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Kreiskulturtage II

18.05.2019

Die mutigen Denklinger

Cornelia Rapp entzündet einen Kerzenring in ihrer Installation „Mut“ in einem ehemaligen Stall.
Bild: Thorsten Jordan

Cornelia Rapp befragt ihre Mitbürger

Ein riesiger ehemaliger Stall: Diesen künstlerisch zu bespielen, das zeugt von Mut. Menschen in einem Dorf nach ihrer Vorstellung von „Mut“ zu befragen, erfordert eine ziemliche Portion Courage. Cornelia Rapp wagte sich für die Kreiskulturtage „Mut“ an beides.

Die Künstlerin befragte an ihrem Wohnort Menschen aller Altersstufen, was für sie das Wort, die Eigenschaft „Mut“ bedeutet. Und sie ging daran, ein ehemaliges Stallgebäude mitten im Ort (Buchweg 3) in eine Galerie umzuwandeln. Bürgermeister Andreas Braunegger hatte das leer stehende Gebäude ausfindig gemacht, bei Eigentümerin Sofie Geiger das Einverständnis für die Nutzung eingeholt und die Anlage verkehrssicher gemacht.

Cornelia Rapp ist bekannt für beeindruckende Rauminstallationen. Der riesige Stall war also wie geschaffen für eine weitere Großinstallation. Den Raum dominieren zwei Mal zwölf Hocker in strahlendem Weiß, akkurat in Linie aufgestellt dort, wo einmal der Futtertisch war. Runde, ebenfalls weiße Flauschteppiche zwischen den Hockerreihen täuschen Wärme nicht nur vor, sondern scheinen diese der kühlen Raumluft zu vermitteln. An mehreren Stellen warten kleine, unauffällige Lautsprecher auf ihren Einsatz. Während der Öffnungszeiten sind sie „on air“ und geben ihre Geheimnisse preis. Besucher hören Aussagen zum Thema „Mut“.

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Dafür hat Cornelia Rapp drei Monate lang in Denklingen an Türen geklingelt. Das sei eine anstrengende Aufgabe gewesen. Viel Skepsis sei ihr entgegengebracht worden.

Rund 150 Interviews nahm Rapp schließlich auf, die Tom Roth zu einer einstündigen Audioshow zusammenfügte. Die Installation spricht so alle Sinne an. Die von der Künstlerin aufgebauten, Sauberkeit und Ordnung signalisierenden Gegenstände kommunizieren mit dem bröckelnden Putz an den Wänden und den nicht immer ebenen, stalltypischen Bodenplatten.

Dazu kommen die Aussagen in Endlosschleife. Kinder sprechen etwa von Mut bei den ersten Schwimmzügen im tiefen Wasser. Oder: „Ich hab Gemüse gegessen, obwohl ich das gar nicht mag.“ Ganz schön mutig ist da nicht nur das Tun des Knirpses, sondern auch, so etwas preiszugeben. Erwachsene sprechen eher davon, Entscheidungen zu treffen, die Überwindung kosten, von denen keiner weiß, wie sie ausgehen. Und: „Mut ist, aufzustehen, wenn du unten bist.“

18. /19. sowie 25./26. Mai jeweils von 15 bis 19 Uhr.

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