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Greifenberg

18.12.2019

Die Zukunft des Greifenberger Warmfreibads steht fest

Das Warmfreibad des Landkreises in Greifenberg soll umgebaut werden.
Foto: Thorsten Jordan

Plus Es gibt eine Kampfabstimmung über die Neubaupläne für das Warmfreibad in Greifenberg. Der Landrat kritisiert die Umbaupläne des benachbarten Fitnessstudios.

Soll der Landkreis den geplanten Umbau des Warmfreibads in Greifenberg stoppen? Die Freien Wähler im Kreistag sind dieser Meinung und hatten beantragt, dass der Posten aus dem Haushalt für das Jahr 2020 gestrichen wird. Der Grund: Die vor Kurzem bekannt gewordene Verteuerung des Projekts auf 10,4 Million Euro. Bevor der Kreistag in der jüngsten Sitzung den Haushalt abstimmte, ging es in einer kontroversen Diskussion noch einmal über dieses seit Jahren diskutierte Projekt. Thema waren auch die Pläne der Unternehmerfamilie Klinke, die das LT vorgestellt hat. Landrat Thomas Eichinger übte Kritik daran.

2018 hatte der Kreistag beschlossen, dass das Warmfreibad neu gebaut wird. Kostenpunkt damals: 7,18 Millionen Euro. Nun war bekannt geworden, dass mit 10,4 Millionen Euro zu rechnen ist. „Wir können es uns guten Gewissens nicht leisten“, sagte Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch (Freie Wähler). Zwar sieht er das Kreisbudget für 2020 grundsätzlich positiv: „Wir haben einen Haushalt, mit der die Wahlperiode gut zu Ende geht.“ Doch die Umlagekraft der Gemeinden entwickle sich nicht so weiter wie in der Vergangenheit, ab 2022 und 2023 würden die Schulden steigen. Kirsch befürchtet, dass sich die Investitionen in Greifenberg auf die zwölf Millionen Euro hinbewegen könnten, „vom Unterhalt ganz nicht zu schweigen“. Die Konsequenz wäre zudem, dass der Landkreis auch andere Freibäder übernehmen müsse. Deshalb sei er dafür, dass die Planungen für das Warmfreibad gestoppt werden. „Es war geschlossen und keinem ist etwas abgegangen“, sagte Kirsch.

So will die Familie Klinke das bestehende Fitnesscenter in Greifenberg erweitern.
Foto: VONMEIERMOHR ARCHITEKTEN

Der für das Warmfreibad zuständige Referent Peter Wittmaack (SPD) führte an, dass immer weniger Kinder schwimmen lernten. Aus Verantwortung auch den Kindern gegenüber müsse das Bad erhalten werden. Und für Familien, die nicht soviel Geld hätten, muss seiner Meinung nach die Einrichtung erhalten bleiben. Robert Sedlmayr (ÖDP) plädierte angesichts der Kosten für eine „maßvolle Sanierung“ der bestehenden Becken.

Thema in der Sitzung waren auch die im LT vorgestellte Vorstellungen der Familie Klinke, die das Fitnesscenter neben dem Warmfreibad betreibt. Dort soll ein Freizeitareal mit Fitness-, Gesundheits- und Wellnessbereich, einem Hallenbad und einem Hotel mit öffentlicher Gastronomie entstehen. Zudem hatte sich die Familie Klinke bereit erklärt, das Warmbad zu betreiben. Das gesamte Areal gehört dem Landkreis.

Der Landrat will ein Zeichen setzen

Annunciata Foresti (ÖDP) sagte, dass das Grundstück im Besitz des Landkreises bleiben müsse. Alexander Herrmann und Renate Standfest von den Grünen wollten wissen, inwieweit sich der Landkreis mit den Ideen der Betreiber des Fitnesscenters auseinandergesetzt habe. Bisher seien den Kreisräten nur über die Zeitung und einen Flyer von den Plänen von Hardy’s informiert. Landrat Thomas Eichinger (CSU) erinnerte daran, dass der Landkreis schon einmal das Lechtalbad in Kaufering für einen Euro an einen Investor verkauft habe und das Projekt kläglich gescheitert sei. Er plädierte dafür, dass die Einrichtung für Menschen mit kleinerem Geldbeutel erhalten bleibt. Und im Gegensatz zu Herbert Kirsch sieht er die Gefahr, dass der Landkreis auch in Thaining oder Kaufering das Freibad nicht mehr unterstützen könne, wenn man jetzt Nein zu dem Projekt in Greifenberg sagt. „Wir müssen auch in diesen Zeiten Zeichen setzen, dass wir solche Einrichtungen finanzieren.“ Eichinger geht davon aus, dass man unter zehn Millionen Euro bleiben kann.

Die Gschäftsführung von Hardy's: (von links) Anna Klinke, Johannes Klinke und Reinhard Klinke.
Foto: Dieter Schöndorfer


Renate Standfest hakte in Sachen Hardy’s nach. Sie plädierte dafür, erst einmal zu eruieren, was die Pläne des Investors sind und ob „es Sinn macht, dass wir es machen oder ein Investor mit entsprechenden vertraglichen Regelungen“. Daraufhin wurde Eichinger deutlich: Es habe Anfragen von verschiedenen Investoren gegeben, die Beschlusslage laute aber, dass der Landkreis das Bad neu baue. Es sei kein Beschluss beantragt worden für ein Investorenprojekt. Eichinger kritisierte, dass der Investor am Tag der Abstimmung seine Ideen öffentlich gemacht hat, die nicht schriftlich fixiert seien. Ihn würde überraschen, wenn der Kreistag nicht selbstbewusst eine eigene Entscheidung treffen könne, sondern jedermann nachlaufen müsse, der eine Wortmeldung in den öffentlichen Raum abgebe. Die namentliche Entscheidung fiel mit 32:21 Stimmen gegen den Antrag der Freien Wähler.

Das Bad soll nicht im Schatten eines Hotels liegen

Den Hotelplänen von Hardy’s gegenüber zeigte sich Eichinger im Gespräch mit dem LT aber offen. Eine solche Nutzung müsse jedoch Rücksicht auf das Bad nehmen, etwa was die Gebäudehöhe (das Bad solle am Nachmittag nicht im Schatten liegen) und die von einer Freizeitnutzung ausgehenden Immissionen betreffe. Eine solche Nachbarschaft müsse Synergien für beide Seiten bringen.

Einen Verkauf des westlichen Grundstücksteils schloss der Landrat aus. Reden könne man über ein Erbbaurecht. Ein solches, das noch bis 2052 besteht, hatte der Landkreis auch bereits für das Gelände des benachbarten Fitnesscenters gewährt. Er sei froh, dass sich der Landkreis von der Verknüpfung Freibadbau/Grundstücksverkauf befreit habe. Dieses hätte den Landkreis in eine ungünstige Verhandlungsposition gegenüber Kaufinteressenten gebracht. Jetzt habe aber erst einmal der Badneubau Priorität, der 2020 beginnen soll. In der Folge könne über die künftige Nutzung des westlichen Grundstücksteils gesprochen werden.


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