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Bürgerversammlung

19.03.2011

Fassadenmalerei leidet bei Fensteraustausch

Durch den Austausch eines Fensters hat die Malerei am Eingangstürmchen des Riederauer Feuerwehrhauses gelitten.
Bild: Foto: ger

Ehemaliges Rathaus ist Thema, daneben auch die Energieversorgung

Riederau Bürgermeister und Gemeinderat gibt es in Riederau zwar seit 33 Jahren nicht mehr, das Rathaus ist aber nach wie vor ein das Ortsbild prägendes Gebäude. Und es wird von manchen Einwohnern offenbar auch recht genau beäugt. In der Bürgerversammlung am Donnerstagabend im „Kramerhof“ wurde das deutlich, als mit einem Antrag eines Bürgers ein pfleglicher Umgang mit dem 1937 errichteten Verwaltungsbau angemahnt wurde.

Anlass war, dass die Marktgemeinde Dießen kürzlich einige alte Fenster austauschte, unter anderem auch am zwiebelbekrönten Eingangstürmchen. Dieses Fenster ist umrahmt von ziegelroten Putzmalereien, die bäuerliche Szenen mit Vieh, Saat und Ernte zeigen. Doch beim Einbau des neuen Fensters wurden die Illustrationen beschädigt. Daneben wies der Antragsteller auch auf Putz- und Farbschäden an der Straßenseite des ehemaligen Rathauses hin.

Bürgermeister Herbert Kirsch versicherte, die Wandmalerei erhalten zu wollen. Es seien aber erst fachliche Erkundigungen einzuholen, ob nur ausgebessert oder fehlende Teile auch rekonstruiert werden sollen. Auch Letzteres dürfte jedoch kein Problem sein, meinte der Antragsteller: „Es gibt alte Fotos.“ Außerdem werde die Fassade ausgebessert, sicherte Kirsch zu.

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Daneben kam in der Bürgerversammlung noch ein zweites Gebäude aus den 1930er-Jahren zur Sprache: der Bahnhof. Bezug nehmend auf die vorangegangene Bürgerversammlung berichtete der Rathauschef, dass die Deutsche Bahn aktuell mitgeteilt habe, die „Entbehrlichkeitsprüfung“ abgeschlossen zu haben. Das Ergebnis laute, das Stationsgebäude könne verkauft werden. Eine Veräußerung sei aber noch nicht in die Wege geleitet worden.

Ausführlicher ging Kirsch auf die Energieversorgung ein. Ein Bürger hatte gefragt, warum in Dießen nicht das möglich sei, was in Sachen Geothermie in Utting oder Bernried sich tue. „Die Diskussion führen wir, wenn die Kraftwerke dort stehen“, erwiderte Kirsch. Er warnte vor Euphorie insbesondere im Hinblick auf die Stromproduktion. Kirsch verwies etwa auf das Kühlungserfordernis: „Zuerst hätte man in Utting 860000 Kubikmeter Wasser im Jahr gebraucht, jetzt soll es eine Luftkühlung werden und ich weiß nicht, wie viele Luftkühlungen dann in der Landschaft stehen.“ Der Wirkungsgrad belaufe sich auf lediglich zehn bis zwölf Prozent, auch den ökologischen Wert relativierte Kirsch. „Der Eigenstromanteil beträgt 30 bis 40 Prozent, den holt man aus dem Atomkraftwerk und erzeugt damit ökologischen Strom.“ Die Geothermie sollte deshalb vorrangig der Wärmenutzung dienen, so der Bürgermeister.

Erneut bezeichnete es Kirsch als günstig, dass den Dießener Claim die Stadtwerke München besitzen und das Erlaubnisrecht weiter behalten wollen, ohne die Gemeinde unter Druck zu setzen. Die Einschätzung, dass sich eine Heißwassernutzung in Dießen nicht rechne, müsse nicht dauerhaft sein: „Die wirtschaftlichen Möglichkeiten können sich schnell ändern“, deutete Kirsch kurz auf die aktuelle energiepolitische Diskussion.

Die Chancen auf einen Anschluss Riederaus an die Erdgasversorgung sieht Kirsch als gering an. Auch in dieser Branche seien Netz und Versorger inzwischen getrennt.

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