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Landsberg

15.05.2015

Ein Abschied auf Raten

Süddeutscher Töpfermarkt am Mutterturm
Bild: Julian Leitenstorfer

Töpfermarkt könnte vom Herkomerpark an die nahe Lech-Promenade umziehen. Umfrage zeigt: Fieranten wären mehrheitlich einverstanden

Die Stadt Landsberg wird nicht mehr in eine Stromversorgung innerhalb des Herkomerparks investieren. Der einmal im Jahr dort stattfindende süddeutsche Töpfermarkt könnte dafür entlang des nur wenige Meter entfernt verlaufenden St.-Laurant-du-Var-Promenande eine neue Heimat finden. Laut einer Umfrage des Marktamts unter den Fieranten fand dieser Standort die größte Zustimmung mit 76 Prozent.

Der Startschuss für einen Versuchslauf dort soll aber erst im kommenden Jahr erfolgen. Heuer wird der Töpfermarkt noch einmal im Park beim Herkomerensemble gastieren – vermutlich in deutlich abgespeckter Form, was die Teilnehmer angeht, sollte die Zahl der Anmeldungen bis August nicht noch deutlich zunehmen. Bislang, so berichtete Ordnungsamtschef Ernst Müller dem Bauausschuss, hätten lediglich 38 Fiernaten zugesagt. Zum Vergleich: im vergangenen Jahr präsentierte sich der Markt mit 60 Fieranten. Ernst Müller: „Das hat aber hauptsächlich damit zu tun, dass derzeit das Gelände einer Baustelle gleicht.“ Die Gebäude des Herkomeranwesens werden einer dringend notwendigen Sanierung unterzogen. Anschließend soll der Park auf Grundlage von Originalplänen Hubert von Herkomers, soweit wie möglich originalgetreu wieder hergestellt werden. Dabei hat Pia Becker, in Landseberg für das Stadtgrün zuständig, bereits deutlich gemacht, dass sie nicht viel davon hält, den Töpfermarkt wie bisher auf dem malerischen Gelände stattfinden zu lassen. Zu groß seien jedes Mal die Beschädigungen an der Grünanlage, die teilweise sogar Ersatzpflanzungen notwendig machten. Gegen eine letztmalige Durchführung in diesem jahr hatte sie allerdings nichts einzuwenden. Unterstüzung in dieser Auffassung erhielt Becker auch von der Oberkonservatorin des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Dr. Susanne Fischer, die die Planungen Beckers als „besonders kenntnisreich und sorgfältig vorbereitet“ bezeichnet hatte.

Reinhard Skobrinsky (BAL) befürchtet jedoch das Aus für den Töpfermarkt, sollte dieser den Standort wechseln müssen. Medardus Wallner (UBV) hatte jedoch schon in früheren Sitzungen an die erfolgreiche Durchführung von Märkten entlang der Von-Kühlmannstraße erinnert. Eigentlich hatte er aber den Hellmairplatz als Standort favorisiert, der von den Fieranten in der Umfrage jedoch nur eine Zustimmungsquote von 31 Prozent erhielt.

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Knackpunkt entlang der St.-Laurant-du-Var-Promenande sei jedoch die dort fehlende Stromversorgung. Ernst Müller: „Allerdings benötigen die meisten Marktbeschicker Strom lediglich für ihre Registrierkassen.“ Anschlüsse dort fest im Erdreich zu verlegen bedeute einen deutlich größeren Aufwand, der allerdings noch nicht zu beziffern sei. Für den Herkomerpark hatte die Stadt den Verlegeaufwand auf rund 15000 Euro beziffert. Marktreferent Hans-Jürgen Schulmeister will den historischen Park davon unangetastet sehen, hält die Promenade für den Markt sehr geeignet und überlegte dabei perspektivisch. „Wenn die Geh- und Radwegbrücke nach dem Herkomergelände gebaut sein wird, erhalten wir einen attraktiven Rundweg, der dann Markt, Herkomeranwesen und Innenstadt perfekt miteinander verbindet.“

Ein Hintertürchen ließ sich der Bauausschuss allerdings dennoch offen, wenn auch unbewusst. Man war sich nämlich am Mittwochabend nicht mehr sicher, ob im Februar das Aus des Töpfermarktes am Standort Herkomerpark tatsächlich beschlossen wurde. Ein Blick ins LT-Archiv bringt Aufklärung: Die Entscheidung am 4. Februar wurde vertagt, man einigte sich vielmehr darauf, die Befragung der Marktteilnehmer zu alternativen Standorten abzuwarten.

Das ist nun erfolgt, das Ergebnis bekannt und somit einigte man sich einstimmig darauf, den Markt trotz eines zu erwartenden Verlusts in Höhe von rund 7000 Euro im Herkomerpark – trotz Baustelle – noch einmal stattfinden zu lassen, bis auf einen noch zu erstellenden Starkstromanschluss am Herkomer-Museum keine weiteren Strominstallationen auf dem Gelände durchzuführen und den Markt 2016 entlang der Lechpromenade anzubieten.

Nach Rücksprache mit den bisherigen Fieranten bestehe laut Bauordnungsamt auch dort weiterhin die Bereitschaft zur Teilnahme und damit zur Fortführung des süddeutschen Töpfermarkts – nicht jedoch beim bisherigen Co-Organisator Alfred Hering. Zumindest laut Sitzungsvorlage habe der Fachberater erklärt, dass er an einem anderen Standort nicht mehr dabei sei.

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