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11.07.2010

Gemeinderat sagt Nein zu Sonnenstrom

Lediglich auf Gebäuden erlaubt der Bebauungsplan das Anbringen von Solarmodulen. Der Antrag, auch auf einer Freifläche eine Fotovoltaikanlage aufstellen zu dürfen, wurde erneut abgelehnt.

Fuchstal Erneut ist das Unternehmen "Energiespeicher Fuchstal" mit seinem Antrag an den Gemeinderat gescheitert, auf dem Gelände des ehemaligen Munitionsdepots bei Leeder eine Fotovoltaikanlage einrichten zu dürfen. Dieses Mal war eine Freiflächenanlage im nördlichen Bereich geplant, dies war früher der "amerikanische Teil" des Depots, in dem auch atomare Sprengköpfe gelagert waren. Im Mai 2009 war beantragt worden, auf den Dächern der etwa 50 "deutschen Bunker" Module zu installieren und bereits einen Monat später folgte ein Antrag auf eine Freiflächenanlage zwischen den Bunkern. Wie schon im Juni 2009 befürworteten nun lediglich sechs Räte das Vorhaben, neun stimmten dagegen.

Wie außerhalb der Sitzung zu erfahren war, hatte "Energiespeicher Fuchstal" der Gemeinde ein Beteiligungsgeschäft vorgeschlagen. Demnach hätte die Kommune die Hälfte der im Bebauungsplan auszuweisenden Fläche kostenlos anpachten können, um dort selbst Solarmodule aufzustellen. Diesen Vorschlag und den Antrag hatten die Gemeinderäte dann bereits vorab nichtöffentlich diskutiert. Auch vor der Sitzung in der vergangenen Woche tagten die Räte nochmals eine halbe Stunde unter Ausschluss der Zuhörer. Dabei wurde die Entscheidung offensichtlich schon gefällt, denn als Bürgermeister Erwin Karg den Punkt im öffentlichen Teil zur Behandlung aufrief, wurde auf eine inhaltliche Debatte verzichtet, einige Gemeinderäte gaben lediglich noch ihre Stellungnahmen ab.

So meinte Georg Harrer, dass es sehr schade sei, wenn man das Depotgelände nicht nütze, da hier die gesamte Infrastruktur vorhanden sei. Es sei seiner Ansicht nach sinnvoller, in diesem kaum einsehbaren Landschaftsbereich die Solarplatten aufzustellen, als damit die Dächer in den Ortskernen vollzupflastern. Rat Johannes Wolffhardt betonte, man habe den Sachverhalt auch in dem von ihm geleiteten Arbeitskreis Energie diskutiert, und auch dort habe es Befürworter und Gegner des Vorhabens gegeben.

Lediglich dritte Bürgermeisterin Franziska Welz begründete öffentlich ihre ablehnende Haltung. Sie verwies auf den im Dezember ergangenen Beschluss, im Gemeindebereich grundsätzlich keine Freiflächen-Fotovoltaikanlagen zu genehmigen. In Hinblick auf das angebotene Beteiligungsgeschäft meinte sie, die Gemeinde solle ihre Mittel nicht in einem solchen Projekt binden, da man in Zukunft noch weitere Vorhaben zu finanzieren habe. Bezüglich des Grundsatzbeschlusses entgegnete ihr Karg, man habe sich damals damit gegen die Zerstörung von Ackerbauflächen und die Verschandelung der Landschaft gewandt, beide Argumente träfen jedoch in dem vorliegenden Falle nicht zu. Er finde es persönlich sehr schade, dass sich der Gemeinderat mehrheitlich nicht zu einem positiven Votum durchringen könne, fügte der Bürgermeister an.

Die Betreiber der Anlage hatten bereits im Vorjahr darauf verwiesen, dass sie die Einnahmen aus der Solarstromerzeugung für ihr wirtschaftliches Überleben benötigen, solange das eigentlich geplante Vorhaben in dem ehemaligen Munitionsdepot nicht zu verwirklichen sei. Nach der Sitzung zeigten sich die Firmeninhaber enttäuscht über die erneute Ablehnung ihres Antrages. Man werde sich jedoch weiter darum bemühen, einen Meinungswandel im Gemeinderat herbeizuführen, versicherten Alfred und Wolfgang Michalke. Bürgermeister Karg kommentierte gegenüber unserer Zeitung das Abstimmungsergebnis im Gemeinderat mit der Feststellung, es sei zwar "ein guter Tag für das Unkraut gewesen, aber ein schlechter für das Fuchstal". Damit bezog er sich auf die Ansicht mancher Gemeinderäte, das ehemalige Militärgelände sei einer Renaturierung zuzuführen.

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