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Teilraumgutachten

05.02.2015

Die Adresse einer Stadt

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Nicht alles, was im Rahmen der Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ diskutiert wird, kann auch umgesetzt werden. Dennoch lieferten die den Prozess begleitenden Studenten-Arbeiten wichtige Hinweise zum Beispiel zur Steigerung der Lebensqualität an der Augsburger Straße durch Innenhöfe oder lärmmindernde Positionierung von Gebäudekomplexen.
Bild: Thorsten Jordan

Masterstudenten präsentierten Überlegungen zur Neugestaltung des nördlichen Bereichs der Augsburger Straße in Landsberg

Die Augsburger Straße ist von Lärm geprägt, ausgelöst durch den Verkehr auf der nahen Autobahn A96, der Bahnlinie und dem Straßenverkehr selbst. Dabei bietet sie in ihrem nördlichen Teil tatsächlich gute Voraussetzungen, zum Boulevard Landsbergs zu werden. Mit diesem Resultat präsentierten Master-Studenten der Hochschule Konstanz Stadträten und der Öffentlichkeit städtebauliche Entwürfe für diesen Bereich der Stadt, der momentan im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt“ weiterentwickelt werden soll.

Die Aufgabe war den Architekturstudenten im Rahmen einer Kooperation mit der Stadt Landsberg gestellt worden. Dabei unterstrichen die betreuenden Professorinnen Lydia Haack und Karin Schmid die Komplexität des Themas, das Anregungen liefern sollte, geltend vor allem für das Gebiet von der Straßenmeisterei im Norden bis zum südlichen Teil des Gewerbeareals, wo derzeit ein Bio-Supermarkt den Abschluss bildet. Insgesamt wurden fünf Arbeiten eingereicht, die bei aller Unterschiedlichkeit der Ansätze deutliche Gemeinsamkeiten herausarbeiteten. So tauchte zum Beispiel immer wieder ein zusätzlicher Bahnhalt auf Höhe der Einmündung Carl-Friedrich-Benz-Straße auf, wie er schon zusammen mit Stadträten in einem Workshop als Ziel erarbeitet worden war. Professor Schmid weiß natürlich, dass die Ideen ihrer Studenten „ganz bewusst sehr überzeichnet sind“ und vor dem Hintergrund der Lehre entstanden, doch lieferten sie durchaus interessante Aspekte, wie auch Baudirektorin Annemarie Kubina (Städtebauförderung) als aufmerksame Zuhörerin bestätigte.

Die Vision eines Boulevards lieferte als erster Präsentator Dominik Oesterlein. Wie viele seiner nachfolgenden Kollegen sieht er ein Zentrum mit Hochbebauung im Norden nahe der Autobahn entstehen, das über einen Boulevardmittelteil in das Zentrum im Süd übergeht, in dem er stadtkernorientiert eher eine kulturelle Nutzung der Gebäude entwickelt.

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Wichtig ist allen angehenden Städteplanern gewesen, dass die Radwegeverbindung so wenig wie möglich durch Ein- und Ausfahrten für Autos unterbrochen werde. Der momentane Zustand sei nicht mehr zeitgemäß und für die Nutzer, Radler und Fußgänger, zudem viel zu gefährlich. Geparkt werde außerdem hauptsächlich unter den Gebäuden, entweder in Tiefgaragen oder teilweise auf Stellplätzen der Erdgeschosse unter den Wohn-, Gewerbe- und Büroräumlichkeiten.

Auch die „nicht wirklich gute“ Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gelte es zu verbessern, entweder eben durch den zusätzlichen Bahnhalt wie auch durch eine Verlängerung der Buslinie, die künftig erst weiter nördlich ins Gebiet Lechwiesen abzweigen solle.

Um dem starken Lärm zu entgehen, sind die Gebäude beinahe durchweg von Innenhöfen geprägt, die dazu beitragen, die dortige Lebensqualität zu verbessern. Auch ein Kreisverkehr auf Höhe der Carl-Friedrich-Benz-Straße könnte dazu angetan sein, die Augsburger Straße „zu entschleunigen“. Die sei, so Planer Philipp Häfele, von der Breite her so üppig ausgestattet, dass durchaus denkbar sei, die Fahrspur zugunsten eines breiteren Rad- und Fußweges zu verschmälern.

Natürlich sei nicht alles gleich umsetzbar, viele Planungen, so Stadtbaumeisterin Annegret Michler, erstrecken sich über Jahre, wenn sie überhaupt in der ursprünglichen Form umgesetzt würden. Dennoch sei eine solche vorausschauende Planung wichtig, um Weichenstellungen vorzunehmen wie jüngst am Beispiel der geplanten Ansiedlung eines Apotheken- und Ärztehauses oder am Umzug des Drogeriemarktes innerhalb des Areals dort deutlich wurde.

Professor Karin Schmid: „Städte stehen ständig in Konkurrenz um Ansiedlungen von Bürgern und Unternehmen.“ Dabei spiele die Gestaltung von Ortszufahrten eine nicht unwichtige Rolle: „Die sind die Adressen ihrer Stadt.“

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