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Landkreis Landsberg

17.05.2020

Gärtnern im Trend: Das LT startet eine neue Aktion

Gut besucht war am Samstag die Pflanzentauschbörse des Erpftinger Gartenbauvereins.
Bild: Thorsten Jordan

In Zeiten von Corona interessieren sich offenbar viele im Landkreis Landsberg für Selbstversorgung im eigenen Garten. Das LT startet dazu eine neue Aktion.

Hochbeete werden gebaut, Salate gesetzt und Tomaten gepflanzt. Der Ausgangsbeschränkungen sorgen derzeit dafür, dass der eigene Garten für viele eine besondere Bedeutung bekommt. Unsere Zeitung hat bei einem Gartenbaucenter und einer Gärtnerei nachgefragt, was sie derzeit erleben. Zudem startet das LT eine neue Serie zum Thema Garten, bei der es auch was zu gewinnen gibt.

„Besonders Gemüse- und Salatpflanzen werden gekauft“, sagt der Marktleiter des Bau- und Gartencenters Doit in Landsberg, Martin Höring. Auch Tomaten- und Gemüseerde sei ständig ausverkauft, vor allem die kleinen Packungen. Höring hat den Eindruck, dass es in den privaten Gärten Richtung Selbstversorgung geht. „Es werden auch viele Hochbeete gekauft, und die Kunden erkundigen sich, wie der Anbau in einem Hochbeet funktioniert.“ Auch die verschiedenen Erden, die für ein Hochbeet nötig seien, würden nachgefragt.

Höring ist froh, dass sein Unternehmen Gemüsepflanzen von lokalen Gärtnereien kauft und so Pflanzen wie Tomaten, Paprika und Auberginen, für die es beim Großhandel zeitweise Engpässe gebe, bekommt. „Von einer Gärtnerei in Großaitingen bekommen wir beispielsweise Tomatenpflanzen.“ Die vergangenen Jahre sei die Bestellung über den Großhandel deutlich einfacher gewesen. Dies liegt laut Höring zum einen an der erhöhten Nachfrage, aber auch an den Produktionsbedingungen unter dem Lockdown. Denn es sei ja anfangs nicht klar gewesen, wann Gärtnereien und Gartencenter in Bayern wieder aufmachen dürfen. Pflanzen ließen sich kaum auf Halde produzieren, und es dauere eine, eher zwei Wochen, bis eine Gemüsepflanze groß genug für den Verkauf sei. Groß ist die Nachfrage laut Höring auch bei den Produkten der Gartengestaltung, wie Möbeln oder Schmuck für den Garten. Und im Baumarkt seien Farben der Renner – alles ein Zeichen, dass die Menschen Heim und Garten verschönern wollten.

Martin Hörig ist Marktleiter im Doit-Baucenter in Landsberg.
Bild: Thorsten Jordan

Kurt Scherdi ist im Vorstand des Bundesverbands Einzelhandelsgärtner. Die Kollegen aus den anderen Bundesländern hätten die bayerischen Gärtner bedauert, da diese als einzige ihre Betriebe hätten schließen müssen, sagt er. Doch seit der Öffnung erleben laut Scherdi auch die bayerischen Gärtner eine große Nachfrage nach „Obstbäumen, Beerensträuchern und Gemüsepflanzen.“ Bei Tomaten gebe es einen richtigen Hype, zehn bis 20 Sorten würden gewünscht. Die Einbußen durch die Schließung seien noch nicht ganz reingeholt, sagt Scherdi.

Der Lockdown habe die Gärtnerei Scherdi in Hofstetten als selbst produzierende Gärtnerei stärker getroffen als Kollegen, die mehr Ware bestellen und dann verkaufen. Denn Scherdi musste, wie berichtet, Blumen und Pflanzen vernichten, die für den Frühjahrsbeginn produziert und wegen des Lockdowns nicht verkauft werden konnten. Auf der anderen Seite konnte Scherdi beispielsweise mit den selbst gezogenen Tomaten nach der Öffnung die Nachfrage bedienen. „Wenn es einen Super-Mai gibt, bin ich optimistisch“, meint Kurt Scherdi. Andererseits wisse man auch nicht, wie das Jahr weitergehe und ob die Kunden bei hohen Temperaturen und Zwang zu Mund-Nasen-Schutz im Sommer kämen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich viele Deutsche daheim im Garten gemütlich machen und sich selbst versorgen wollen, spricht aber laut Scherdi dafür, dass weiter Interesse bestehen wird.

Großer Andrang bei der Pflanzenbörse

Auch der Vorsitzende des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege, Christian Hanglberger, hat das Gefühl, dass derzeit viele Menschen viel Zeit in ihrem Garten verbringen. Er bekomme zumindest entsprechende Rückmeldungen. Wie groß das Interesse am Gärtnern offenbar ist, bekam Hanglberger bei der Pflanzenbörse des Obst- und Gartenbauvereins Erpfting mit, dessen Vorsitzender er ist. Am Samstag seien an die 50 Personen auf den Platz vor dem Schützenheim gekommen. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt er. Es seien nicht nur Pflanzen getauscht worden, viele hätten den Termin genutzt, um sich auszutauschen und ins Gespräch zu kommen.

Die Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, Susann Huttenloher, hat zwar noch nicht mehr Anrufe in der Geschäftsstelle registriert. Die Fachfrau geht aber auch davon aus, dass mehr Menschen sich selbst mit Obst und Gemüse versorgen wollen. Der Kreisverband will übrigens neue Wege gehen. Da der Tag der offenen Gartentür heuer wegen des Coronavirus nicht stattfinden kann, ist angedacht, mittels eines Drohnenflugs in einem Garten zumindest einen virtuellen Besuch zu ermöglichen.

So läuft die LT-Aktion

Die Bau- und Gartenmärkte sind voll, seitdem man wieder einkaufen kann. Jeder, der kann, richtet seinen Garten her, und ist er noch so klein. Das LT startet eine neue Serie mit den besten Gartentipps, aber auch den schönsten Gärten von Landsberg. Ein Hinterhofgarten, hängende Gärten, Terrassen oder Balkone, jeder, der mag, kann mitmachen und seine gärtnerischen Fähigkeiten vorstellen. Hat Ihre Nachbarin die schönsten Blumenbeete, wer hat die eleganteste Rose, das außergewöhnlichste Gemüsebeet.

Machen Sie mit und bewerben Sie sich bei uns, wir stellen Ihren Garten oder den ihrer Freunde vor!

Rufen Sie uns an unter Telefon 08191/326-200 oder schreiben Sie eine E-Mail an redaktion@landsberger-tagblatt mit dem Stichwort „Gartenleidenschaft“. Zu gewinnen gibt es dabei auch etwas, und was, verraten wir bei der ersten Berichterstattung diese Woche.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: LT-Aktion: Zeigen Sie uns Ihren Garten!

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