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Landkreis Landsberg

11.07.2020

Gartenserie: Ein Stück Franken in Landsberg

Elvira Buchner hat mit ihrem Garten im Landsberger Westen ein Kleinod geschaffen, in dem viele Dinge aus ihrer fränkischen Heimat Platz gefunden haben.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Elvira Buchner hat in ihrem Garten viele Dinge, die aus ihrer ursprünglichen Heimat stammen. Nicht nur Weinreben erinnern an Unterfranken, sondern auch viele Dekosachen.

Elvira Buchner ist es gelungen, mit ihrem Garten, gelegen in den Oberen Wiesen in Landsberg, eine Brücke zwischen ihrer Heimat in Unterfranken und Landsberg zu schlagen. Ihr Elternhaus stand direkt an der Tauber. „Und deshalb braucht es auch Wasser im Garten, und es muss plätschern“, sagt Buchner. Dabei blickt sie von der mediterran, mit vielen Kübelpflanzen gestalteten Terrasse zum kleinen Teich mit Seerosen und Wasserlilien vor der grün-weißen, frisch gestrichenen Gartenhütte.

Ihre Eltern bauten Wein an, und so durften auch Weinreben in ihrem Garten nicht fehlen. Blaue und weiße Trauben bringen diese hervor, die Sorten wurden so ausgewählt, dass sie auch im raueren oberbayerischen Klima ausreifen. Direkt daneben erinnert die dekorierte, große Bocksbeutelflasche an den typisch fränkischen Weingenuss. Zahlreiche graue Steine finden sich in diesem 15 Jahre alten Garten, ein großer solitär an der Terrasse und viele kleinere als Mäuerchen oder Teicheinfassung. Sie stammen allesamt aus fränkischen Äckern und wurden in vielen Heimfahrten von Besuchen bei den Eltern nach Landsberg gebracht. „Die Steine kommen beim Pflügen hoch und werden von den Bauern auf Haufen gelegt“, erklärt Buchner. Von dort hat sie sie mitgenommen. „Ich wollte alles, was ich von zu Hause kenne, in meinen Garten einbringen“, sagt sie zu ihrer Motivation. Und so stöberte die Hobbygärtnerin auch immer wieder in der elterlichen Scheune und fand dort Milchkannen, Zinkgießkannen und -badewannen sowie alte Holzbretter, mit denen sie stilvoll den Garten dekorierte.

Elvira Buchner hat mit ihrem Garten im Landsberger Westen ein Kleinod geschaffen, in dem viele Dinge aus ihrer fränkischen Heimat Platz gefunden haben.
Bild: Thorsten Jordan

Die Holzbretter fungieren heute als Sichtschutz hinter der Hollywoodschaukel, die mit ihrer floralen, rosafarbenen Tagesdecke farblich wunderbar zur daneben stehenden, von Bienen sehr gut besuchten Hochstammrose passt. In die Holzbretter hat Buchner bunte Farbkreise eingelassen, die dem rustikalen Charme des alten Holzes Frische geben.

Gartenserie: Ein Stück Franken in Landsberg

Deko gehört zum Garten der 53-Jährigen genauso dazu wie Büsche, Bäume und Pflanzen. Mal steht eine Schale mit Hauswurzen und Muscheln auf einem weiß lackierten Holzstuhl, mal sonnen sich auf Steinen metallene Eidechsen, Schnecken und Schildkröten. Mal lockert eine kunstvolle Keramikkugel das Beet mit Fetthenne, Eisenhut, Rittersporn, Phlox und Rosen an der Terrasse auf. Mal verleiht ein vergrauter Holzfensterrahmen einer Wand morbiden Charme. Gekonnt hat Buchner mit einem alten, weißen Holzfenster mit roten Fensterläden einen Blickfang am äußersten Ende des Gartens geschaffen, der in diesen schattigen und dunklen Winkel helle Frische bringt.

Die Größe des Gartens kann man nur schwer schätzen

Der Reiheneckhausgarten ist nicht groß, würde man ihn abmessen. Jedoch lässt er sich optisch schwer schätzen, so gekonnt variieren Dichte und Höhe der Bepflanzung, die die Nachbarhäuser hinter dichtem Grün verschwinden lassen. „Als Kind habe ich nicht gern im Garten geholfen, weil ich immerzu etwas holen musste“, schmunzelt Buchner. Heute schätzt sie ihre Grünfläche für kreative Gestaltung, Erholung im Freien und zum Vögel beobachten.

Jedes Jahr legt sie ein Fotobuch an, in das auch viele Gartenfotos an die schönsten Momente erinnern. Und jedes Jahr kommt im Garten etwas Neues dazu. Ideen holt sich Elvira Buchner gern bei Gartenschauen oder beim Tag der offenen Gartentür, und viele schöne Dinge hat sie schon auf Töpfermärkten gekauft, wie den bunt bemalten Keramik-Specht, der dekorativ an einem Baumstamm sitzt.

Elvira Buchner hat mit ihrem Garten im Landsberger Westen ein Kleinod geschaffen, in dem viele Dinge aus ihrer fränkischen Heimat Platz gefunden haben.
Bild: Thorsten Jordan

Man kann kaum glauben, dass der so perfekt und harmonisch wirkende Garten im Landsberger Westen ganz ohne Konzept entstanden ist. Das Erste, was in den Garten einzog, war das Gartenhaus, denn die vielen Gartengeräte wollten untergebracht sein. Dann mauerte Elvira Buchner aus den fränkischen Steinen Beetabtrennungen – und so wuchs alles nach und nach und wurde im Lauf der Jahre auch immer wieder umgestaltet.

Auch Steine der ehemaligen Kasernen werden verwendet

Nicht nur die fränkische Heimat hat sich Elvira Buchner in den Garten geholt, sondern auch die steinernen Zeitzeugen der ehemaligen Bebauung der Oberen Wiesen: Dort standen einst Kasernen. Ziegel- und Granitsteine davon haben in Buchners Garten eine neue Heimat und Aufgabe gefunden.

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Es blüht im ganzen Landkreis Landsberg. Denn hier scheint es besonders viele begabte Hobbygärtner zu geben. Egal, ob in den idyllischen Hinterhöfen, auf Terrassen oder Balkonen von Landsberg oder in den eleganten Gartenanlagen am Ammersee oder den so typischen bayerischen Bauerngärten. Es sind kleine Paradiese, die man so entdecken kann. Gestartet waren wir mit unserer neuen Serie „Pflanzenpracht im Landkreis“ in einem kleinen Garten in Landsberg. Heute geht es wieder nach Landsberg. Gerne können Sie sich bei uns bewerben, wenn Sie selbst oder Ihre Nachbarn einen besonders schönen Garten haben. Schicken Sie uns eine E-Mail an redaktion@landsberger-tagblatt.de. Und es gibt auch was zu gewinnen: Drei der schönsten Gärten erhalten einen Preis, den Gärtnereien aus dem Landkreis spendieren. Die Gärtnereien Scherdi Hofstetten, Geier Weil und Dumbsky Hechenwang sind dabei.

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