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Musik

30.10.2020

Ein Konzert, bei dem man etwas lernt

Beim „Pyramidenkonzert“ im Historischen Rathaus in Landsberg erklären fünf junge Musiker ein Stück von Johannes Brahms. Das kommt nicht nur bei den kleinen Zuhörern an

Im Festsaal des historischen Rathauses in Landsberg hörten kleine und große Zuhörer das Klarinettenquintett h-Moll, Op. 115, von Johannes Brahms als „Pyramidenkonzert“. Dabei erklärten die jungen Musiker Satz für Satz die Besonderheiten des Stücks und spielten anschließend ein paar Takte an. Ganz am Schluss spielten sie das Quintett ohne Unterbrechung.

Organisiert wurde das Konzert vom Kulturbüro der Stadt. Wie Patricia Eckstein vom Kulturbüro sagte, sei die Reihe „Junges Rathaus“ ein Angebot, normalerweise ohne Reservierung, bei dem junge Künstler spielen. Musiker waren Florentine Simpfendörfer an der Klarinette und Franziska Leupold an der Violine, die 2011 den Kulturförderpreis des Landkreises erhalten hatte, Fabian Kläsener an der Violine, Hedwig Gruber an der Viola. Anne Sophie Keckeis am Violoncello vervollständigte das Quintett.

Hedwig Gruber, geboren und aufgewachsen in Entraching, erhielt 2012 den Kulturförderpreis des Landkreises. Die fünf Musiker kannten sich bereits, spielten in dieser Zusammensetzung aber noch nie. Den Klang der einzelnen Instrumente hervorzuholen, fanden sie eine schöne Idee an dem Pyramidenkonzert, wie Hedwig Gruber auf Nachfrage des LT sagte. Die Idee reifte während eines gemeinsamen Kurzurlaubs am Bodensee. Wegen der coronabedingten Beschränkung der Veranstaltung auf eine Stunde begrenzten die Musiker des Klarinettenquintetts das Konzert auf 20 Minuten.

Als die Künstler mit Maske über eine Treppe den Saal betraten, herrschte noch gespanntes Gemurmel. Unter den 36 Zuhörern waren auch sechs Kinder. Zu Beginn erklärte Hedwig Gruber den Hintergrund des Stücks: Ursprünglich beschloss Johannes Brahms 1890, seine Arbeit niederzulegen. Als er Richard Mühlfeld kennenlernte, Soloklarinettist der Meininger Hofkapelle, komponierte Brahms doch noch ein Trio für Klarinette, Cello und Klavier, schließlich ein Quintett. Mühlfeld war ursprünglich Geiger, brachte sich das Klarinettespielen selbst bei. Bei Brahms und anderen Zeitgenossen war er als „Fräulein Klarinette“ bekannt.

Nach und nach erklärten und zeigten die Musiker die unterschiedlichen Eigenheiten der Sätze: Ein Ländler, eine langsame Melodie im Dreivierteltakt, taucht auf. Darin baute Brahms noch den Klang eines Zymbals, eines Hackbretts, ein, um eine ungarische Weise zu imitieren. Das Kinderlied „Guten Abend, Gut Nacht“ konnte man ebenfalls heraushören. Die Musiker stellten den Kindern im Publikum immer wieder Fragen, wie: „Kennt ihr ein Zymbal?“ Daneben hörte das Publikum eine Melodie, die an kleine tanzende Elfen erinnern sollte. Beim letzten Satz in Moll sei der Unterbau aus Cello und Geigen interessant, erklärte Hedwig Gruber.

Die Musiker gaben nach dem Schlussapplaus noch eine Zugabe ohne Klarinette, einen Ländler in H-Dur für Streichquartett von Franz Schubert. Und wie fanden die Kinder das Konzert? Die zehnjährige Olivia Düchs aus Landsberg kam mit ihrem Vater Mario in den Festsaal. „Ich fand es gut, weil’s so schön war“, war ihr simples Fazit. Ihr Vater beherrscht selbst Klarinette, sieht das Konzert als Motivation, wieder mit dem Spielen anzufangen. „Es war schön und beruhigend“, fand die zwölfjährige Samira Henne aus Buchloe, die selbst Klavier spielt und mit dem Pyramidenkonzert ihr erstes Konzert besuchte.

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