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Kaufering

27.05.2015

Ein Fluss kontra geometrische Formen

Ein Gemeinschaftsgrabfeld könnte auf dem Friedhof im Kauferinger Westen eine weitere Urnenwand ersetzen. Mit dieser Frage soll sich nun aber erst einmal der Planungsausschuss beschäftigen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Wird auf dem Friedhof im Kauferinger Westen ein Gemeinschaftsgrabfeld realisiert? Bei der Architektur kommen Fragen auf.

Was verändert sich am Friedhof im Kauferinger Westen? Werden die sich langsam der Kapazitätsgrenze nähernden Urnenwände erweitert oder entsteht ein Gemeinschaftsgrabfeld, in dem auch anonyme Bestattungen möglich sind? Diese Fragen konnte der Kauferinger Marktgemeinderat nach ausgiebiger Diskussion nicht beantworten. Mehrheitlich wurde beschlossen, das Thema im Planungsausschuss weiter zu behandeln.

„Fluss der Zeit“ – diesen Namen trägt der Planungsentwurf für ein Gemeinschaftsgrabfeld im Süd-Ost-Sektor des Friedhofs im Kauferinger Westen. Dieses soll einen Weiterbau der Urnenwand ersetzen. Große Findlinge, die den zu Ende gehenden Lebenslauf ähnlich einem Fluss darstellen sollen, Ruhebänke zur Trauerbewältigung und des Gedenkens, dazu naturbelassene Grabstellen in der Erde: So sieht der Vorschlag für künftige Urnengräber aus. Sie sollen mit persönlichen Daten gekennzeichnet eine individuelle Bestattung ermöglichen, ohne Hinweise aber auch eine anonyme. Der Trend gehe zur letzteren Variante, erläuterte Bürgermeister Erich Püttner (UBV): „Geschuldet ist die Entwicklung der sich verändernden familiären Strukturen. Familiengräber werden weniger, weil die Verwandten nicht mehr hier wohnen. Das ist eine Mischung aus überschaubarem Pflegeaufwand und würdigem Ort des Trauerns.“ Dennoch sei der Name des Verstorbenen auf einer Tafel in der Nähe präsent. Insgesamt könnten so bis zu 500 Urnengräber im Boden entstehen. Parallel dazu könnte der „Fluss der Zeit“ nach Vorschlag von Andreas Keller (GAL) mit großen Eichenholzblöcken umfasst werden. Nach dem Motto „Woodhenge“ (dem englischen Steinmonument Stonehenge nachempfunden) sollen diese Stämme auch Sitzgelegenheiten bieten.

So weit die Theorie, für die Praxis ergaben sich in der Diskussion aber einige Nachfragen und auch Kritik. „Spätestens nächstes Jahr müsste eine neue Urnenwand gebaut werden. Der Platz wird eng. Die letzte hat uns 25000 bis 30000 Euro gekostet und 117 Plätze gebracht“, sagte Zweite Bürgermeisterin Gabriele Triebel (GAL), die die Pläne mitpräsentiert hatte. Das Gemeinschaftsgrabfeld könnte für rund 50000 Euro realisiert werden und würde knapp 500 Grabstellen bringen. Thomas Wiesmann ( SPD) meinte, dass es eine zusätzliche Möglichkeit geben sollte und man Wünschen nach Urnengräbern in einer Wand nachkommen und gegebenenfalls anbauen sollte. Eva Nitsche (Freie Wähler) hielt die vorgelegte Kostenschätzung nicht für transparent. Auch Thomas Salzberger (SPD) nannte die Zahlen „lückenhaft“ und empfand die Holzstelen als zu groß.

Eine lange Stellungnahme zu den Gestaltungsvorschlägen der GAL verlas Dr. Klaus Bühler (Mitte). Er riet davon ab, die stark geometrische Architektur des Friedhofs anzutasten: „Ein schlängelnder Bachlauf ohne Wasser? Diese Furche passt da nicht rein. Lasst die Finger von diesem Kreisgebilde. Macht es nicht kaputt.“ Ähnlich sah es Meinrad Mayrock (CSU): „Ich fände es auch schade, wenn man den Kreis zerstört. Die neue Anlage wäre in einem Eckbereich schöner.“ Norbert Sepp (Mitte) mahnte ebenfalls, „die Rotunde nicht zu zerstören. Bitte nicht angreifen“. Gabriele Triebel entgegnete, dass die Kreisanlage im Norden bereits durch Wege durchbrochen sei.

Der geplante „Fluss der Zeit“ wird nun demnächst im Planungsausschuss wieder auf die Tagesordnung kommen.

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