. Im südlichen Bereich in einer kleinen Parzelle am Bahndamm könnten demnach Gebäude mit bis zu 30 Metern Höhe entstehen. Ansonsten sei die Realisierung beziehungsweise Aufstockung von bis zu 25 Metern möglich. Wie der Planer erläuterte, würden die Veränderungen für die Anwohner in der Hiltistraße so gut wie keine Auswirkungen hinsichtlich von Sonneneinstrahlung haben. Lediglich in Wintermonaten würde die Verschattung bei Sonnenuntergang etwas früher einsetzen – wenn die zulässige Wandhöhe von 12,50 Metern bei den Firmengebäuden erreicht würde. „Laut Hilti sollen die möglichen Höhen aber nicht ausgeschöpft werden“, so Fischer.

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Wie berichtet, hatte es in der vergangenen Sitzung Kritik einiger Räte an den maximal zulässigen Bauhöhen gegeben. Vor allem GAL-Vertreter hatten Bedenken. Hans-Jörg Pilz hinterfragte in der jüngsten Sitzung einen hypothetischen Fall: Ob die Marktgemeinde vertraglich festhalten könnte, dass man bei einem möglichen Verkauf des Hilti-Areals einem neuen Besitzer vorschreiben könnte, die maximal erlaubten Bauhöhen nicht auszuschöpfen. Diesem Vorgehen widersprach Claudia Endres von der Bauverwaltung. Dies sei nicht möglich, da es sich nicht um ein neu zu bebauendes Areal handle.

Bürgermeister Erich Püttner (UBV) hielt ein langes Schlusswort und bezog dabei auch Stellung zu der jüngst am Ratstisch geäußerten Kritik. „Wenn man die Geschichte betrachtet, ist der Standort Kaufering für Hilti einer der wichtigsten im ganzen Konzern. Er gilt als Perle. In mehreren Gesprächen mit Geschäftsführung und Vorstand wurde mir das vermittelt.“ Die Befürchtung einiger Räte, dass irgendwann mal ein Großraumlager bei einer Abwanderung von Hilti in Kaufering ansässig werden könnte, teile er nicht. „Hilti ist stolz auf den Standort und will ihn weiterentwickeln. Die Vorstände verfolgen genau, was hier passiert, und ihnen ist es wichtig, dass das hier Hand in Hand läuft.“ Mit 21:3 Stimmen segnete der Marktgemeinderat den Bebauungsplanentwurf ab und beschloss die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Dort können Privatpersonen, Interessensträger, Behörden und Organisationen sich zu der Bauleitplanung äußern.

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