Newsticker

RKI meldet am Sonntag 14.611 neue Corona-Fälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Die Azzurri trauern mit Buffon

Landkreis Landsberg

14.11.2017

Die Azzurri trauern mit Buffon

Gianluigi Buffon und die italienische Nationalmannschaft sind nicht bei der WM 2018 in Russland dabei. Das LT hat sich bei italienischen Fußballfans im Landkreis umgehört.
Bild: Daisuke Nakashima, imago

Das sagen die italienischen Fußballfans aus dem Landkreis Landsberg nach der verpassten WM-Qualifikation.

Eine Fußballweltmeisterschaft ohne Italien? Das klingt wie Sommer ohne Eis, wie Pizza ohne Käse oder kalter Espresso. Trotzdem: Italien wird 2018 bei der WM in Russland nicht dabei sein. In den Play-offs der Qualifikation scheiterten die Squadra Azzurra an Schweden. Die italienischen Fußballfans aus dem Landkreis Landsberg reagieren recht ernüchtert auf das erste Turnier ohne den vierfachen Weltmeister seit 1958.

„Irgendwie war es schon vorher klar, als ich die Auslosung gehört habe“, sagt Giuseppe Bonomo nach dem 0:1 und 0:0 gegen die Schweden, die nun bei der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr dabei sein werden. „Es ist schade, dass Italien nicht dabei ist. Aber die hätten bei der WM sowieso nichts gewonnen“, meint der langjährige Kapitän des MTV Dießen. Bonomos Eltern stammen aus Italien. Aber sein Herz schlage ohnehin eher für Deutschland. „Es tut mir aber leid für den alten Gigi“, sagt der 36-jährige Dießener. Dennoch sei die Mannschaft um ihre Torwartlegende Gianluigi Buffon aktuell einfach zu alt, um im internationalen Vergleich bestehen zu können. „Im Hinspiel gegen Schweden war das Team auf dem Platz im Schnitt 31,2 Jahre alt – das ist ähnlich wie beim MTV Dießen in der A-Klasse...“

Jetzt hält er zu Deutschland

„Wir haben einfach nicht gut gespielt“, sagt Salvatore Pisano. Der 47-Jährige lebt seit mittlerweile seit drei Jahrzehnten in Deutschland und ist in der Landsberger Gastronomieszene bekannt. Der Anhänger von Inter Mailand trauert der verpassten WM-Teilnahme seines Heimatlandes zwar schon hinterher, „aber das ist auch wieder nicht die Welt. Jetzt bin ich bei der WM natürlich für Deutschland“.

Ähnlich verhält es sich bei Florian Zarbo. Der Großvater des Dießeners kam in den 50er-Jahren nach Deutschland. Aber trotzdem fiebert der Geschäftsstellenleiter der Gemeinde Utting fußballtechnisch mit Italien mit. So auch am Montagabend beim alles entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Schweden. „Echt schade. Für Buffon wäre es die sechste WM-Teilnahme gewesen. Und jetzt fehlen halt traditionsreiche Duelle wie Deutschland gegen Italien oder Italien gegen Frankreich bei der WM. Und auch aus Sicht der Fans darf man so ein Turnier nicht unterschätzen, weil die Holländer ja auch nicht dabei sind.“

Kommt ein neuer Trainer?

Die italienische Nationalmannschaft steht jetzt vor einem Umbruch. Kultkeeper Buffon hat seinen Rücktritt noch nach dem Spiel erklärt. Die Zukunft von Nationaltrainer Gian Piero Ventura ist hingegen noch offen. „Es braucht jetzt einen Wechsel von ’Oldies but Goldies’ zu jungen Spielern. Es braucht auch einen jungen Trainer“, sagt Florian Zarbo. Mögliche Kandidaten seien in seinen Augen Gennaro Gattuso oder Alessandro del Piero, deren aktive Karrieren noch nicht lange zurücklägen.

Als Kandidat auf den Trainerposten wurde zuletzt auch immer wieder Ex-Bayern-Coach Carlo Ancelotti in den Medien genannt. Aber diese Personalie halten weder Giuseppe Bonomo noch Salvatore Pisano für geeignet. „Ancelotti ist einfach kein Nationaltrainer“, so Bonomo. „Er ist zwar ein guter Trainer, aber die Nationalmannschaft ist etwas anderes als ein Verein“, meint Pisano. Er hofft auf die Zukunft. „Bei der EM 2004 in Portugal hatte Deutschland seinen Tiefpunkt. Jetzt wäre auch bei uns ein Neuanfang sinnvoll.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren