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Mundraching

26.04.2020

Ein echter Mundrachinger ist der Stille Held im April

Bei der Feuerwehr in Mundraching ist Heinrich Bartl schon seit über 40 Jahren aktiv. Doch das ist nicht sein einziges Ehrenamt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Heinrich Bartl ist seit Jahrzehnten bei der Feuerwehr und den Schützen in Mundraching vorn dabei. Und einmal im Jahr hat der vielseitig aktive 57-Jährige auch in einem Gericht zu tun.

Sie versehen ihre Tätigkeiten, ohne großes Aufheben davon zu machen. Sie helfen, unterstützen, begleiten und gehen voran. Es sind die ehrenamtlichen Bürger, ohne die das Gemeinwohl nicht funktionieren würde. Wir, das sind der Landkreis, die Sparkasse Landsberg-Dießen und das Landsberger Tagblatt, sagen „Danke“ und stellen monatlich einen dieser „Stillen Helden“ im Porträt vor. Heute: Heinrich Bartl aus Mundraching.

„Ich bin einer der letzten im Ort geborenen Mundrachinger“, erzählt Heinrich Bartl. 1962 kam er in seinem Elternhaus zur Welt. Bis heute wohnt er in dem kleinen, zur Gemeinde Vilgertshofen gehörenden Dorf – inzwischen mit seiner Frau und den drei fast erwachsenen Söhnen. Um die beiden aktivsten – und neben den Veteranen einzigen – Vereine im Ort dreht sich sein mehr als drei Jahrzehnte währendes Engagement, für das der 57-Jährige als Stiller Held ausgezeichnet wurde: die Feuerwehr und die Hubertusschützen.

Mit elf Jahren ging er zum Schützenverein

Im Alter von elf Jahren trat Bartl als aktiver Schütze dem Verein bei, zunächst am Luftgewehr, später auch als Luftpistolenschütze. „In beiden Disziplinen war ich schon Schützenkönig, zur Zeit aber nicht“, sagt er bescheiden. Momentan laufe ein „interner Wettkampf“ mit den inzwischen zahlreich gewordenen Pistolenschützen im Verein. Für die Hubertusschützen engagiert sich Bartl seit 1985 im Vorstand, zunächst als Kassier, seit dem Jahr 2000 als Vorsitzender.

Ein echter Mundrachinger ist der Stille Held im April

Während der Saison von Oktober bis März betreut Bartl die wöchentlichen Schießabende. Bis vor Kurzem war er dabei auch noch für das Heizen des Schützenheims zuständig. „Das hat inzwischen der Jugendleiter übernommen, sodass ich eine Stunde später kommen kann“, sagt Bartl, froh über die gewonnene Zeit. Denn die ist immer knapp – im vergangenen Jahr so knapp, dass der Familienurlaub ausfallen musste. Neben seinem Hauptberuf in der elektronischen Instandsetzung in der Welfenkaserne und seinen zeitintensiven Ehrenämtern betreibt der Elektrotechniker und Elektromeister ein Gewerbe als Elektroinstallateur. „Da bleibt nicht viel Zeit für anderes“, sagt er, auf Hobbys angesprochen. Höchsten Stellenwert aber genießt der einwöchige Familienurlaub in Deutschland, der oft mit Besuchen bei Verwandten oder Bekannten verbunden ist. „Und wenn ich Zeit habe, lese ich“, sagt er.

Bei der Feuerwehr ist Heinrich Bartl seit 1976

Bei der örtlichen Feuerwehr hat Heinrich Bartl seit fünf Jahren den Posten des Zweiten Kommandanten inne. Aktiver Brandbekämpfer ist er seit 1976. Ausbildungen zum Maschinist, Gruppenführer und Sprechfunker qualifizierten ihn für unterschiedlichste Funktionen. „Über zehn Jahre war ich Jugend- und Gerätewart“, sagt Heinrich Bartl. Seit vergangenem Jahr sei sein ältester Sohn Tobias Gerätewart.

Zu den Aufgaben von Heinrich Bartl bei der Freiwilligen Feuerwehr gehören Übungen ebenso wie die Ausbildungen, die er für die Jugend der neun Wehren im Brandabschnitt der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Reichling hält. „Seit mehr als 25 Jahren gib es schon die Abschnittsausbildung in der VG“, sagt Bartl. Der Vorteil sei, dass die Nachwuchs-Floriansjünger die unterschiedlichsten Fahrzeuge und Feuerwehrhäuser kennenlernen können. Finde sich für die Feuerwehr ein neuer stellvertretender Kommandant, würde er diese Aufgabe wieder abgeben, sagt er gegenüber dem LT.

Von der Königsproklamation bis zur Weihnachtsfeier

Die Arbeit geht Bartl nie aus, denn Schützen und Feuerwehr sind die Vereine, über die alle Dorfveranstaltungen laufen. Beginnend mit der Königsproklamation im Januar über das Dorffest und das Rockkonzert im Dorfstadel bis hin zur Dorfweihnacht – Bartl ist als Vorsitzender der Schützen und als Zweiter Feuerwehrkommandant von der Organisation bis zur Veranstaltungsbegleitung wochenlang im Einsatz. „Ich mache die Planung nach einer Liste, frage alle Beteiligten ab und koordiniere“, sagt der 57-Jährige. Bei den Veranstaltungen selbst sei er „immer am Springen, wenn irgendwo etwas ist“. Dass er auch einspringt, wenn an einem Posten Not am Mann ist, versteht sich von selbst.

Über ein weiteres Ehrenamt, das im Rahmen der Auszeichnung als Stiller Held nicht gewürdigt wurde, spricht Heinrich Bartl beim Interview. Vor rund vier Jahren wurde er nach einem Vorschlag des Bundeswehrverbands als ehrenamtlicher Richter an den Bayerischen Verfassungsgerichtshof berufen. Etwa eine Verhandlung pro Jahr, in dem über Personalangelegenheiten entschieden wird, stehe in seinem Kalender, sagt er.

Mehr über die Aktion "Stille Helden" lesen Sie hier: Die „Stillen Helden“: Ein Ehrenamt kommt selten allein

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