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Serie (3)

06.11.2017

Elegante Zeichnungen

Einer der Altarentwürfe von Johann Michael Feichtmayr.
Bild: Stadtmuseum

Das Stadtmuseum und seine zehnteilige Demoversion. Heute: der Barock

Das Landsberger Stadtmuseum macht sich im Herbst und Winter 2017/18 selbst zum Thema: Die Sonderausstellung „Demoversion Stadtmuseum“ soll anhand von zehn Themenbeispielen eine Vorstellung der künftigen Dauerausstellung geben. Und die Besucher des Museums werden aufgefordert, ihre Meinung dazu zu äußern. In einer Serie stellen wir die zehn Themen und die sie vertretenden Exponate vor. Heute: der Barock.

In der Ausstellung „Demoversion Stadtmuseum“ wird ein Grafikschrank gezeigt, den der Besucher vorsichtig öffnen kann. Darin befinden sich fünf Altarentwürfe, die sich durch eine feine Federführung auszeichnen: gedrehte Voluten, Akanthusblätter, die sich um Säulen und Kapitelle ranken, Rocaillen und Putti platziert der Zeichner mit präzisem Strich. Diese Blätter lagen lange als unentdeckter Schatz im Museumsdepot, niemand wusste, von welcher Hand die elegant ausgeführten Zeichnungen stammen – bis die Wissenschaftlerin Elisabeth Hinterstocker während der Recherchen zu ihrer Dissertation über Franz Xaver Schmädl zufällig auf diese hochkarätigen Zeichnungen stieß.

Ein halber Vertrag – kaum zu lesen – auf der Rückseite einer der Blätter entpuppte sich als handfeste Fährte: Es handelt sich um Altarentwürfe von Johann Michael Feichtmayr, dem „genialsten Wessobrunner Ornamentiker“, wie der Kunstexperte Hugo Schnell einst urteilte. Feichtmayr zählte zu den bekanntesten Stuckateuren aus Wessobrunn und war einer der wichtigsten Altarbauer des bayerischen Rokoko. Welch ein Schatz im Bestand des Museums, der darum auch lichtgeschützt verwahrt wird. In der Publikationsreihe des Museums werden die Forschungsergebnisse zu den Altarentwürfen vorgestellt.

Viele Architekten und Stuckateure kamen zur damaligen Zeit aus der Gegend um Wessobrunn, so auch der berühmte Dominikus Zimmermann, der vor 300 Jahren die Rathausfassade in Landsberg stuckierte. Die „Wessobrunner“ prägten Barock und Rokoko in Süddeutschland entscheidend. Sie bildeten höchst erfolgreiche Arbeitsgemeinschaften und entwickelten die Stuckateurskunst zum Exportschlager.

Der Barock hat wie keine andere Kunstepoche den Stil der Kirchen zwischen Lech und Ammersee geprägt. (lt)

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