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Landsberg

10.02.2020

Gefährliches Überholmanöver bringt Autofahrer vor Gericht

Wegen eines gefährlichen Überholmanövers musste sich ein Autofahrer vor dem Amtsgericht in Landsberg verantworten.
Bild: Thorsten Jordan/Archiv

Plus Ein Mann will vor einer unübersichtlichen Straßenkuppe zwischen Utting und Achselschwang eine Radfahrerin überholen. Dann kommt es zu einem Unfall. So fällt das Urteil gegen den Autofahrer aus.

Der blitzschnellen Reaktion einer 39-jährigen Autofahrerin war es zu verdanken, dass es am 8. Juni 2019 im Bereich einer unübersichtlichen Kuppe der Staatsstraße zwischen Utting und Achselschwang zu keinem Frontalzusammenstoß gekommen ist, in den eine Radfahrerin und drei Autos verwickelt gewesen wären. Stattdessen kam es nur zu einer nicht ganz so schweren Karambolage.

Das damalige Geschehen wurde jetzt vor dem Amtsgericht in Landsberg juristisch aufgearbeitet, nachdem die Sache nicht ganz ohne Schaden abgegangen war. Vor Gericht musste sich ein 44-jähriger Mann wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Er konnte sich gerade noch durchschlängeln

Gemäß der Anklage überholte der Beschuldigte im Bereich der unübersichtlichen Kuppe eine Radfahrerin. Er kam dabei teilweise auf die Gegenfahrbahn. Obwohl Gegenverkehr nahte, habe der Mann den Überholvorgang nicht abgebrochen. Er habe es gerade noch geschafft, sich mit seinem Fahrzeug zwischen der Radlerin und dem Pkw auf der Gegenfahrbahn hindurch zu schlängeln. Trotzdem hat es danach noch gekracht. Hinter dem Pkw der Frau befand sich ein weiteres Auto. Dessen 21-jähriger Fahrer hatte den „erzwungenen Auto-Stop“ der 39-Jährigen nicht sofort bemerkt, und fuhr mit seinem Auto auf deren Wagen. Er trug erhebliche Verletzungen davon, die ihm in Schule und Ausbildung für mehrere Monate ein großes Handicap waren. Die Radfahrerin, die 39-Jährige und der Angeklagte kamen mit dem Schrecken davon.

Gefährliches Überholmanöver bringt Autofahrer vor Gericht

Direkt nach dem Unfall und in der Zeit danach dachte der Angeklagte nicht daran, die Schuld für den Unfall auf sich zu nehmen. Denn er sah die Situation anders, auf keinen Fall so einseitig. Darauf wies er zunächst im Gerichtssaal hin. Das Blatt wendete sich jedoch im Laufe der Verhandlung. Denn die Aussagen der Zeugen in der Beweisaufnahme rückten das Verhalten des Angeklagten in kein „günstiges Licht“, wie Richter Michael Eberle sagte. Er gab aus seiner Sicht eine „kleine Einschätzung“ zum Stand der Verhandlung ab, und deutete unmissverständlich an, dass es sinnvoll wäre, den Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzunehmen.

Ein Urteil hätte eine höhere Strafe zur Folge gehabt

Daraufhin nahmen Rechtsanwalt Burkhard Schmidt und sein Mandant eine kurze Auszeit. Sie besprachen sich im Flur des Gerichts. Dabei erreichten sie offenbar eine einheitliche Meinung: Der Einspruch wurde zurückgenommen. Das bedeutet: Der Angeklagte erhält eine Geldstrafe von 2000 Euro. Diese ist in 50 Tagessätzen zu je 40 Euro zu entrichten. Sein Führerschein wird für fünf Monate gesperrt. Hätte es der Angeklagte auf ein Urteil ankommen lassen, hätte er mit einer höheren Strafe rechnen müssen, war den Worten des Vorsitzenden zu entnehmen.

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