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Die Geldwirtschaft steht Kopf

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Kommentar Von Gerald Modlinger
08.10.2019

LT-Redakteur Gerald Modlinger analysiert das Ende der Prämiensparverträge, das bei einigen Banken ansteht.

Es gibt sie also doch noch – und gar nicht so wenige: Geldanlagen, die sich in Zeiten von Negativzinsen noch rentieren. Wer vor Jahren einen langfristigen oder gar unbefristeten Prämiensparvertrag mit seiner Sparkasse oder Genossenschaftsbank geschlossen hat, kann zwar inzwischen auch keine Zinsen mehr einstreichen, aber doch ganz ordentliche Prämien – eine Erinnerung an Zeiten, in denen es sich noch lohnte, Geld auf die hohe Kante zu legen, um beispielsweise fürs Alter vorzusorgen.

Damit ist es peu à peu für die Inhaber von unbefristeten Prämiensparverträgen der Sparkasse vorbei. Sobald die Endkonditionen bei der Prämienzahlung erreicht ist, kann diesen Sparern gekündigt werden. Das mag für die Kunden ärgerlich sein, aber den Sparkassen bleibt nichts anderes übrig, als solche Verträge nach höchstrichterlichen Maßgaben zu kündigen. Der Hinweis von Sparkassenchef Thomas Krautwald ist da ganz richtig, dass erst solche Verträge beendet werden müssen, bevor auch alle anderen Kunden mit höheren Gebühren oder Verwahrentgelten belastet werden.

Ob sich Letzteres aber damit längerfristig vermeiden lässt, darf getrost bezweifelt werden. Wenn die Europäische Zentralbank ihren bisherigen Kurs im Falle einer weiteren wirtschaftlichen Eintrübung fortsetzt und sich dadurch auch die Darlehenszinsen weiter dem Nullpunkt nähern, wird den Banken - egal ob rot, blau oder orange - nichts anderes übrig bleiben. Und es sieht ganz so aus, als ob die Geldwirtschaft noch längere Zeit auf dem Kopf stehen wird.

Lesen Sie den Artikel zum Kommentar:Prämiensparern im Landkreis Landsberg droht die Kündigung

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