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Landsberg

17.11.2016

Faschingsparty im Doppelpack

Partystimmung im Zelt auf der Waitzinger Wiese. Im nächsten Jahr haben die Besucher des Lumpigen Donnerstag in Landsberg die Wahl, zwischen zwei Veranstaltungen dieser Art. Denn der Stadtrat genehmigte ein weiteres Partyzelt auf der Bosse-Wiese. 

Der Stadtrat setzt sich gegen die Verwaltung durch und genehmigt ein zweites Zelt auf der Bosse-Wiese.

Die vielen Besucher, die am Lumpigen Donnerstag zum Feiern nach Landsberg kommen, haben im nächsten Jahr die Wahl zwischen zwei Partyzelten. Denn entgegen der Empfehlung der Verwaltung, stimmte der Stadtrat in seiner Sitzung einer Nutzung der Bosse-Wiese zu. Das hatte die Moritz Gastronomie beantragt, nachdem der Landsberger Gastronom Niki Amberger den Zuschlag für die Waitzinger Wiese erhalten hat. Beide Veranstalter planen, ein Festzelt aufzustellen, das Platz für an die 3000 Besucher bietet.

Im Jahr 2013 wurde auf der Waitzinger Wiese erstmals ein Partyzelt aufgestellt, das eigentlich auf dem Tollwood in München zu Hause ist. Das „PaLLazzo“, das Claus Moritz und Christian Greinwald organisieren, lockte nicht nur zahlreiche Gäste aus der Region an, sondern entzerrte auch das Partygeschehen in der Innenstadt. Weil mit Niki Amberger ein weiterer Gastronom ein solches Partyzelt aufstellen will, beschloss der Stadtrat im Januar, ein rollierendes System einzuführen. Das bedeutet, dass das Recht zur Durchführung einer entsprechenden Veranstaltung zwischen den Antragstellern jedes Jahr wechselt. Daher wurde für das nächste Jahr ein entsprechender Vertrag mit Niki Amberger geschlossen.

Anfang Juli teilte die Verwaltung Claus Moritz mit, dass sein Antrag auf Benutzung der Waitzinger Wiese abgelehnt wurde. Gleichzeitig wurde er darüber informiert, dass die Bosse-Wiese, auch Schlüsselanger genannt, in den Wintermonaten nicht mehr vermietet wird. Das geht aus seinem Antrag hervor, der jetzt im Stadtrat behandelt wurde. Die Bedenken der Verwaltung trug Ernst Müller, der Leiter des Amts für öffentliche Sicherheit und Ordnung, in der Sitzung vor. Bisher wurde die Bosse-Wiese für ein Zelt des Faschingsvereins genutzt, in dem die Teilnehmer des Gaudiwurms verköstigt wurden. Dabei seien Wasserleitungen eingefroren, zudem habe man das Gelände nicht ordnungsgemäß räumen und streuen können. Da in einem Festzelt mit 2000 bis 3000 teils stark alkoholisierten Besuchern zu rechnen sei, ist ein mitunter eis- und schneeglattes Gelände seiner Meinung aus sicherheitsrechtlichen Gründen nicht vertretbar. „Die Verwaltung empfiehlt deshalb dringend, den Schlüsselanger im Winter generell nicht mehr für Vermietungen freizugeben“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

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Etlichen Stadträten ging diese Einschätzung zu weit. Moritz Hartmann (Grüne) sagte, der Veranstalter kenne das Gelände. Und: Für einen reibungslosen Ablauf könnten schließlich auch Auflagen gemacht werden. Sein Kollege Felix Bredschneijder (SPD) sah einen positiven Aspekt eines zweiten Partyzeltes, das das Geschehen in der Altstadt entzerren würde. In eine ganz andere Richtung ging der Wortbeitrag von Wolfgang Weisensee (Landsberger Mitte). Der Notarzt warnte vor einer Überforderung der Rettungskräfte, wenn das „organisierte Massenbesäufnis“ ausgeweitet wird. Bereits in den vergangenen Jahren hätten verletzte und stark alkoholisierte Gäste in umliegenden Krankenhäuser gebracht werden müssen, weil die Kapazitäten in Landsberg erschöpft gewesen seien. „Mit einem zweiten Partyzelt läuft das aus dem Ruder“, sagte er.

Am Ende der Diskussion stimmten die Stadträte mit 17:10 Stimmen für den Antrag von Claus Moritz. Der freute sich und sagte gegenüber unserer Zeitung, die von Ernst Müller angesprochenen Probleme (Wasserleitungen, Räumen und Streuen) lösen zu können. Auch Niki Amberger äußerte sich auf Nachfrage zu der Entscheidung. Als Veranstalter begrüße er ein zweites Zelt. Damit könne die große Nachfrage bedient werden. Und: Konkurrenz belebe schließlich das Geschäft.

Niki Amberger ist aber auch Vorsitzender des Faschingsvereins, der den Gaudiwurm organisiert. Ein zweites Zelt mache den Lumpigen Donnerstag in Landsberg zwar attraktiver, stelle den Verein aber vor ein organisatorisches Problem. Denn bislang wurden die am Umzug teilnehmenden Faschingswagen – kommendes Jahr ist von 24 die Rede – in der Spöttinger Straße aufgestellt, die Bosse-Wiese diente als Wendeplatz. Steht dort ein Partyzelt, sei dies nicht mehr möglich. Doch eine Lösung scheint bereits in Sicht. Wie Ernst Müller im Gespräch mit dem Landsberger Tagblatt sagte, prüft die Stadtverwaltung derzeit, ob der Gaudiwurm wie in früheren Jahren wieder in der Von-Kühlmann-Straße startet. Dort könne auf dem Parkplatz am Papierfleck (vor dem Landratsamt) gewendet werden.

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