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Landsberg

20.06.2017

Die Bergziege aus Landsberg mit dem Profi-Traum

Sportporträt: Maxi Aigner fährt Radrennen
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Sportporträt: Maxi Aigner fährt Radrennen
Bild: Thorsten Jordan

Maximilian Aigner ist Radsportler. Der 21-Jährige hat schon große Rennen bestritten.

Er liebt die Berge. Für einen 21-Jährigen ist das eine doch etwas ungewöhnliche Leidenschaft. Aber Maximilian Aigner erklimmt sie nicht zu Fuß, sondern mit dem Fahrrad. Der Landsberger ist begeisterter Rennradfahrer und hat in seiner noch jungen Sportkarriere schon beachtliche Erfolge zu verbuchen. Unter anderem beim legendären „Ötzi“. Der Radmarathon in den Ötztaler Alpen ist für Radsportler das, was für Triathleten der Ironman auf Hawaii oder für Fußballer die Champions League bedeutet.

Im Radsport gibt es den Begriff „Bergziege“. Und er passt perfekt zu Maximilian Aigner. Denn der 21-Jährige liebt es, mit seinem Fahrrad die Berge zu erklimmen. Auerberg, Hoher Peißenberg und andere zählen zu seinen Lieblingsplätzen im Training. Schon als Bub zog es ihn mit dem Rad in die Berge. „Mein Ziel war es früher immer, nach der Schule am Nachmittag so weit wie möglich mit dem Fahrrad zu fahren. Einmal wollte ich es bis in die Berge schaffen“, erzählt der Landsberger. Und das schaffte er damals schon im angehenden Teenageralter. Touren mit 100 bis 150 Kilometern Länge waren da schon keine Seltenheit für ihn. 2014 entschloss er sich dann dazu, ins Wettkampfgeschehen einzusteigen.

Das erste Rennen war der Arlberg-Giro

Sein erstes Rennen war der Arlberg-Giro. Auf der 148 Kilometer langen Tour haben die Teilnehmer 2400 Höhenmeter zu bewältigen. Und schon dort machte Maxi Aigner, der auf das legale Doping Kaffee setzt, dem Ruf als Bergziege alle Ehre. In der Bergwertung (1094 Höhenmeter auf 13 Kilometer) wurde er 28. – insgesamt nahmen an dem Rennen mehr als 1000 Starter teil. Wo es raufgeht, geht es aber auch runter. Für Aigner wurde das fast zum Verhängnis. „In einer Abfahrt bin ich bei Tempo 60, 70 gestürzt, weil ich eine Kurve zu spät gesehen habe“, berichtet er von einem Schockmoment. Aber trotz Schürfwunden stieg er wieder auf und beendete das Rennen – auf Rang 102.

Sein erster richtiger Wettkampf ließ ihn ehrgeizig werden. „Früher hatte ich mehr Angst die Pässe runterzufahren, mittlerweile ist das aber kein Problem mehr und ich kann richtig Gas geben“, so Aigner. Und ordentlich auf die Tube drückte er auch 2015 beim Ötztaler Radmarathon. Rund 4000 Teilnehmer sind dort jedes Jahr dabei. Der Andrang ist so riesig, dass die Startplätze verlost werden. Auf 238 Kilometern bewältigen die Teilnehmer über die vier Pässe etwa 5500 Höhenmeter – zum Vergleich: Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze misst 2962 Meter. „Normalerweise kann man ein Rennen so fahren, dass man am letzten Anstieg noch mal Gas geben kann. Das ist dort nicht so.“

Zu viel riskiert

Denn die meisten Teilnehmer lassen an den einzelnen Anstiegen des Rennens, das als der härteste Radmarathon der Welt zählt, zu viel Kraft. Auch Aigner, der sein Training in aller Regel nur nach Gefühl steuert, riskierte damals auf seinem rund 6,8 Kilo schweren Rennrad zu viel und bezahlte auf dem Weg zum letzten Anstieg bitteres Lehrgeld. Der Weg zum Timmelsjoch (1760 Höhenmeter) zieht sich über fast 30 Kilometer und da war der Landsberger damals fast mit der Kraft am Ende. Dennoch lieferte er bei seiner „Ötzi“-Premiere eine sensationelle Leistung ab: Mit einer Zeit von 7:50 Stunden kam er als 47. in der Allgemeinen Klasse ins Ziel.

Damals wurde Maximilian Aigner noch von Stefan Kirchmair trainiert – einem erfolgreichen österreichischen Radsportler, der unter anderem Staatsmeister und Seriensieger beim „Ötzi“ war. Mittlerweile ist der Landsberger jedoch Mitglied in einem Augsburger Radteam und will sich in nächster Zukunft in den einzelnen Klassen nach vorne arbeiten – „und natürlich Rennen gewinnen“.

Aber vorerst hat die berufliche Laufbahn Priorität für ihn. Der 1,81 Meter große, aber nur 64 Kilo schwere Sportler will in seinem Studiengang zu den besten zehn Prozent gehören. Der angehende Wirtschaftsinformatiker will aber auch im Radsport weiter Gas geben. „Der Traum von der Profikarriere lebt und wird sich in den nächsten zwei bis drei Jahren entscheiden.“ Und bis dahin gilt: Es gibt nur ein Gas – Vollgas.

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