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Landsberg

14.11.2019

Der Weg fürs Landratsamt im Landsberger Osten ist frei

Der Landsberger Stadtrat hat dem Wunsch des Landkreises, an der Münchener Straße eine Außenstelle für das Landratsamt zu bauen, entsprochen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus An der Münchener Straße wird Baurecht für ein neues Landratsamt geschaffen. In Sachen Gesamtkonzept macht der Landsberger Stadtrat jedoch eine Kehrtwende.

Der Landsberger Stadtrat hat den Weg zum Neubau einer Außenstelle des Landratsamts auf dem Penzinger Feld am östlichen Stadtrand freigemacht. Mit 20:8 Stimmen wurde beschlossen, hierfür einen Bebauungsplan aufzustellen. Eine Kehrtwende vollzog der Stadtrat jedoch bei der Frage, ob das gesamte Penzinger Feld zu einem Gewerbegebiet entwickelt werden soll.

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Das ursprünglich vom Stadtrat gewünschte Gesamtkonzept für eine Gewerbebebauung auf dem kompletten Gebiet zwischen Münchener Straße und Autobahn wurde in der Sitzung einstimmig begraben. Dieser Entscheidung ging ein Beschluss in nichtöffentlicher Sitzung voraus, mit dem sich der Stadtrat mehrheitlich gegen einen Kauf des Ackers von den Dominikanerinnen aussprach, wie Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) berichtete.

Ohne selbst Eigentümerin der Grundstücke zu sein, solle die ins Auge gefasste städtebauliche Entwicklung nicht weiter verfolgt werden. Tags darauf berichtete der Oberbürgermeister weiter, die Konditionen (Preis, Tauschflächen) und die Tatsache, dass wertvolles Ackerland bebaut werden würde, hätten den Ausschlag gegeben, dass laut Mehrheitsbeschluss keine weiteren Grundstücksverhandlungen geführt werden sollten. Er selber sei aber durchaus dafür gewesen, die gesamte Fläche zu kaufen.

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Eine Außenstelle mit Option auf mehr

Nun werden wohl nur drei Hektar Ackerland ihren Besitzer wechseln, damit der Landkreis ein Verwaltungsgebäude an der Münchener Straße errichten kann. Darin sollen zunächst die ausgelagerten Dienststellen zusammengeführt werden – verbunden mit einer Option auf einen weiteren Bauabschnitt, der längerfristig auch eine komplette Verlagerung aus der Innenstadt an den Stadtrand ermöglichen könnte.

Wobei aber beispielsweise Christian Hettmer (CSU) einen zweiten Bauabschnitt als sehr langfristige oder gar unwahrscheinliche Perspektive sah: „Wenn Sie wissen, was das kostet, dann werden Sie abschätzen können, dass es eine ganz lange Zeit bei einem Bauabschnitt bleiben wird.“ „Es hat ja keinen Sinn, dem Schlüsselanger nachzutrauern“, meinte Dieter Völkel (SPD) mit Blick auf den vom Kreistag abgelehnten möglichen Erweiterungsstandort in der Stadt, „wir wollen aber, dass das Landratsamt innerhalb des Stadtgebiets erhalten bleibt.“ Ähnlich argumentierte Berthold Lesch (CSU): „Landsberg war immer der Sitz der staatlichen Verwaltung. Ich warne davor, dass sie irgendwann auf einem Dorfanger in Penzing oder Schwifting ist und sich alle kaputtlachen, wie schusselig der Stadtrat damals war.“

Sind solche Bauten in der Zukunft noch notwendig?

Einer, der dem Schlüsselanger durchaus nicht nachtrauert, ist Dritter Bürgermeister Axel Flörke (Landsberger Mitte). Ein Ausbau des Landratsamts in der Innenstadt sei schon aus Verkehrsgründen „unverantwortlich“, meinte er. Im Osten befinde man sich aber direkt an der Autobahn, und viele Landratsamtsbesucher kämen aus den Dörfern. Franz Daschner (UBV) hatte nur einen Einwand: „Was mir gar nicht passt, ist die Dimension, denn zu 40 Prozent bezahlt das die Stadt“, machte er mit Blick auf die Kreisumlage aufmerksam.

Für die Grünen erneuerte Moritz Hartmann das Nein seiner Fraktion gegen den Neubau am östlichen Stadtrand. „Gegen den Flächenfraß muss eine Kommune eine Vorbildfunktion übernehmen“, forderte er. Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte) fragte, ob es angesichts der fortschreitenden Digitalisierung noch solcher Verwaltungsbauten bedürfe. „Dank elektronischer Signaturen und Ausweisen mit Online-Funktion wird sich die Verwaltung komplett aus der Fläche zurückziehen“, prognostizierte er.

Bei der namentlichen Abstimmung lehnten neben Schulmeister auch die Grünen, die BAL und die ÖDP den Verwaltungsbau am Penzinger Feld ab. CSU, UBV, SPD und die übrigen Vertreter der Landsberger Mitte stimmten dafür.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Museum und Landratsamt: Mit Druck geht es doch

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