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Utting

19.05.2017

Gärtnern fürs Auge und für den Kochtopf

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Bei Elisabeth Reinhart in Utting wachsen nicht nur schöne Blumen sondern auch Gemüse und Kräuter. Sie ist Mitglied bei den Gartenfreunden Utting, die jetzt Juibiläum feiern. Die Funktion der Obst- und Gartenbauvereine war es einst, den Hobbygärtnern vor allem bei der Produktion von Nahrungsmitteln beratend zu Seite zu stehen.

Vor über 100 Jahren schlossen sich Gartenbesitzer zusammen. Der heutige Verein wird 40. Was sich in diesen Zeiten geändert hat.

Schon vor über 100 Jahren haben sich in Utting Gartenbesitzer zusammengeschlossen. Der heutige Verein, die Gartenfreunde Utting, feiern 40-jähriges Bestehen und das LT besuchte zwei Gärten, den von Elisabeth Reinhart und den von Familie Nietz.

530 Schnecken aus dem Gemüsebeet abzusammeln und dabei die Lust am Gärtnern nicht zu verlieren, das zeichnet den wahren Gartenfreund aus. Dazu gehört eindeutig Elisabeth Reinhart aus Utting, Mitglied der Gartenfreunde Utting, die heute 40-jähriges Bestehen feiern. Reinhart ist eines von 163 Mitgliedern, und dass ihr das Bücken und Graben, das Säen und Ernten über die Erholung auf der Terrasse geht, das sieht man daran, dass auf der Terrasse kein Platz für eine gemütliche Sitz- oder Liegegelegenheit wäre.

Dort steht alles, was der Gärtner braucht, um Gemüse und farbenfrohe Blumen heranzuziehen: Rechen und Spaten, Hacken, Schneckenfallen, Gießkannen, selbst angesetzte Jauchen aus Beinwell, Brennnessel oder Rhabarberblättern und mehr. Direkt an der Terrasse blüht es in allen Farben, hellgrüne Farne rollen ihre Wedel auf, Akelei bilden mit Hasenglöckchen und Bergflockenblumen eine Harmonie in Blautönen, und die Rosen bereiten sich auf ihren großen Auftritt im Juni vor.

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Und als ob der Platz im Beet nicht ausreichen würde, sprießen Margeriten aus vielen Ritzen des Steinplattenweges, der ums Haus führt - zur Insektenweide, einem langen Blühstreifen an der Grundstücksgrenze, und zum Gewächshaus, in dem Tomaten und Gurken heranreifen. Auch Bohnen zieht Reinhart hier vor, Kräuter wie Dill, Basilikum und Petersilie und Ringelblumen drängen sich dazwischen.

Als der Winter noch einmal zurück kam, hat ihr Mann ein Heizgebläse installiert, damit die 120 Tomatenpflänzchen nicht erfrieren, die hier auf den Aktionstag warteten, den Reinhart inzwischen mit einigen Uttinger Zweitklässlern durchgeführt hat: Sie durften sie in größere Töpfe pflanzen und mit nach Hause nehmen. Aktionen wie diese sollen dem Verein neue Mitglieder bescheren. Familien mit Kindern wären herzlich willkommen und eine Verjüngungskur, doch leider hätten diese oft keine Zeit, berichtet Reinhart, die auch schon mit in Utting untergebrachten Asylbewerbern gegärtnert hat.

Deshalb will sich die Vereinsvorsitzende Doris Bürkle in Zukunft bei der Mitgliedersuche eher einer anderen Zielgruppe zuwenden: denjenigen, die kurz vor dem Ruhestand sind. Eine Idee mit Charme: Wer sich für die Rente neue Ziele setzt, fällt nicht in das berühmte „Loch“, wenn plötzlich nicht mehr der Job den Tagesrhythmus vorgibt. Wer gärtnert, lebt aktiv und bewusst im Rhythmus der Jahreszeiten – und was gibt es Schöneres, als mit dem Enkelkind Kartoffeln zu stecken oder nach getaner Arbeit zufrieden auf der Ruhebank zu sitzen und den Blick über die Beete schweifen zu lassen?

 Bei Elisabeth Reinhart stehen hier die Kohlrabi stramm, dazwischen Lauch vom letzten Jahr. Salat, Erbsen, Kürbis, Zucchini, Zwiebeln, Knoblauch, Brokkoli, Rosenkohl, Erdbeeren, Mangold, Pastinaken und Fenchel gedeihen und immer wieder versucht Reinhart auch etwas Neues, heuer die Ananaskirsche.

Jeder Garten ist ein Unikat, er ist formbar, ein Spielplatz zum Träume verwirklichen und verrät deshalb auch viel über seine Besitzer. Während bei Reinhart das Gemüse im Garten dominiert, ist es bei Familie Nietz der große Gartenteich. Von den Südterrassen genießt man einen wunderbar entspannten Blick auf die Wasserfläche, auf der Seerosenblätter treiben und sich ein soeben aufgeblühter rosaroter Rhododendron spiegelt. Vom Apfelbaum rieseln die letzten Blütenblätter, das Wildbienenhaus lockt Insekten an - in diesem Wohlfühlgarten kann man zur Ruhe kommen.

Die Gärten der Familien Reinhart und Nietz stehen exemplarisch für den Wandel bei der Ausrichtung des Vereins Gartenfreunde Utting – und vermutlich vieler anderer Obst- und Gartenbau-Zusammenschlüsse. Der Vorläufer des Vereins war ein 1911 gegründeter Gartenbauverein, es ging um die eigene, kostengünstige Erzeugung von Nahrungsmitteln.

Durch Kriegs- und Nachkriegszeit fiel der Verein auseinander, erst 1977 wurden auf Initiative des Bürgermeisters Fred Frankenberger die „Gartenfreunde Utting“ gegründet. Erster Vorsitzender war Johann Streicher, im Vordergrund standen Tätigkeiten im Garten sowie die Freizeitbeschäftigung in und mit der Natur. Für die Gemeinschaft der Mitglieder förderlich waren die zahlreichen Reisen, Feste und Vorträge, die organisiert wurden.

Die Gartenfreunde sind beispielsweise fester Partner beim Leonhardiritt, Dorffest oder auch beim Maifest. Rund 90 Mitglieder erwartet Vorsitzende Doris Bürkle am heutigen Freitagabend zum Jubiläumsfest in Riederau. Sogar einige der Gründungsmitglieder werden dabei sein, freut sich Bürkle.

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