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Landsberg

04.06.2020

Die Herrin über Pommes & Co.

Die 23-jährige Catherine Erhard betreibt die Würstl-Bude auf einem Parkplatz im Landsberger Osten. Bis 2019 war dies der Stand von Würstl-Franz alias Reinhard Nitsche in Schöffelding.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Am Grill von „Würstl-Franz“ steht jetzt die 23-jährige Catherine Erhard. Warum die Würstl-Bude von Schöffelding nach Landsberg umgezogen ist.

So ein Besuch im Baumarkt und vor allem der Gedanke an die Verarbeitung all der angeschafften Dinge für die Pflege von Haus und Garten kann ganz schön hungrig machen. Der Pommes- und Bratwurstgeruch, der seit Neuestem über den Parkplatz beim Baumarkt Do it in Landsberg weht, wirkt deshalb ziemlich verlockend und anziehend.

Der Ausgangspunkt der Gerüche ist schnell gefunden. Zwischen Einfahrt zur Tiefgarage und Durchfahrt zum Lager ist eine Würstl-Bude platziert. Im Innern des Imbisswagens hantiert eine freundliche junge Frau zwischen Kühlschrank und Grill, davor laden Stehtische zum Verweilen ein. Im Angebot sind Schnitzel und verschiedene Grillwürste von der Metzgerei Weber in Kempten, die Beilagen variieren zwischen Semmel, Kartoffelsalat und Pommes. Für Durstige werden Softdrinks und Kaffee bereitgehalten, alkoholische Getränke sind nicht dabei.

Teller und Besteck sind kompostierbar

Serviert wird auf Zuckerrohr-Pappe-Tellern, das Besteck ist aus Holz. Beides sind massenhaft anfallende Nebenprodukte, bei Zuckerrohr beispielsweise von der Zuckergewinnung. Teller und Besteck sind kompostierbar und somit umweltschonend. Darauf ist Catherine Erhard, die junge Frau hinter dem Tresen, besonders stolz. Erhard ist ausgebildete Industriekauffrau, hat aber nebenbei immer wieder auch im Gastronomiebereich gejobbt. Ihre erste Arbeitsstelle, eine Käserei an ihrem Heimatort Ruderatshofen, passt dazu.

Die Herrin über Pommes & Co.

Aktuell kehrte die 23-Jährige von einem „work & travel“-Aufenthalt aus Australien zurück. „Da hab’ ich auch hauptsächlich in der Gastronomie gearbeitet“, erzählt sie. Und was essen die Australier so? „Viel Fleisch“, meint sie lachend, „Barbecue ist der Renner.“

Los ging es direkt an der alten B12 in Greifenberg

Der Imbisswagen beim Do it war mehr als 40 Jahre lang als „Würstl-Franz“ weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Der Grund für die Bekanntheit liegt auf der Hand: Der Würstl-Franz – Namensgeber war der erste Betreiber Franz Schwindl – hatte seinen Standort zunächst auf einem Parkplatz bei Greifenberg direkt neben der damaligen B12. Unter Fernfahrern hatte sich das Angebot schnell herumgesprochen und wurde gut genutzt. Als diese Straße ausgebaut und zur A96 wurde, musste der Imbiss weichen.

Hungrige aller Bevölkerungsschichten wurden fortan auf einem privaten Platz an der Autobahnausfahrt Schöffelding versorgt. Mittlerweile hatte Reinhard Nitsche den Wagen übernommen und betrieb ihn bis 2019. Dann war Schluss und der beliebte Treffpunkt geschlossen.

Eine Anfrage aus Landsberg

Von einem Freund habe er davon erfahren, erzählt Lutz Stühring, gleich zugegriffen und den Wagen erworben. Stühring betreibt seit 2013 den Kiosk am Ettwieser Weiher bei Marktoberdorf. Der Weiher mit einigen Freizeitangeboten ist ein beliebtes Naherholungsgebiet, ein Treffpunkt für Klein und Groß – nicht nur in der warmen Jahreszeit. Als Betreiberin des „Würstl-Franz“ war Stührings Ehefrau Ursula vorgesehen. Mitten hinein in den Start platzte der Corona-Lockdown, der Imbiss musste geschlossen werden.

Fast gleichzeitig, berichtet Stühring, sei eine Anfrage aus Landsberg bei ihm eingegangen. Ein Baumarkt habe Interesse bekundet und ihm eine Stellfläche auf dem Parkplatz angeboten.

Umzug aus Schöffelding

Am 20. April zog der Wagen von Schöffelding nach Landsberg und bald darauf konnte mit der Bewirtung gestartet werden. Etwa zur gleichen Zeit war Catherine Erhard aus Australien zurückgekehrt und arbeitssuchend. Sie begann in der Currywurstbude und ist seit 1. Juni Pächterin. Lutz Stühring unterstützt sie weiterhin. Geöffnet ist der Imbiss an Werktagen von 11 bis 20 Uhr, samstags schließt Catherine Erhard um 16 Uhr. Sonn- und Feiertage darf, weil es ein fahrbarer Wagen ist, nicht bewirtet werden. Demnächst laden neben den Stehtischen auch ein paar Biergartengarnituren zum Verweilen ein.

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