Kreis

12.10.2019

Ein Pool für Helfer

Schulbegleiter und ihre Kosten

Vor rund einem Jahr sorgten die steigenden Kosten für Schulbegleiter für eine lebhafte Debatte in den Landkreisgremien. Rund 1,3 Millionen Euro könnten nach Angaben des Jugendamts diese Integrationshelfer für Schüler allein den Landkreis im kommenden Jahr kosten, denn inzwischen werden 50 bis 60 solcher Helfer benötigt.

Nun soll nach einem im Kreisausschuss einstimmig beschlossenen Antrag der GAL ein Versuch unternommen werden, den Einsatz der Schulbegleiter anders zu organisieren und vielleicht auch Kosten zu sparen. Allerdings: Der Leiter des Jugendamts, Peter Rasch, sieht das Einsparpotenzial als recht begrenzt an. Er sieht aber einen anderen Vorteil in einer Umorganisation. Ob diese jedoch überhaupt möglich sein wird, bleibt zudem abzuwarten. Sie erfordert eine Kooperation mit dem Bezirk Oberbayern.

Die GAL fordert in ihrem Antrag, mit dem Bezirk einen Pool von Integrationshelfern anderer Schulen einzusetzen. Dies ist jetzt möglich, weil das Bundesteilhabegesetz diesen Anspruch auf Eingliederungshilfe nicht mehr als Individualhilfe vorschreibt. Bislang ist jedem hilfsbedürftigen Schüler ein eigener Schulbegleiter zugeordnet. Bei körperlichen oder geistigen Behinderungen ist dafür der Bezirk Oberbayern zuständig, bei seelischen Behinderungen der Landkreis. Die von der GAL geforderten Schulbegleiter-Pools gibt es versuchsweise bereits in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Fürstenfeldbruck. Ob der Bezirk bereits vor Abschluss dieses Versuchs das Pool-Modell auf den Landkreis Landsberg erweitern wird, bezweifelte Jugendamtschef Peter Rasch: „Ich glaube, dass der Bezirk erst nach dem Modellversuch über eine Ausdehnung nachdenken wird.“ Außerdem gab er zu verstehen, dass in diesem Schuljahr nur 37 Prozent der Schulbegleiter poolfähig wären. Bei der größeren Zahl der begleiteten Schüler sei „das Störungsbild so ausgeprägt, dass der Begleiter bei seinem Klienten bleiben muss“.

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Trotzdem, meinte Landrat Thomas Eichinger (CSU), sollte man einen entsprechenden Versuch unternehmen. Auch Josef Loy, Fraktionsvorsitzender der CSU im Bezirkstag, sagte, „mit dem Bezirk kann man immer reden“. Eigentlich aber, so Loy weiter, müsste die Bereitstellung von Schulbegleitern Sache des Kultusministeriums sein.

Christoph Jell (UBV) drückte die Sorge aus, bei einer Poolbildung könnte es „in die Richtung rutschen, was finanziell die beste Lösung ist, und nicht die beste Lösung für den Klienten“. (ger)

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