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Walleshausen

20.06.2017

Für einen Rattenschwanz gibt es 2,50 Euro Belohnung

Sieht putzig aus, sorgt aber wie der Biber für Schäden an Wasserbauwerken: Die Bisamratte. Anders als der große Nager mit dem breiten Schwanz, darf die aus Nordamerika stammende Bisamratte gejagt werden. Im Loosbach in Unfriedshausen gibt es Probleme mit den Tieren, wie es in der Bürgerversammlung hieß.
Bild: Thomas Warnack, dpa

Wer in Walleshausen den Fang einer Bisamratte nachweist, bekommt von der Gemeinde Geltendorf Geld. Am Loosbach gibt es Probleme mit den Nagern.

Die Vorstellung, dass da jemand mit einem Sack voller Bisamrattenschwänze ins Rathaus marschiert, mutet seltsam an. Doch es gibt sie noch in Geltendorf, diese Vergütung für jeden, der Derartiges vorweisen kann: 2,50 Euro zahlt die Gemeinde für jeden Bisamrattenschwanz.

Die Bisamratte war eines von vielen Themen in der Bürgerversammlung in Walleshausen: Eine Bürgerin klagte über Bisamratten am Loosbach in Unfriedshausen. Bisamratten verursachen, ähnlich dem Biber, Schäden an Wasserbauwerken, weil sie Gänge in Dämme oder an Bachufern bauen. Die Bisamratte wurde wegen ihres Felles aus Nordamerika eingeführt und hier heimisch. Sie gilt vielen als Schädling.

Geschäftsstellenleiter Florian Hänle informierte in der Versammlung über einen alten Beschluss in Geltendorf: „Für einen Schwanz der Bisamratte zahlt die Gemeinde 2,50 Euro.“ Die Bisamratten seien im Gegensatz zum Biber nicht geschützt und dürften auch von Privatleuten gefangen werden. Auf Nachfrage des LT recherchierte Hänle nach den jüngsten Bisamrattenfängen, die von der Gemeinde vergütet worden sind: Im November 2014 waren es 112 Stück, im August des Jahres 26 und im Februar 2013 32 Stück. Hänle geht davon aus, dass auch andere Gemeinden diese Regelung haben. Er kennt sie auf jeden Fall aus einer Kommune, in der er vorher tätig war, und aus seiner Heimatgemeinde. Früher hätten vor allem ältere Landwirte sich auf die Jagd nach der Bisamratte gemacht, die in Fallen gefangen würden.

Rainer Fuß von der Unteren Naturschutzbehörde erläutert, dass Bisamratten zum jagdbaren Wild zählten und in Lebendfallen gefangen werden dürften. Freilich müsse der Tierschutz beachtet werden, Klapp- und Schlagfallen seien nicht erlaubt. Seiner Erfahrung nach hört man heute nicht mehr so viel von Problemen durch Bisamratten. Möglicherweise liege dies daran, dass der Biber als Konkurrent um denselben Lebensraum aufgetaucht sei.

Am Loosbach macht nicht nur die Bisamratte Probleme, die Bürgerin wünscht sich auch eine Grabenräumung, aber die muss laut Bürgermeister Wilhelm Lehmann noch hinten anstehen angesichts knapper Mittel.

Zur Paartalhalle erfahren die Bürger nichts Neues

Die Sanierung der Paartalhalle, in der seit dem Frühjahr 2016 keine Veranstaltungen mehr stattfinden können, sorgte vergangenes Jahr für Diskussion in der Walleshauser Bürgerversammlung und war auch heuer wieder Thema: Laut Lehmann liegen nun erste Ergebnisse eines Gutachtens vor, die der Bürgermeister zuerst dem Gemeinderat präsentieren will. Es werde bei der notwendigen Sanierung „um viel Geld gehen“, so Lehmann. In drei bis fünf Wochen will er mit dem Thema an die Öffentlichkeit gehen.

Für Unmut in Walleshausen sorgen auch die heuer erstmals verschickten Gebührenbescheide bei Nutzern eines speziellen Abwassersystems in dem Ortsteil. Bei der Einführung des Vakuum-Kanals sei zugesichert worden, dass die Gemeinde für den Unterhalt aufkomme, sagte ein Bürger und verwies auf frühere Beschlüsse. Lehmann sicherte zu, dass die Gebührenbescheide erst einmal ausgesetzt werden, bis der Sachverhalt geklärt werden könne. Inzwischen sei nicht mehr die Gemeinde, sondern der Abwasserzweckverband Geltendorf-Eresing zuständig. Geschäftsstellenleiter Hänle erklärte gegenüber dem LT, dass er laut Satzung die Stromkosten für die Vakuumanlage und auch den Unterhalt abrechnen müsse – rückwirkend sei dies bis 2013 möglich.

Auch ein anderes Thema sorgt für Unmut

Auch die Ankündigung Lehmanns, dass die Friedhofsgebühren um bis zu 300 Prozent steigen, stieß auf Unverständnis. Die Gebühren seien kostendeckend berechnet worden, sagte Lehmann. Möglichkeiten zu einer kleinen Einnahmequelle gibt es für die Bürger auf einem anderen Gebiet. Ein weiteres Thema war der Straßenbau. Zeitlich nach hinten verschoben hat sich der Ausbau der Waberner Straße. Hier sagte Lehmann, dass nun vermutlich Mitte August im Anschluss an das neue Baugebiet „Am Grübelanger“ die Bauarbeiten beginnen. Die Ausschreibungsergebnisse liegen jetzt vor und müssten nun in den beteiligte drei Gremien Kreistag, Gemeinderat und Abwasserzweckverband beschlossen werden.

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