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Konzert

13.11.2013

Eine nicht alltägliche Exaktheit

Cimarosa Requiem in Sankt Ottilien von Vox Villae.
Bild: Romi Löbhard

Cimarosa-Requiem in der Klosterkirche St. Ottilien

St.Ottilien Mut, der mit einer hervorragenden Aufführung belohnt wird: Dr. Karl Heinz Moser hat mit dem Chor Vox Villae, einem kleinen Orchester sowie Orgel und Solisten das Requiem in g-Mol von Domenico Cimarosa einstudiert und das (hervorragende), viel beklatschte Ergebnis in der Klosterkirche Sankt Ottilien präsentiert.

Karl Heinz Moser, von Beruf eigentlich Allgemeinarzt, allerdings durch seine Ausbildung im Windsbacher Knabenchor musikalisch/gesanglich erheblich vorbelastet, hat vor acht Jahren die Leitung des gemischten Chors „Liederkranz Weil“ übernommen. Und seither einiges umgekrempelt beziehungsweise erneuert: Aus Liederkranz wurde Vox Villae, das Repertoire des Chors umfasst jetzt neben „Liederkranz“-Liedern auch Brahms- und andere Kunstlieder sowie mittlerweile mehrere abendfüllende Werke, und als jüngstes jetzt auch das Requiem eines italienischen Komponisten. Domenico Cimarosa war vor allem Opernkomponist, das ist dem Requiem anzumerken.

Die Melodien sind eingängig, von den Solisten sind einige Koloraturen zu hören. Wenn es stimmt, dass Cimarosa das gesamte Werk in nur zwei Tagen komponierte, dann ist auch das zu hören. Einzelne oder mehrere, aneinander hängende Takte kehren immer wieder. Und nicht zuletzt hat auch der Chor zwar viel zu singen, aber doch eine eher untergeordnete Rolle. Das Konzert mit einem Chor aus der Gegend zeige die enge Verbundenheit des Klosters mit den umliegenden Gemeinden, sagte Bruder Odilo Rahm zu Beginn der Veranstaltung. „Gerade diese Kontakte braucht das Kloster, braucht unsere Gemeinschaft“, so der Organisator der Konzertreihe in Sankt Ottilien. Das gesamte Ensemble dankte diese Anmerkungen mit hervorragender Musik. Auffallend war, wie genau Karl Heinz Moser auf die akustischen Besonderheiten der Kirche einging. Er hielt viele Pausen, stets durften Töne auch in langsamen Teilen erst verklingen, ehe neue aufgenommen wurden. Das verlieh der Aufführung eine große, nicht alltägliche Exaktheit und tat dem gesamten Werk gut.

Der Chor sang seine Passagen sehr sauber, das Zusammenwirken mit dem Orchester, das sich aus Mitgliedern des Münchner Orchesterprojekts MUCCapella zusammensetzte, klappte exakt. Besonderes Lob geht an die Instrumentalisten, die ihre teilweise recht anspruchsvollen Partituren perfekt verinnerlicht hatten und in sauberer Intonation wiedergaben. Sehr gut vorbereitet auch die jungen Solisten, allen voran Teresa Tièschky, die am Gymnasium Sankt Ottilien ihr Abitur machte und bereits einige musikalische Preise errang. Auch der Fürstenfeldbrucker Bariton Matthias Winckhler beeindruckte mit einem gewaltigen Stimmvolumen. Sehr schön die Duette Sopran/Mezzosopran, bei denen sich Tièschky und die junge Russin Sofiya Almazova perfekt ergänzten. Nutthaporn Thammathi glänzte mit einem hellen, hohen Tenor. Alle vier Solisten studieren Gesang am Mozarteum.

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