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FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae: "Konzeptlose Öffnungen werden vor Gericht kaum Bestand haben"
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Landsberg

24.01.2019

Der inhaftierte Rollstuhlfahrer ist wieder frei

Ein Rollstuhlfahrer aus Landsberg musste sich jetzt unter anderem wegen Nötigung vor dem Amtsgericht verantworten.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Ein 80-jähriger Rollstuhlfahrer hält seit Wochen Amtsgericht und Polizei auf Trab. Jetzt kommt der Prozess gegen ihn doch zustande. Der Mann hat eine Bitte an den Richter.

Der 80-jährige Rollstuhlfahrer, der Anfang Januar nicht zu einer Gerichtsverhandlung gekommen und ein paar Tage später verhaftet worden war, ist wieder in Freiheit. Das ist eines der Ergebnisse des nun am Donnerstagnachmittag stattgefundenen Prozesses gegen den Mann. Das andere ist ein bereits rechtskräftiges Urteil: Der Angeklagte wurde zu einer siebenmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wird.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 80-Jährigen Nötigung, Beleidigung, versuchte Sachbeschädigung und Körperverletzung vorgeworfen. Er sei mit seinem Krankenfahrstuhl im September 2017 mitten auf der Straße gefahren und habe einen Hund an der Leine geführt. Dadurch habe er zwei Autofahrer genötigt, die nicht an ihm vorbeifahren konnten. Bei einem anschließenden Streit soll der Angeklagte eine Frau beleidigt und mit seinem Rollstuhl gegen deren Schienbeine gefahren sein (LT berichtete mehrfach).

Lesen Sie dazu auch: Prozess-Schwänzer nun hinter Gittern

Darüber hätte bereits am 8. Januar verhandelt werden sollen. Doch der Mann erschien nicht zu dem Gerichtstermin. Auch die Polizei konnte ihn nicht finden. Daraufhin ordnete das Gericht an, einen ohnehin vorliegenden offenen Haftbefehl gegen den Mann zu vollziehen. Am Mittwoch vor einer Woche wurde der Mann auf der Straße gesehen und von der Polizei in Haft genommen. Die vergangene Woche musste der 80-Jährige in der JVA in Landsberg verbringen.

Nach dieser einwöchigen Gefängniserfahrung bat er in der Verhandlung nun, ihn vor einem weiteren Aufenthalt hinter Gittern zu verschonen. Das Gericht entsprach der Bitte. Die gegen ihn verhängte siebenmonatige Haftstrafe wurde auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt. In den nächsten zwei Jahren bekommt der Mann auch einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Außerdem muss er eine Geldauflage in Höhe von 600 Euro an den Tierschutzverein entrichten – in monatlichen Raten zu 25 Euro (ausführlicher Bericht folgt). (eh/ger)

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