1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Ein schlechtes Geschäftsmodell

Landsberg 

14.02.2018

Ein schlechtes Geschäftsmodell

Mit Ecstasy-Pillen wollte ein Landsberger groß ins Geschäft kommen. Die Sache ging schief. Jetzt stand er deswegen vor Gericht. dpa - Bildfunk+++
Bild: dpa (Symbolfoto)

Ein 35-Jähriger Mann aus Landsberg blieb auf fast 1000 Ecstasy-Tabletten sitzen. Haftstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt.

Mit einem Drogen-Deal wollte ein 35-Jähriger „schnelles Geld“ machen. Der Handel flog auf, der Mann ging leer aus. Er muss froh sein, dass er nicht im Gefängnis gelandet ist. Trotzdem: Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Richters Alexander Kessler verhängte eine Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung.

1000 Ecstasy-Tabletten gekauft

„Es war blöd, was ich im Februar 2017 gemacht habe“, bedauerte er. Damals hatte der Beschuldigte von einem ihm unbekannten Mann 1000 Ecstasy-Tabletten für 2000 Euro erworben. Das wollte er dann gewinnbringend wieder weiterverkaufen. Der Drogenhändler kam zum vereinbarten Treffen in einer Gaststätte in einem Mercedes mit Landsberger Kennzeichen vorgefahren. Er stellte sich als „Mike“ vor. Mehr Infos zu seiner Person gab es nicht. Dann kam es zum Geschäft: 1000 Ecstasy-Tabletten. „So viele hatte ich vorher noch nie gesehen“, erzählte der Angeklagte vor Gericht. Glücklich wurde er damit nicht. Eigentlich brachten ihm die „Dinger“ nur Ärger. Der Angeklagte setzte beim Verkauf zunächst auf jemanden, der ihm angekündigt haben soll, einen Großteil der Ware abzunehmen. Der kaufte der aber nur 88 Stück. Der 35-Jährige, der nach Auskunft seines Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. Michael Pösl, in der Drogenszene nicht gut vernetzt war, saß also auf 912 Tabletten fest – und wusste nicht, wohin damit. Zu Hause wollte er die Ware nicht auf Dauer lagern. Das erschien ihm zu unsicher. So ging er kurzerhand her und versteckte 682 Tabletten im Keller eines Verwandten unter. Die übrigen 230 sollte der Mann auf Kommission veräußern, der ihm die 88 Stück abgenommen hatte.

Wind von der Aktion bekommen

Soweit kam es nicht mehr, denn die Polizei hatte Wind von der „Ecstasy-Aktion“ bekommen. Eine Hausdurchsuchung setzte den Geschäften im August vergangenen Jahres ein Ende. Den Abnehmer aus der Nachbarschaft erwartet demnächst ein eigenes Verfahren in Sachen Drogenhandel.

Koks löste Marihuana ab

 „Mit 15 Jahren bin ich erstmals mit Marihuana in Kontakt gekommen“, berichtete der Angeklagte. Etwa mit 20 sei Kokain hinzugekommen. Einige Male jedes Jahr. Nach und nach habe der „Koks“ das Marihuana in den Hintergrund gedrängt. Große Mengen seien es nie gewesen. Dann kam der Februar 2017. Angeblich hat der Angeklagte dem Rauschgift in der Zwischenzeit abgeschworen. Die Bewährungsstrafe, die gegen ihn verhängt wurde, nahm der Mann an. Für zwei Jahre wird ihm eine Bewährungshelferin zur Seite gestellt. Bei der Caritas Landsberg muss er sich zu fünf Drogen-Beratungsgesprächen einfinden und zudem 2500 Euro an den Caritasverband für den Landkreis Landsberg bezahlen. Die 264 Euro, die der Mann für die 88 verkauften Ecstasy-Tabletten erhalten hat, darf er ebenfalls nicht behalten. Das Geld ist als Werterhalt an den Staat zurückzuzahlen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren