Adventskonzert

12.12.2018

Ein volles Haus

Der Chor „Vox Villae“ und die Bläserakademie „advanced“ gestalteten das Benefizkonzert des Lions Clubs in der Katharinenkirche.
Bild: Julian Leitenstorfer

Landsberger Lions bieten die Bläserakademie und den Chor Vox Villae

„Volles Haus“ ist vielleicht etwas despektierlich ausgedrückt, aber es entsprach der Wahrheit. Die Landsberger Lions hatten zum traditionellen Benefiz-Adventskonzert zugunsten ihres Hilfswerks eingeladen und die Katharinenkirche war mehr als voll besetzt. Das Konzert, für das Lion Andreas Horber verantwortlich ist, wird seit ein paar Jahren von der Bläserakademie „advanced“ und dem Weiler Chor Vox Villae gestaltet.

Die Bläserakademie (Organisation Thomas Kindl) ist ein Weiterbildungsangebot des Musikbundes von Ober- und Niederbayern (MON) für jeweils 30 fähige und interessierte junge Musiker mit Blasorchestererfahrung. Vier Mal im Jahr wird mit professionellen Dozenten geprobt, das Konzert in Landsberg ist krönender Abschluss. Es ist stets faszinierend und beeindruckend, was in der Bläserakademie bei Hochschulprofessoren und Mitgliedern großer Sinfonieorchester übers Jahr gelernt wurde. Heuer konnte, nach festlichem Auftakt mit Orgel (Marianne Lösch) und Trompeten, BR-Moderatorin Ulla Müller mit viel musikbegleitendem Wissen durch ein abwechselnd von Chor und Instrumentalgruppen gestaltetes Programm führen, das eine schöne Mischung aus bekannten und weniger geläufigen Kompositionen aus verschiedenen Musikepochen war.

Zuweilen war auch gutes Hinhören gefragt, denn die nach Registern zusammengestellten Ensembles spielten teilweise Stücke, die sicher vielen der Konzertbesucher in anderem Kontext geläufiger sind. Es war dann besonders reizvoll zu hören, wie beispielsweise der Bach-Choral „Wachet auf“ klingt, wenn er nicht von einem Organisten, sondern von einem Blechbläserensemble unter der Leitung von Thomas Kindl intoniert wird. Ein Präludium desselben Komponisten für Hornquintett – ungewöhnlich, wunderbar.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Noch ausgefallener, ja fast exotisch mutete Schumanns „Träumerei“ an. Das hochromantische Klavierstück spielte ein Tuba-Quintett und das war nicht nur richtig exzellent, sonder hatte trotz der tiefen Lage auch gar nichts von seiner zarten Stimmung eingebüßt. Faszinierend ist das vor allem auch mit dem Wissen, dass die Tuba als tiefstes Blechblasinstrument recht viel Luft verlangt, wenn sie Töne machen soll. Bei der Querflöte ist das nicht der Fall, sie verlangt eher zarte Behandlung. Die Querflötenensembles beeindruckten bei den Originalkompositionen mit sauber flirrenden Trillern und sich rankenden Tönen. Ein Originalwerk hatte auch das Posaunenensemble verinnerlicht, eine hervorragend dargebotene „Etüde für das tiefe Blech“.

Nach dem Klarinettenquintett, das, wie auch die anderen Ensembles, mit zwei Stücken aus unterschiedlichen Epochen glänzte, trat Vox Villae erstmals auf. Der Chor, seit diesem Jahr wird er von Thomas Becherer geleitet, ist erstaunlich stimmgewaltig und stimmenmäßig ausgewogen. Wie im Verlauf des Konzerts immer deutlicher wurde, verfügt Vox Villae über hervorragende Frauen- und überraschend kräftige Männerstimmen. Die Chorsätze waren dynamisch interpretiert, was für sehr gute Probenarbeit spricht. Sehr angenehm war die impulsive Unterbrechung des Gesangs, als mehrere Fahrzeuge mit eingeschaltetem Martinshorn auf der Straße vor der Kirche vorbeirauschten. (löbh)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren