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Landsberg

20.06.2017

Die Ehefrau spielt vor Gericht eine Hauptrolle

Ein Schauspieler aus dem Landkreis Landsberg ist wegen seiner rabiaten Fahrweise vor dem Landsberger Amtsgericht verurteilt worden.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Nach einer filmreifen Autofahrt auf der A96 zeigt sich ein Schauspieler aus dem Landkreis Landsberg reumütig. So fällt seine Strafe aus.

Intensive Unterhaltungen mit der eigenen Ehefrau sind durchaus dazu angetan, die Sicht der Dinge zurechtzurücken. Offenbar war das bei dem 48-jährigen Schauspieler der Fall, der sich Anfang Juni erstmalig wegen seiner angeblich rücksichtslosen Fahrweise auf der A96 vor dem Landsberger Amtsgericht verantworten musste. Inzwischen hatte er seinen Rechtsbeistand gewechselt und zeigte sich beim Fortsetzungstermin am Dienstag einsichtig, reuig und geständig. Richter Michael Eberle jedenfalls wertete dies zugunsten des Angeklagten und reduzierte die Höhe des Strafbefehls wie auch die Dauer des Fahrverbots.

Der neue Verteidiger Marcus Waffenschmidt (Nürnberg) hatte schon vor der Verhandlung angedeutet, dass sein Mandant die ihm zur Last gelegten Vorwürfe in vollem Umfang gestehen will. Er habe ausreichend Zeit gehabt, das Geschehene intensiv zu reflektieren. Auch habe seine Frau eine nicht unerhebliche Rolle gespielt, wie der 48-Jährige während der Verhandlung erzählte. Sie habe seine Fahrweise kritisiert und ihn auch an die Verantwortung gegenüber seinen drei Kindern erinnert. „Ich habe dann auch noch einmal die Zeugenaussagen reflektiert“, versuchte er gestern seinen Sinneswandel zu erklären. Er habe die Perspektive der Anderen vor der ersten Verhandlung noch gar nicht richtig wahrgenommen.

Momentan läuft es für den Schauspieler beruflich nicht so gut

Der Schauspieler, der im nördlichen Landkreis lebt, war im vergangenen Oktober zu einem Dreh in der Nähe von München unterwegs. Laut Anklageschrift soll er es sehr eilig gehabt haben und mit einem PS-starken Mercedes schon beim Auffahren auf die A96 durch ein scharfes Lenkmanöver andere Verkehrsteilnehmer zum Ausweichen gezwungen haben. Im weiteren Verlauf habe er mehrfach die Fahrspur gewechselt, andere Autofahrer wie beim Slalom überholt und am Ende sogar eines der Fahrzeuge touchiert. „Dieser Schaden ist inzwischen ebenfalls reguliert“, brachte Marcus Waffenschmidt vor. Sein Mandant bereue das Geschehen und versprach auch vor Gericht, dass so etwas nicht wieder vorkommen werde. Daher bat er, im Urteil Milde walten zu lassen, zumal der angeklagte Schauspieler derzeit nicht die Engagements aufweise, die ein regelmäßiges und hohes Einkommen gewährleisten. „Er lebt derzeit auch vom Ersparten“, gab er zu bedenken.

Der Vorsitzende Richter Michael Eberle wertete dann auch die Einsicht und das Schuldbekenntnis zugunsten des Angeklagten. Allerdings könne er beim Strafmaß, den Führerscheinentzug betreffend, nicht weit unter einem Jahr bleiben. Fünf der insgesamt verhängten elf Monate sind jedoch schon verbüßt. Dazu kommen noch 70 Tagessätze à 30 Euro und die Kosten des Verfahrens. Auch wenn er seine Enttäuschung nicht verbergen konnte, akzeptierte der Schauspieler das Urteil.

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