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Eching

13.05.2020

Ein neuer Gasbehälter im Echinger Klärwerk

Von links: Der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende, Bürgermeister Siegfried Luge, der Verwaltungsratsvorsitzende Herbert Kirsch, und der Vorstand der Ammerseewerke Manfred Schmid bei der Inbetriebnahme des neuen Gasbehälters.
Bild: Ammerseewerke

In der Kläranlage in Eching wird auch Strom produziert. In die Technik werden zwei Millionen Euro gepumpt.

Ein neuer Gasbehälter ist jetzt auf dem Gelände der Kläranlage Ammersee in Eching in Betrieb genommen worden. Der Gasbehälter nimmt Faulgas auf, das aus Klärschlamm und weiteren energiereichen Abfällen gewonnen wird. Daraus wird Strom erzeugt, der wiederum in der Anlage verwendet wird. Das geht aus einer Pressemitteilung der Ammerseewerke hervor.

Die Kläranlage behandelt seit 1972 das Abwasser von 15 Gemeinden rund um den Ammersee. Kontinuierlich werden an der Anlage Optimierungen und Erweiterungen vorgenommen, um die energetischen und verfahrenstechnischen Abläufe ständig zu verbessern und dem Ziel einer energieautarken Kläranlage näher zu kommen, heißt es in einer Mitteilung der Ammerseewerke.

60 Prozent des eigenen Energiebedarfs werden vor Ort erzeugt

Im vergangenen Jahr wurden auf dem Kläranlagengelände rund 2,9 Millionen Kilowattstunden Strom und 4,3 Millionen Kilowattstunden Wärme erzeugt. Damit konnte der Stromverbrauch des Klärwerks von insgesamt 4,8 Millionen Kilowattstunden zu 60 Prozent mit eigener Elektrizität gedeckt werden, so der Geschäftsführer der Ammerseewerke, Manfred Schmid.

In einer Kläranlage gebe es einige große Stromverbraucher, so Schmid, der als Beispiel die Tiefenbelebung des Abwassers unter einer Wassersäule von 14 Metern nennt, für die große Gebläse Luft einleiten. Die produzierte Wärme übersteige den eigenen Bedarf bei Weitem. Neben dem eigenen Klärschlamm verwerten die Ammerseewerke auch energiereiche Stoffe von Dritten, etwa Glyzerin.

Der neue Behälter hat einen Durchmesser von 18 Metern

Vor diesem Hintergrund wurde Ende April ein neuer Gasbehälter in Betrieb genommen. Damit stehe für die Faulgasproduktion ein größerer Speicher zur Verfügung, und der Gasanfall könne trotz betriebsbedingter Schwankungen vollständig von den drei Blockheizkraftwerk-Anlagen (BHKW) verwertet werden. Betriebstechnische Störungen durch Druckschwankungen und ungünstige Gaszusammensetzungen seien durch einen nunmehr konstant erzeugten Vordruck im Gasbehälter nicht mehr möglich.

Der neue Behälter erreicht bei einem Durchmesser von 18 Metern eine Höhe von 15 Metern und wurde im rückwärtigen Bereich der Anlage errichtet. Aufgrund des sensiblen Untergrunds steht der Speicher auf 16 Mikroverpresspfählen mit einer Länge von je 17 Metern. Im Innern des Behälters erzeugt eine gewichtsbeladene Membran mit Teleskopführung einen konstanten Überdruck von 20 Millibar, um die BHKW-Anlagen gleichbleibend bedienen zu können.

Mit der Optimierung des gesamten Gassystems belaufen sich die Kosten der gesamten Maßnahme auf rund zwei Millionen Euro. Das, so Geschäftsführer Schmid, sei Geld, das für die Zukunft der Abwasserbehandlung am Ammersee gut investiert sei. (ger)

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