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21.07.2010

"Google statt Goethe"

Sie diskutierten über die sinnvolle Vermittlung von Wissen (von links): Thomas Aigner, German Denneborg, Günter Veit und die Mediatorin Solveig Grundler. Foto: Romi Löbhard
Bild: Romi Löbhard

Landsberg Wie kann Wissen sinnvoll vermittelt werden - welche Anforderungen kommen auf Schulabgänger im Berufsleben zu? Diese und weitere spezifische Themen waren Inhalt der Auftaktveranstaltung des neuen Diskussionsforums "Zukunft gestalten". Die Initiatoren (Lichtenstern Rechtsanwälte und die Steuerkanzlei Häckl und Partner) hatten dazu Vertreter der heimischen Wirtschaft sowie von Dienstleistern und Schulen eingeladen.

Eingefunden hatten sich im neuen Sitzungssaal des Landsberger Rathauses weniger als 30 Personen, die sich gegen Ende der Veranstaltung mit dem Titel "Rohstoff Bildung - Visionen und Konzepte für die Zukunft" in eine lebhafte Diskussion einließen. Auf dem Podium erörterten Ministerialdirigent German Denneborg (Bayerisches Kultusministerium), Schulleiter Thomas Aigner (Landheim Schondorf) und Günter Veit, Firmeninhaber, die augenblickliche Lage in der Bildungslandschaft sowie die Übergänge in das Berufsleben, diskutierten Möglichkeiten, deckten aber auch Fehlentwicklungen auf.

"Was Bildung genau ist, weiß ich nicht", gestand Denneborg, "ich kann nur verschiedene Bausteine aufzeigen." Bildung in der Schule solle umfassend und für alle sein, so der Vertreter des Kultusministeriums, sie sei der Versuch, ein Stück Gerechtigkeit zu erreichen. Thomas Aigner sieht Bildung in Europa erst wieder im Mittelpunkt seit dem Beginn der ersten PISA-Studie. Dass die Erziehung bei der Bildung nach wie vor ausgeklammert ist, sieht der Schulleiter als entscheidenden Nachteil in der heutigen Gesellschaft und plädierte für die Erweiterung des Bildungsbegriffes um die Erziehung.

"Eine immer schwieriger werdende Welt für Jugendliche"

"Google statt Goethe"

Das forderte auch Günter Veit: "Jugendliche sollen zurecht kommen in der immer schwieriger werdenden Welt". Dazu gehören für den Unternehmer sichere Deutschkenntnisse sowie die Vermittlung von Tugenden und Werten wie Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit: "Schüler sollten auch lernen, Konflikte zu lösen, im Team zu arbeiten, Reden zu halten." Dafür könnten andere Dinge aus dem Lehrplan gestrichen werden, so Veit.

Dem widersprach Denneborg, weil es keinen gesellschaftlichen Konsens darüber gebe, welcher Teil des Bildungskatalogs wegfallen könnte. Die Qualitätsfrage habe mit dem Schulsystem zu tun, erklärte Thomas Aigner. Der Vertreter des Kultusministeriums wiederum sieht beim G 8 die fehlende Bereitschaft der Lehrer mitzumachen, aber auch Mängel, die allerdings in der Öffentlichkeit mit falschen Zahlen diskutiert würden. Laut Aigner entspricht die Lehrerausbildung nicht den Anforderungen.

Letztendlich einigten sich die Podiumsteilnehmer darauf, dass das entscheidende Fundament einer ordentlichen Bildung im vorschulischen Bereich liege. Zwingend erforderlich sei ein durchgängiges pädagogisches Konzept vom Kindergarten bis zum Schulabgang, weiter Supervisionsangebote für Lehrer, ein Hand-in-Hand-Gehen des Bildungssystems mit dem derzeitigen gesellschaftlichen System. (löbh)

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