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Ausstellung

29.11.2011

Die Machtlosigkeit der Bauern dieser Welt

Die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Irmgard Hurnaus, stellte die Ziele ihrer Organisation im Landratsamt Landsberg vor.
Bild: Foto: löbh

Wie sich der Export auf die bäuerliche Landwirtschaft vor Ort auswirkt

Landsberg „Wir wollen Bauernhöfe und keine Agrarfabriken und wir wollen unabhängig von der Agrarindustrie produzieren.“ Irmgard Hurnaus, Sprecherin für den Landkreis Landsberg in der Region Oberland der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL) stellte im Rahmen einer Ausstellungseröffnung dies als Ziele der ABL vor. Im Foyer des Landratsamts sind unter dem Titel „Mensch – Macht – Milch“ Fakten und Gedanken zur Milchproduktion im Großen wie im Kleinen, zu Auswirkungen von Fördergeldern sowie Im- und Exportgepflogenheiten und deren Folgen im weltweiten Handel dargestellt.

Er verstehe das Anliegen der Bauern, sagte Landrat Walter Eichner, denn auch für ihn habe das Thema Milch einen hohen Stellenwert. „Energiewende ist gut, aber Vielfalt ist wichtig“, so Eichner, und gerade für diese Biodiversität sei die bäuerliche Landwirtschaft notwendig. Die Ausstellung, ein Projekt von bäuerlichen und kirchlichen Verbänden und damit auf sehr breiter Basis aufgestellt, beleuchtet unter anderem das Problem „Exportsubventionen“ mit Hunger und Einnahmenseinbußen in Kleinbetrieben als Folge. Großes Thema der Schau ist, laut Marlies Olberz von der FIAN-Gruppe München, die Machtlosigkeit der Bauern überall auf der Welt. Es werde deutlich gemacht, dass Förderung nicht wirklich fördere, Milchpreise nicht kostendeckend und kaum Gewinn, geschweige Rücklagen möglich seien.

Große Hoffnungen in die neuen EU-Beschlüsse gesetzt

Die Macht über Subventionen und Preisgefüge, über Zollsenkungen und Grenzöffnungen, so die Referentin, habe an oberster Stelle die Welthandelsorganisation der Vereinten Nationen in Händen, weiter die Staats- und Landesregierungen, der internationale Währungsfonds, bis zu den Handelskonzernen. FIAN habe große Hoffnungen in die neuen EU-Beschlüsse gesetzt, die jetzt vorliegen. „Wir sehen kleine Schritte in Richtung bäuerliche Landwirtschaft“, erklärte Marlies Olberz, „aber die Exportsubventionen, die Massentierproduktion fördern, sind geblieben.“ Die Bauern in Ländern mit schlechteren klimatischen Bedingungen werden laut Olberz mehr Druck haben: „Hunger wird nicht bekämpft, indem mehr produziert wird.“ (löbh)

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