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Fuchstal

15.04.2018

Die Initiative Fuchstalbahn rollt ins Aus

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Immer wieder hat der Verein „Initiative Fuchstalbahn“ in den vergangenen Jahren Erlebnisfahrten angeboten. Unter anderem mit diesem historischen Schienenbus.
Bild: Andreas Hoehne (Archiv)

Nach 18 Jahren steht der Verein vor der Auflösung. Trotzdem wollen sich die Mitglieder dafür einsetzen, dass zwischen Landsberg und Schongau wieder Personenzüge fahren.

18 Jahre nach seiner Gründung soll der Verein der Initiative Fuchstalbahn aufgelöst werden. Mit noch mehr „Schlagkraft“ weitergehen soll der Einsatz für die Reaktivierung der Strecke als Arbeitsgruppe von Pro Bahn. Darauf einigten sich die Mitglieder der Initiative bei ihrer Jahresversammlung im Schongauer Brauhaus. Bei der offiziellen Auflösungsversammlung am 6. Juli sollen die Mitglieder zum Eintritt in den Fahrgastverband aufgefordert werden.

Nach dem erfolgreichen Jahr 2015 mit den Sonderfahrten in einem historischen Schienenbus sei es um den Verein stiller geworden, stellte Vorsitzender Tyll-Patrick Albrecht in seinem Rechenschaftsbericht fest. Er selbst habe sich aber mit großem Einsatz weiterhin für die politische Forderung eingesetzt. So habe er etwa im Verkehrsclub Deutschland (VCD) einen Arbeitskreis für Reaktivierung initiiert und sei zudem stellvertretender Vorsitzender von Pro Bahn Oberbayern.

Die Bürgermeister entlang der Strecke stehen nicht dahinter

In Gesprächen mit Politikern der CSU werde ihm immer wieder vorgehalten, dass die Bevölkerung nicht hinter der Fuchstalbahn stehe, so Albrecht. Auch der Rückhalt bei den Bürgermeistern der Kommunen entlang der Strecke sei gering, eine Ausnahme bilde die Stadt Schongau, deren Bürgermeister Falk Sluyterman van Langeweyde auch an der Versammlung teilnahm. Die Durchführung weiterer Sonderfahrten mit historischen Fahrzeugen sei für den Verein finanziell kaum mehr möglich und widerspreche auch der Idee, später einmal den Personenverkehr mit modernen Triebwägen abzuwickeln.

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Verschärfend kam hinzu, dass mit Alfred Lorenz und Stefan Maier zwei Vorstandsmitglieder durch Wegzug ausgeschieden seien. Die drei verbliebenen, neben Tyll-Patrick Albrecht sind dies sein Sohn Stephan Albrecht als Beisitzer und Andreas Holzhey als Schatzmeister, wurden von den anwesenden Mitgliedern mit der Abwicklung beauftragt. Dazu gehört neben der Einberufung der Auflösungsversammlung die Verwertung des Vereinsvermögens (darunter eine Modelleisenbahn), das zum großen Teil im Schongauer Bahnhof eingelagert ist. Die Homepage der Initiative soll auf jeden Fall weiter gepflegt werden, versprach Martin Kayser.

Ob es Fahrten zum Ruethenfest gibt, ist noch offen

Diese Auflösung bedeutet allerdings nicht das Ende der Ausflugsfahrten auf der Fuchstalbahn. Andreas Holzhey, der auch Geschäftsführer der Gesellschaft „Bürgerbahnhof Oberland“ ist, möchte sie zusammen mit dem Bahnpark Augsburg an drei Wochenenden im Oktober ausrichten. Ob dies auch 2019 anlässlich des Ruethenfests in Landsberg möglich sein wird, ließ er offen. Ein politisches Ziel sei für ihn in diesem Zusammenhang, dass im Schongauer Bahnhof der Bahnsteig am Gleis 4 der Fuchstalbahn erhalten bleibe, wies er hin.

Zur Geschichte: Von 1886 bis 1984 wurden auf der 28,7 Kilometer langen Bahnstrecke von Landsberg nach Schongau Personen befördert. Aktuell verkehren dort täglich in beiden Richtungen nur noch jeweils etwa drei Güterzüge. Vor allem auf Initiative des im Jahr 2016 verstorbenen Hans Schappert aus Landsberg fanden im Juli 1999 erstmals wieder Sonderfahrten auf der Strecke zum Ruethenfest statt. Im Juli 2001 gründete sich in Denklingen der Verein „Initiative Fuchstalbahn“. Er setzt sich für eine Reaktivierung der Strecke für den Personenverkehr ein.

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