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Fliegerhorst-Verkauf: Fragwürdiger Messe-Schlager

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Kommentar Von Gerald Modlinger
10.09.2019

Was hat denn die Verkäufer von Bundes-Liegenschaften bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) geritten, am Wochenende eine Verkaufsanzeige für den Penzinger Fliegerhorst aufzugeben? So richtig überzeugen kann der Erklärungsversuch der zuständigen Verkaufsleiterin nicht. Aber es dürfte wohl so gewesen sein, dass die Bima einen Knüller für ihren Ausstellungsstand bei der im Oktober stattfindenden Expo Real in München vorweisen wollte – und deshalb wurde ein entsprechender Testballon gestartet.

Dieser wurde im Landkreis Landsberg als ein nicht gerade freundlicher Akt wahrgenommen, auch wenn die Kommunalpolitiker den Vorgang maßvoll-diplomatisch kommentieren. Zwar wurde dem aufmerksamen Leser des Exposés schnell klar, dass das Angebot einige Haken hat und es sich erst um eine „Vorankündigung“ handelte. Weil aber derzeit gar keine Verkaufsmöglichkeit an Investoren besteht, erscheint diese Veröffentlichung umso fragwürdiger.

Der Fliegerhorst ist nicht das richtige Objekt für einen Messe-Schlager. Ein direkter Verkauf des Bunds an Investoren steht wahrscheinlich nie an. Penzing und Landsberg und vielleicht noch andere Mitwirkende in einem kommunalen Zweckverband werden es sich nicht entgehen lassen, das riesige Entwicklungspotenzial auf dem 270 Hektar großen Gelände selbst in die Hand zu nehmen.

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Alles andere wäre auch politisch nicht verantwortbar. Der Penzinger Fliegerhorst ist eine einmalige Gelegenheit, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten Flächen für Wohnen und Gewerbe, öffentliche Einrichtungen und vielleicht auch Wissenschaft und Forschung zu schaffen, ohne dafür weitere bislang unbebaute Felder zu verbrauchen. Deshalb war es nur folgerichtig, die verunglückte Online-Anzeige wieder aus dem Netz zu nehmen. Denn sie weckte Erwartungen, die sich nicht erfüllen werden.

Lesen Sie den Artikel zum Kommentar: Aus der Traum vom Ein-Euro-Flugplatz

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