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Dienhausen

12.05.2020

Eine Brandserie ist Grund für ein Kunstwerk bei Dienhausen

Eine kleine Kapelle hat Matthäus Unsin errichtet, um der gestifteten Floriansfigur im Wald bei Dienhausen einen Aufbewahrungsort zu schaffen.
Bild: Andreas Hoehne

Plus Reinhold Winterholler hat eine Skulptur vom heiligen Florian geschnitzt. Sie erinnert an die Brandserie im Landkreis Landsberg im vergangenen Jahr.

Gerade in diesen Krisenzeiten ist die Creszentiakapelle im Wald bei Dienhausen Ziel vieler Gläubiger für ein stilles Gebet. Auf der Waldlichtung gibt es seit Kurzem auch eine kleine Kapelle, die einen geschnitzten heiligen Florian aufgenommen hat. Damit hat es etwas Besonderes auf sich.

Gestiftet wurde diese Figur von Reinhold Winterholler aus Oberdießen. Wie es dazu kam, erzählt Matthäus Unsin. Er hat diesen Ort des Glaubens geschaffen und engagiert sich in der Rumänienhilfe. Der im Dorfleben engagierte Winterholler sei in der Zeit, in der die Serie von Brandstiftungen im südlichen Landkreis die Öffentlichkeit beunruhigte, sehr in Sorge um seine Feldstadel gewesen. Er sei deshalb mindestens drei Mal in der Woche zur Creszentiakapelle gekommen und habe um Schutz gebetet. Als die Brandstifter gefasst worden waren, sei er zu Matthäus Unsin gekommen und habe versprochen, zum Dank einen heiligen Florian, den Patron der Feuerwehr, zu schnitzen.

Die Skulptur ist 300 Kilogramm schwer

Den schnitt er mit der Motorsäge aus einem Eichenstamm mit 80 Zentimetern Durchmesser. Um einen angemessenen Aufbewahrungsort für diese 1,50 Meter hohe und etwa 300 Kilo schwere Figur zu schaffen, baute Unsin in drei Wochen Arbeit diese Kapelle, die ein kleines Abbild des Gebäudes ist, das am Behindertenheim im ungarischen Mohacs steht. Dieses hatte Unsin zusammen mit seinen Rumänienhelfern in Arbeitseinsätzen über drei Jahre hinweg für bis zu 60 Kirchgänger errichtet.

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Das Glockentürmchen, das beim Original auf dem Dach steht, findet sich in Dienhausen neben der Kapelle. Wie in Ungarn soll ein bemaltes Kirchenfenster eingebaut werden. Das lasse er von einem Künstler aus Altenstadt anfertigen, kündigte der Fliesenlegermeister an. Angebracht wurden zudem Tafeln, die den Ursprung der Figur erläutern.

Schwer sei die Situation in Rumänien besonders für die Armen, erklärt Unsin im weiteren Gespräch. Man habe einen Hilferuf des Direktors der Caritas von Caransebes, Ludwig Mleziva, erhalten, den die Rumänienhilfe Dienhausen bereits regelmäßig unterstütze. Denn wegen Corona dürfe die Caritas die Basare nicht mehr abhalten, in denen Hilfsgüter günstig abgegeben wurden und deren Erlöse der Einrichtung zugute kämen. Deshalb gehe Mleziva das Geld aus und er könne seine Mitarbeiter nicht mehr bezahlen. Man habe ihm einen Vorschuss überwiesen, berichtet Unsin, um ihm in dieser Notlage zu helfen.

Denklinger Schlosser unterstützt Projekt

Man habe noch so viele Arbeiten vorgehabt, stellt Matthäus Unsin fest, wie Reparaturen im Kloster von Caransebes. Doch es sei völlig ungewiss, wann man wieder nach Rumänien fahren dürfe. Derzeit fertige ein Denklinger Schlosser eine Metalltreppe für das Stadthaus, in dem Jugendliche untergebracht sind, die aus dem Kinderheim Zagujeni stammen und nun in Caransebes ihre Berufsausbildung machen. Die dort vorhandene Holztreppe hatte nicht mehr den EU-Vorschriften genügt.

In der Creszentiakapelle in Dienhausen finden die Gläubigen derzeit zudem eine Kerze vor, die Matthäus Unsin vor vier Wochen angezündet hat und die Tag und Nacht brennt. Über einen Meter hoch war sie damals, berichtet er, und sie soll an die Corona-Toten erinnern und die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie ausdrücken. Nun reiche das Wachs noch für drei Wochen, schätzt er, dann sollte seinem Wunsch nach zumindest in Deutschland das Schlimmste überwunden sein.

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